PRÜTZKE - Die Fragen sind die alten. Die Prützker wollen sicher sein, dass ihnen die Güllelaster nicht die letzten Nervenstränge zerfahren. Und so reagierten etliche Einwohner allergisch auf die Ankündigung von Landwirt Olaf Kabelitz, voraussichtlich in diesem Jahr nördlich des Dorfes eine Biogas-Anlage zu errichten. In der Sitzung des Ortsbeirates stellte Angela Böttge, Bauamtsleiterin von Kloster Lehnin, den Antrag vor und nannte die Bedenken der Gemeindeverwaltung.
Wie berichtet, will Kabelitz etwa 800 Meter vom Dorf entfernt eine 500-Kilowatt-Anlage errichten. Als Betreiber steht der Damsdorfer Milch- und Energiebauer Timo Wessels bereit. Im vergangenen Jahr hatte Kabelitz eine Bauvoranfrage gestartet. Jetzt wird es konkret. Der Landwirt hat einen Genehmigungsantrag nach dem Bundesimmissionsschutzgesetz gestellt.
„Wir haben Herrn Kabelitz vor einem Jahr gebeten, einige Fragen zu beantworten“, erinnerte Böttge. Geklärt habe er unter anderem, woher die Gülle und das Grünmaterial kommen sollen. „Das Problem mit der Erschließung der Anlage ist aber immer noch offen“, sagte Böttge. Solange die Verkehrssicherheit für Fußgänger und Radfahrer nicht geklärt sei, „stimmt die Gemeinde dem Vorhaben nicht zu“. Außerdem „müssen wir annehmen, dass die Transporte zur Anlage und zurück so umfangreich sind, dass sie zur Lärmbelastung für die Anwohner werden“, führte die Amtsleiterin aus. Am Ende folgte der Ortsbeirat dem Vorschlag der Verwaltung und dem Votum einiger Besucher der Sitzung und gab dem Projekt nicht seinen Segen.
Thomas Frohnauer, Gemeindevertreter aus Prützke, warnte davor, sich generell gegen eine Biogas-Anlage im Ort auszusprechen. „Wenn wir im Dorf eine Alternative zum Propangas bekommen, würde ich dies sehr begrüßen“, sagte er. Kabelitz hatte im vorigen Jahr angekündigt, dass er eine Wärmeversorgung schaffen wolle, wenn sich genügend Interessenten finden.
Gegenüber dem Landkurier ärgerte sich der Landwirt über den Widerstand in Prützke. Darüber hinaus „bin ich sehr ungehalten über so viel Bürokratie, mit der ich zu kämpfen habe“. An einer Zufahrt über das alte Dorf zur Anlage halte er fest. (Von Heiko Hesse)
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