RATHENOW - Karsten Ziehm war überrascht. Negativ überrascht. Straßenschäden in diesem Umfang habe er nach einer militärischen Übung noch nie aufnehmen müssen, berichtete der Leiter der Rathenower Straßenmeisterei gestern auf MAZ-Anfrage. Vor allem in Kurvenbereichen, Kreisverkehren und an Verkehrsinseln hätten die schweren Kettenfahrzeuge sichtbare Spuren hinterlassen.
Besonders betroffen war die Stadt Premnitz. Nachdem in der vergangenen Woche ganze Kolonnen auf der Bundesstraße durch die Stadt gebrettert waren, bot sich den Straßenwärtern kein erfreuliches Bild. „Die Bordsteine der Verkehrsinsel am Ortsausgang Richtung Döberitz wurden zu 80 Prozent zerstört“, berichtet Ziehm. Die Panzer hätten die Bordsteine stellenweise komplett zur Seite gedrückt. Und auch diverse Rinnsteine seien durch die Ketten so sehr beschädigt worden, dass an einer Erneuerung kein Weg vorbeigehe.
Auch in Rathenow haben die Straßen unter der tonnenschweren Last gelitten. Im Falkenweg, im Ebertring und „An der Bahn“ seien vereinzelt Schäden festgestellt worden, so Stadtsprecher Jörg Zietemann. Die Schäden habe man dokumentiert und werde diese Liste zwecks Begleichung nun an die Bundeswehr übermitteln.
Die Bundeswehr streitet nicht ab, dass es zu Schäden gekommen ist. Im Gegenteil. „Bei Übungen dieser Größenordnung reist ein eigens ernannter Schadoffizier den Kolonnen hinterher, um die Beschädigungen zu dokumentieren“, erklärt Hauptmann Marcel Christ, Presseoffizier der 1. Panzerdivision der Bundeswehr. „Die Kommunen können davon ausgehen, dass die von uns angerichteten Schäden schnell und komplikationslos beglichen werden.“
Dass es überhaupt zu Schäden komme, habe mit der Technik zu tun. Zwar seien alle Panzerfahrer gut ausgebildet, und niemand nehme vorsätzlich einen Bordstein mit. Aber beim Bewegen eines 60 Tonnen schweren Geräts könne es schon mal passieren, dass ein Randstein touchiert werde, so Christ.
Die Frage, ob es nicht sinnvoll sei, die Kolonnen über abgelegene Feldwege zu führen, verneint der Presseoffizier. Zum einen könne es dann zu empfindlichen Schäden an Flora und Fauna kommen. Zum anderen sei es wichtig, dass Soldaten ihr Gerät unter realen Bedingungen testen. (Von Markus Kniebeler)
„Iron Taurus“ – Großübung mit 7500 Soldaten
„Iron Taurus“ (deutsch: „Eiserner Stier“) – unter diesem Namen steht die Großübung, die derzeit in drei Bundesländern Niedersachsen, Sachsen-Anhalt und Brandenburg stattfindet.
Die Übung , die am 16. April begonnen hat und noch bis zum 11. Mai dauert, ist nach Auskunft der Bundeswehr eine der größten Freiland-Übungen auf bundesdeutschem Gebiet der vergangenen Jahre.
Federführend ist die 1. Panzerdivision der Bundeswehr, deren Stab in Hannover sitzt.
Insgesamt 7500 Soldaten trainieren mit 1500 Radfahrzeugen und 300 Kettenfahrzeugen für den Ernstfall auf fünf Truppenübungsplätzen.
Der Übungsplatz Klietz ist neben den vier Truppenübungsplätzen Bergen, Altengrabow, Lehnin und Letzlinger Heide auch ein Schauplatz der Ereignisse.
Die Verlegung verschiedener Einheiten zwischen den Plätzen ist ein wichtiger Teil der Übung. Aus diesem Grunde waren in der vergangenen Woche viele Militärfahrzeuge auf den Straßen des Westhavelland zu sehen. MAZ
Nur noch wenige Wochen, dann sind die Tage wieder länger als die Nächte. Der Abgesang des Winters wird am Himmel durch einen gut zu beobachtenden Wettlauf zwischen den Planeten Venus und Jupiter begleitet. Auch Mars und Saturn sind zunehmend besser zu sehen. Und man kann den Orionnebel genauer beobachten, ein Lieblingsobjekt der Hobby-Astronomen. Denn man schaut in einen „Kreißsaal“ für Sterne.
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