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19.03.2010

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KRIMINALITÄT: Ganz Fohrde könnte high sein

Durch Zufall ist eine der größten Cannabisplantagen Deutschlands an der B 102 aufgeflogen

FOHRDE - Mehmet vom Orient-Grill an der B 102 hat keine Ahnung. Auch Bootshändler Marcus Krause will nichts gesehen und gehört haben. Beide sind Nachbarn einer Leichtbauhalle, in der sich schon viele Nutzer die Klinke in die Hand gaben. Sanitärhandel, Fensterbauer, Baustoffcenter. Nichts hielt sich lange in Fohrde.

Auch dem Anbau von Cannabis hinter abgedunkelten und vergitterten Fenstern war kein ewiges Leben beschieden. Die professionell aufgebaute Drogenproduktion stellte gestern ihre Arbeit für immer ein. Das lag allerdings nicht an der fehlenden Nachfrage. Die feine Nase eines Polizisten setzte dem kriminellen Treiben ein Ende.

Ausgerechnet vor der Haustür der Hanfbauern postiert sich die Polizei gern zu Verkehrskontrollen. Was hinter ihrem Rücken gut versteckt und bewässert dem künstlichen Licht entgegenwuchs, ahnte niemand. Bis einem Angehörigen der Landespolizei bei einer Pullerpause aus einem Lüftungsrohr der Halle ein scharfer Geruch entgegenschlug und er seinen Vorgesetzten informierte.

Dann ging alles schnell: Schutzbereich. Staatsanwalt. Durchsuchungsbeschluss. Türen auf. Kripo-Leute kamen aus dem Staunen nicht heraus. Hinter Tarnwänden aus Rigips-Platten breitete sich ein grünes Meer Cannabis-Pflanzen aus. Immer vier Stück in einem Blumenkasten, aufgereiht auf Stellagen in bequemer Arbeitshöhe. Ein System von feinen Schläuchen versorgte jede der rund 2500 Pflanzen mit Wasser. Darüber Lampen, die Licht und Wärme brachten. Gewächshausgärtner hätten ihre Freude am Know-how gehabt. Neben dem „Ernteraum“ die Cannabis-Kinderstube mit hunderten Stecklingen für die nächste Rausch-Generation.

Brandenburgs Schutzbereichsleiter Sven Bogacz geht von einer der größten je in Deutschland entdeckten Drogenplantagen aus. Getrocknet und verpafft eine ausreichende Menge, um Fohrde tagelang high zu machen.

Gestern veranlassten Staatsanwaltschaft und Schutzbereich den Abbau der Cannabisgärtnerei. Es gibt einen Tatverdächtigen. Es handelt sich um den 35-jährigen Mieter der Halle aus Brandenburg. Bei ihm gab es eine Wohnungsdurchsuchung. Gefunden wurden Betäubungsmittel und weiteres Beweismaterial. Die Ermittlungen zu Hintermännern laufen auf Hochtouren. (Von Frank Bürstenbinder)


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