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27.03.2010

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TIERHEIM: Stadt setzt Treberhilfe vor die Tür

Abbruch der Gespräche wegen „fehlender Seriosität“ / Tiertafel bedauert

POTSDAM / EICHE - Angesichts des Affärenstrudels der Treberhilfe hat die Stadt gestern mit dem Abbruch der Verhandlungen zum Tierheim in Eiche die Notbremse gezogen. Laut Ordnungsdezernentin Elona Müller wurde der Bietergemeinschaft Tiertafel Deutschland und Treberhilfe Brandenburg gGmbH mitgeteilt, dass die Verhandlungen zu Bau und Betrieb des Tierheims „wegen durchgreifender Zweifel an der finanziellen Leistungsfähigkeit beendet“ seien. Aufgrund der jüngsten Entwicklungen sei durch die Stadt eine „umfangreiche Prüfung“ erfolgt, die ergeben habe, dass die „erforderliche finanzielle Leistungsfähigkeit der Bietergemeinschaft, insbesondere des Bietergemeinschaftspartners Treberhilfe Brandenburg gGmbH, für die Ausführung der ausgeschriebenen Leistungen nicht mehr im erforderlichen Umfang nachgewiesen“ sei.

Claudia Holm, Vorsitzende der Tiertafel Deutschland, bedauerte die Absage der Stadt. „Für uns ist es natürlich schade, weil wir viel Herzblut reingesteckt haben, aber die Stadt wird sich schon was dabei gedacht haben“, sagte sie. Die Entwicklung sei allerdings „abzusehen“ gewesen. Die Treberhilfe geriet im Zuge der „Maserati-Affäre“ mit dem Bekanntwerden einer sehr luxuriösen Ausstattung des mittlerweile zurückgetretenen Geschäftsführers in die Schlagzeilen. Die Staatsanwaltschaft hat ein förmliches Ermittlungsverfahren aufgenommen, Finanzbehörden prüfen die Gemeinnützigkeit. Im Falle der Aberkennung drohen der Treberhilfe Steuernachzahlungen und möglicherweise Insolvenz.

Die Stadt hatte die Verhandlungen mit der Bietergemeinschaft Ende 2009 nach europaweiter Ausschreibung eröffnet. Das Tierheimproblem steht, seit das alte Heim am Wildpark im Streit der Stadt mit dem Tierschutzverein als Betreiber Ende 2007 geschlossen wurde. Elona Müller will im nächsten Hauptausschuss sagen, wie es weitergeht. Sie bedauere die Verzögerung, die aber wegen der „fehlenden Seriosität des Trägers Treberhilfe“ akzeptiert werden müsse.

Die Tiertafel wäre laut Holm auch bei anderen Partnern an dem Projekt interessiert, wenn die Stadt an der geplanten Koppelung von Tierschutz und Jugendhilfe festhält. Das Evangelische Jugend- und Fürsorgewerk (EJF), das beim Vergabeverfahren zunächst das Nachsehen hatte, bekundete bereits in der vergangenen Woche anhaltendes Interesse an dem Tierheimprojekt. (Von Volker Oelschläger)


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In diesem Forum gibt es 2 Einträge

» werner | 27.03.2010, 16:02

Bedauerlich


aber in diesem Fall wohl der richtige Weg. Allerdings ist auch festzuhalten, das die Stadt Potsdam für Tiere wohl nicht sehr viel übrig hat. In den kalten Wochen wurde von Bürgern, die die Tiere an der Neustädter Havelbucht versorgten des öfteren versucht einen Ansprechpartner für kranke, verletzte und tote Tiere bei den städtischen Behörden zu finden, leider ohne Erfolg. Der einzige Partner, der nach solchen Mitteilungen auch aktiv wurde war der TSV Potsdam. Deren Mitstreitern gilt der Dank der Tiere und auch der Bürger die sich um die Tiere kümmerten.

» benni | 27.03.2010, 15:18

Treberhilfe-Skandal erfordert klaren Schnitt


Mit Betrügern, die - wie es
jetzt mehr und mehr herauskommt -
Mittel für Sozialleistungen in großem Umfang veruntreut haben, kann man m.E. keine Verträge abschließen. Das ausschreibungs-gemäß die Stadtverwaltung aus Rechtsgründen mit der Absage meinte korrekterweise noch warten
zu müssen, mögen "Luxuskarossen-Experten" bedauern, war m.E. aber
weise und unumgänglich - auch wenn zu Lasten der Tierheim-Intiative mit ihrem Herzblatt.Der Entscheidungsablauf und die Absage waren m.E. ohne Alternative und auch in dieser Form vernünftig und sachgerecht.

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