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29.03.2010

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SAGEN: Als Karl May mit den Rittern spielte

Gelungener Abend auf Burg Ziesar

ZIESAR -   Einen Karl-May-Abend der besonderen Art erlebten am Samstag im Glassaal auf Burg Ziesar etwa 50 Besucher aus nah und fern. Sagenschmied Heiko Hesse ließ durch das Stück „Wildwasser“ aus dem Roman „Ritter und Rebellen“ die Erinnerungen an Karl May wach werden, der 2012 seinen 100. Todestag hat. Das Burgmuseum Ziesar plant zu diesem Anlass eine Ausstellung.

Das Publikum wurde durch kleine historische Episoden auf die Verbindung mit der Geschichte der Quitzows, Kasper Ganz von Putlitz, Ziesar und Karl May aufmerksam gemacht. Sagenschmied Heiko Hesse schlüpfte in verschiedene Rollen und erzählte zu Beginn als Knecht Giesbert von der Begegnung mit einem Mann aus Sachsen, der sich so sehr für die Geschichte seines Herren aus dem Schloss Golzow interessierte. Dieser Sachse, der damals noch als unbekannter Redakteur arbeitete, war Karl May. Der 1842 Geborene wurde hauptsächlich durch seine Geschichten über Winnetou und dem Orient bekannt.

Die Hohenzoller blieben eher nebensächlich. Am Samstag wollte Putlitz in dem Stück der Frage nachgehen, wo er denn vor 600 Jahren auf der Burg Ziesar inhaftiert gewesen sei. Es folgte ein humorvoller Dialog zwischen Putlitz (Sagenschmied) und dem damaligen Burgvogt, der Aufklärung bringen sollte. In die Rolle des Burgvogts schlüpfte Museumsleiter Clemens Bergstedt, der das Hintergrundwissen besitzt und die Fragen von Putlitz beantwortete.

Unter den Gästen waren der Geschäftsführer des Fördervereins „Silberbüchse“ Andreas Barth und das Vorstandmitglied Mario Espig. Der 2006 gegründete Förderverein unterstützt das Karl-May-Haus in Hohenstein-Ernstthal. „Wir sind begeistert von dem Gezeigten“, so Barth. „Wir können mit der dargestellten Heimatgeschichte rund um Ziesar den Karl-May-Freunden eine ganz andere Seite von ihm aufzeigen.“ May entnahm sein Wissen aus Erzählungen und Geschichten über Burgen und ließ daraus Werke wie „Wildwasser“ entstehen. „Er hatte ein gutes Gespür für diese Geschichten entwickelt“, weiß Barth. Der Verein betreibt im Geburtshaus von Karl May in Hohenstein-Ernstthal ein kleines Museum über Leben, Werk und Wirken des Autors. Dort sind Wechsel- und Sonderausstellungen zu sehen. Man war einer Einladung nach Ziesar gefolgt. Das Burg-Museum möchte anlässlich des 100. Todestages 2012 eine Ausstellung in Ziesar vorbereiten. In einem Gespräch signalisierten Bergstedt und Barth, dass dabei eine Zusammenarbeit entstehen kann.

Familie Trogant aus Töplitz war von dem Abend begeistert. Da sie sich in der Geschichte der Mark Brandenburg auskennt, verbanden sie einen Besuch der Burg gleich mit dem Stück. „Wildwasser“ kannte das Paar nicht. Es wurde dem Publikum zwischen mittelalterlicher Musik, Apfelzwiebelschmalz, Selleriesuppe in der Brotschüssel am Originalschauplatz gelungen näher gebracht. (Von Silvia Zimmermann)


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