POTSDAM - Es ist immerhin der zweitbeste Wert in Ostdeutschland, wenn auch nur Rang zwölf unter allen 16 Ländern. Die aktuelle Arbeitslosenstatistik stimmt Brandenburgs Arbeitsminister Günter Baaske (SPD) verhalten optimistisch. „Erste Erhohlungstendenzen“ zeichneten sich ab, so der Minister gestern. Die gute Entwicklung dürfe aber nicht darüber hinwegtäuschen, „dass viele Betriebe noch mit wirtschaftlichen Problemen zu kämpfen haben“.
Mit einer Arbeitslosenquote von 12,8 Prozent steht Brandenburg aber trotzdem vergleichsweise gut da. Nur Thüringen ist mit 11,5 Prozent im Osten besser. Monatelang sank die Anzahl der Arbeitslosen im Land gegen den Bundestrend. Erst im vergangenen November kletterten die Zahlen wieder – weitgehend jahreszeitbedingt. Im März nun waren 170 422 Menschen ohne Arbeit. Das waren immerhin 3426 weniger als im Februar und 13 727 weniger als im März 2009.
Baaskes Vorsicht teilt man beim Deutschen Gewerkschaftsbund (DGB) Berlin-Brandenburg. Der Arbeitsmarkt der Region sei „hoch problematisch“, sagt DGB-Vize Christian Hoßbach. Denn die Tatsache, dass die Anzahl der sozialversicherungpflichtigen Jobs in Berlin und Brandenburg zunehme – derzeit sind es rund 1,84 Millionen – dürfe nicht darüber hinwegtäuschen, dass „jede zweite Neueinstellung nur noch befristet ist“. Das sei „eindeutig zu viel“, findet der Gewerkschafter, zumal viele Jobs von Zeitarbeitsfirmen angeboten würden. Der Arbeitsminister sieht das ganz ähnlich. „Eine wachsende Generation junger Zeitarbeiter ist das falsche Signal für eine Region mit künftigem Fachkräftebedarf“, so Baaske.
Der arbeitsmarktpolitische Sprecher seines Koalitionspartners, Andreas Bernig von der Linken, hat noch ein ganz anderes Problem vor Augen: „Bei der aktiven Arbeitsmarktpolitik dominieren die Ein-Euro-Jobs“, kritisiert er. Derzeit gibt es im Land rund 20 000 sogenannter Arbeitsgelegenheiten mit Mehraufwandsentschädigung. Viele dieser Menschen seien voll arbeitsfähig. In der Statistik werden sie übrigens nicht als arbeitslos mitgezählt. (ric)