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15.03.2010

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AKTION: Es gibt noch viel zu tun

Frauenwoche mit Preisvergabe beendet

Als Ruth Goldmann am Freitagsabend ihre Sprachlosigkeit über den Frauenpreis abgelegt hatte und nicht mehr ganz so aufgeregt war, hatte sie noch über ein wichtiges Anliegen zu reden. „Das Ehrenamt muss einen anderen, einen höheren Stellenwert haben“, sagte sie. Vieles in dieser Stadt hinge am Ehrenamt, würde ohne freiwillige Helfer auf der Strecke bleiben. Mit der ab 1. Juni geplanten Ehrenamtscard soll es Ermäßigungen in der Volkshochschule geben, außerdem sollen die Ehrenamtler eine Stunde kostenlos parken dürfen. Ruth Goldmann plädierte darüber hinaus für eine kostenlose Benutzung von Bussen und Bahnen, die sie selbst nutzt, um ihre Ehrenämter zu erledigen.

Die Bedeutung des Ehrenamts hob Margrit Spielmann, Schirmherrin der 20. Frauenwoche, hervor. Es sei der Kitt, „der uns zusammenhält“. Spielmann hatte zuvor die Laudatio auf die diesjährige Frauenpreisträgerin gehalten. Ruth Goldmann, Mutter zweier Kinder, rief die Familienpaten ins Leben, betreute die Patenkurse und arbeitet als Koordinatorin im Netzwerk „Gesunde Kinder“. Im Gertrud-Piter-Heim leitet die gelernte Ingenieurökonomin und Heilerziehungspflegerin eine sportliche Seniorengruppe. Und in der Luckenberger Schule betreut sie behinderte Schüler.

„Es war einfach so, dass das Leben Dinge auf die Tagesordnung gerückt hat, um die ich mich gekümmert habe“, erklärte Ruth Goldmann ihr Engagement selbst. Sie habe das auch nicht tun müssen, „aber ich hab’s getan“. Sie habe viel Aufregendes erlebt, das sie geformt und weitergebracht habe. Viele andere aber hätten Ähnliches oder Größeres getan, sagte die 57-Jährige.

Die Preisverleihung bildete im Paulikloster den Abschluss der 20. Frauenwoche, zu dem Frauenminister und „Frauenversteher“ Günter Baaske eine launige und Mut machende Rede hielt. Er sprach sich für gleichwertige Beschäftigungsverhältnisse von Frauen aus, die 80 Prozent der Teilzeitjobs machten, weil sie sich um Kinder oder pflegebedürftige Eltern kümmerten. „Das kann genauso gut der Mann machen“, sagte Baaske.

An die Ungleichheit zwischen Frau und Mann bei der Besetzung von Führungspositionen erinnerte auch Gleichstellungsbeauftragte Kornelia Köppe. Väter würden bevorzugt, Mütter hätten es bei Einstellungen schwerer, sagte auch die Vorsitzende der Stadtverordnetenversammlung, Liselotte Martius. Auch mit der Frauenwoche sei es aber gelungen, Frauen zu motivieren, sich einzumischen, sagte Martius. „Aber es gibt noch viel zu tun.“

Zum Abschluss las die Berliner Autorin Gisela Steineckert im Pauli-Café vom Schönen an den Frauen, den Männern und der Liebe. (kd)


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