JÜTERBOG - Wird der wichtigste Abfluss von Jüterbog nun endlich repariert? In den Augen der Anlieger des Grabens 45 waren noch Zweifel zu erkennen – auch nachdem ihnen und dem städtischen Bauausschuss jüngst ein Gutachten über den Zustand des Hauptentwässerungsgrabens vorgestellt worden war. Dass das Gewässer, wie darin vorgeschlagen, an neuralgischen Punkten entschlammt werden muss, hatten sie seit Jahren gefordert.
Der ortsansässige Planungsingenieur Matthias Hoffmann hatte im Auftrag des Bauamtes eine Grabenanalyse erstellt und mit Vorschlägen untersetzt. Eine Erkenntnis: Relativ kleine Veränderungen am neuen Regenwasserbecken am Kappan könnten den Graben entlasten. „Der Zufluss könnte von 400 auf 100 Liter pro Sekunde abgesenkt werden“, sagte Hoffmann. Der Landesbetrieb Straßenwesen, der das Becken gebaut hat, prüft den Vorschlag laut Bauamtsleiterin Kira Wenngatz bereits.
Damit würde die zusätzliche Wasserzufuhr in den Graben reguliert, der sich aus dem Ausbau der Schlossstraße (B 102) ergibt. Grundsätzlich gilt laut Hoffmann aber weiterhin: „Der Zufluss in den Graben nimmt zu, während das Abflussvermögen gesunken ist.“ Im Laufe der Jahrzehnte sorgte die zunehmende Bebauung für mehr Arbeit für den heute überlasteten Graben.
Als größte Knackpunkte benannte er die schmalen Abschnitte von Heffter- bis Ebertstraße und hinter der Zinnaer Vorstadt. Dort wurde der Grabenboden vor mehr als 20 Jahren mit Betonprofilen in U-Form versehen. „Das Prinzip ist gut, aber sie sitzen zu tief“, berichtete Hoffmann. Inzwischen hat sich dort eine bis zu 60 Zentimeter dicke Schlammschicht angesammelt. Dadurch wachse der Graben zu und sei „nur noch ein Rinnsal“, so der Planer. Folge: Das Wasser kann kaum ablaufen und staut sich zurück. Zudem liegen einige Rohre unter Brücken zu tief.
„Eine kurzfristige Grundreinigung ist nötig, um eine Verbesserung im Abfluss zu erreichen“, erklärte Hoffmann. Langfristig schlug er weiter gehende technische Lösungen vor. So könnte Wasser in den Graben 90 umgeleitet werden, der im Süden der Stadt verläuft und jede Menge Kapazitäten frei hat. Im Zuge der B-102-Bauarbeiten in den nächsten Jahren soll ohnehin eine Pumpe in Betrieb genommen werden, um die Schlossteiche trocken zu legen (die MAZ berichtete). Sie könnte in den Dauerbetrieb gehen.
Sollte die Friedrich-Ebert-Straße einmal saniert werden, könnte außerdem eine Rohrleitung verlegt werden, um einen Teil des Grabenwassers umzuleiten. Das ist aber nicht billig. Noch teurer wäre der Komplettausbau des Grabens, um das Gefälle zu richten. „Zu aufwendig“, sagte selbst der Planer dazu. (Von Alexander Engels)
Graben durch die Stadt
Auf einer Länge von 2,7 Kilometer fließt der Graben 087 (alt: 45) vom Einkaufszentrum am Bahnhof bis in die Nuthe durchs Stadtgebiet.
Dabei überwindet er einen Höhenunterschied von 2,30 Meter. Jedoch ist das Gefälle nicht gleichmäßig.
Das Einzugsgebiet ist vier Quadratkilometer groß (Daten: Büro Hoffmann). axe
Nur noch wenige Wochen, dann sind die Tage wieder länger als die Nächte. Der Abgesang des Winters wird am Himmel durch einen gut zu beobachtenden Wettlauf zwischen den Planeten Venus und Jupiter begleitet. Auch Mars und Saturn sind zunehmend besser zu sehen. Und man kann den Orionnebel genauer beobachten, ein Lieblingsobjekt der Hobby-Astronomen. Denn man schaut in einen „Kreißsaal“ für Sterne.
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