MILOW - Zur Mittagszeit ist der Speisesaal der Milower Grundschule immer gut gefüllt. Knapp 100 der insgesamt 135 Schüler und Hortkinder sitzen dann regelmäßig vor Nudeln mit Tomatensoße, Fischstäbchen oder dampfendem Gemüse. „Eine warme Mahlzeit am Tag ist für die Kinder extrem wichtig“, sagt Schulleiterin Helga Seiß. Deshalb freut sie sich darüber, dass die große Mehrheit der Kinder hier regelmäßig warme Mahlzeiten zu sich nimmt.
Seit November vergangenen Jahres ist sogar noch eine zweite Essensausgabe dazugekommen: Derzeit 17 Schüler holen sich ihr Essen aus einem Nebeneingang ab. „Die Kinder, deren Eltern von Hartz IV leben, können bei uns eine warme Mahlzeit für 30 Cent am Tag bekommen“, sagt Seiß. Das „normale“ Schulessen kostet 2,20 Euro am Tag.
Weil das Essen von einem anderen Anbieter geliefert wird, gibt es auch eine separate Ausgabe. Aber keine Zweiklassengesellschaft! Einige Eltern hatten zunächst Bedenken, ob ihre Kinder nicht stigmatisiert würden, wenn sie das billige Essen kriegen würden. „Aber damit hat es von Anfang an überhaupt keine Probleme gegeben“, so die Schulleiterin.
Alle Kinder essen zur gleichen Zeit und im gleichen Raum. Was da nun bei wem auf den Teller kommt, ist nicht so wichtig. Und weil beide Mahlzeiten in der Regel ganz appetitlich anzusehen sind, spielt auch Neid keine große Rolle. „Es kommt aber schon mal vor, dass einige Kinder neugierig bis neidisch auf die billigen Mahlzeiten gucken“, sagt Seiß. Vermutlich, wenn es da gerade Nudeln mit Tomatensoße oder einen anderen Kinderklassiker gibt.
Für die günstige Mahlzeit in Milow zeichnet das Rathenower Institut für Kommunikation und Wirtschaftsbildung (IKW) verantwortlich: „Wir haben auch noch eine Essensausgabe in Rathenow, in der Bergstraße“, sagt Manuela Tschöpe, die das Projekt für das IKW betreut. 30 Cent pro Mahlzeit sind natürlich bei weitem nicht Kosten deckend, aber darum geht es auch nicht in erster Linie: „Wir wollen den Kindern eine warme Mahlzeit ermöglichen, die sie sich sonst nicht leisten könnten“, sagt Tschöpe. Außerdem sollen durch das Projekt Klienten des IKW wieder eine Chance auf dem ersten Arbeitsmarkt erhalten: Zehn Köche und Beiköche, von denen viele noch keine richtige Berufserfahrung haben, arbeiten für jeweils ein Jahr in der Großküche. „Wenn sie ihre Arbeit richtig gut machen, haben sie auch auf dem ersten Arbeitsmarkt eine Chance“, so Tschöpe. Vor kurzem kam einer der zehn wieder in Lohn und Brot. Zwar nicht als Koch, aber in der Produktion der Bäckerei Thonke. (Von Ralf Stork)
Nur noch wenige Wochen, dann sind die Tage wieder länger als die Nächte. Der Abgesang des Winters wird am Himmel durch einen gut zu beobachtenden Wettlauf zwischen den Planeten Venus und Jupiter begleitet. Auch Mars und Saturn sind zunehmend besser zu sehen. Und man kann den Orionnebel genauer beobachten, ein Lieblingsobjekt der Hobby-Astronomen. Denn man schaut in einen „Kreißsaal“ für Sterne.
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