ORANIENBURG - Probleme gibt es immer noch, da sind sich alle einig. Aber dass die Leute sagen: „Das gibt es bei uns nicht“, diese Verdrängungsmentalität sei seltener geworden, sagt Reiner Tietz. Der Linken-Politiker ist einer der Organisatoren der Oranienburger Antirassismustage, die ab dem 15. März zum inzwischen 13. Mal stattfinden.
Es gibt Lesungen, Filmvorführungen, Vorträge, Musik und natürlich die große Demonstration am übernächsten Sonnabend. „Mit der Demo versuchen wir unseren Netzwerkcharakter zum Ausdruck zu bringen“, sagt Bernhard Fricke vom „Forum gegen Rassismus und rechte Gewalt Oranienburg“.
Andreas Hiller von der evangelisch-methodistischen Kirche fordert, dass das Engagement gegen Rassismus über das reine „dagegen-sein“ hinausgeht. „Es ist mindestens genauso wichtig, dass Jugendliche die Demokratie als etwas Positives erleben.“ Deswegen wolle man zum Beispiel einen Stadtjugendbeirat initiieren und ein Presseseminar für Jugendliche anbieten. Auch zwei Trainingsveranstaltungen mit der Heinrich-Böll-Stiftung seien für Mai geplant. Dann wird es darum gehen, wie man sich verhält, wenn jemand in der Tram angepöbelt wird.
Björn Lüttman von der Stadt sagt, die Antirassismustage hätten dazu beigetragen, dass sich das Klima in Oranienburg verändert habe. Und dieses Klima entscheide letztlich darüber, ob sich jemand, der womöglich wegen seiner Hautfarbe oder sexuellen Ausrichtung auffällt, auch wohlfühlt. Ziel müsse es sein, das Anderssein als normal zu begreifen. (Von Sebastian Meyer)