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03.06.2010

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INFRASTRUKTUR: Der Druck wächst

In Rathenow soll der Stadtumbau vorangetrieben werden / Strategie bis zum Jahr 2016

RATHENOW - Wer vor zehn Jahren von Osten her in die Stadt hineinfuhr, hatte zunächst die Gebäude des Stadtteils Rathenow-Ost vor Augen. Inzwischen ist das längst anders. Zwar gibt es den Stadtteil noch. Auf großen Flächen, auf denen einst Häuser standen und Straßen sowie Gehwege gezogen waren, wachsen heute Bäume, Sträucher und Gestrüpp. Die Natur holt sich zumindest einen Teil von Rathenow-Ost zurück. Das ist das Ergebnis des Stadtumbaus Ost. Die Stadt sollte, weil sie Einwohner verliert, vom Rand her zurückgebaut werden, zugleich wurde das Zentrum aufgewertet. Dies ist auch das Credo für die Stadtumbaupläne bis zum Jahr 2020. Erstmals werden sie am kommenden Montag im Bauausschuss der Stadtverordnetenversammlung Rathenow vorgestellt. Grundlage der Stadtumbaupläne ist auch das Leitbild „Rathenow 2020“, das in den vergangenen Jahren von den Bürgern zusammen mit Mandatsträgern und der Stadtverwaltung zusammengestellt wurde.

Zwei wesentliche Merkmale kennzeichnen den Stadtumbau in den kommenden Jahren. Es müssen nochmals zahlreiche Wohneinheiten vom Markt genommen werden. Schon für die kommenden sechs Jahre empfiehlt der Plan „eine erhebliche Reduzierung des Wohnungsangebots“. Zugleich sollen Grünflächen und Grüngürtel, die sich bereits jetzt durch das Stadtgebiet ziehen, ausgebaut werden. Ein anderer Schwerpunkt ist der Ausbau des Zentrums auch mit Blick auf die Versorgung. Rathenow müsse sich als Wohn- und Wirtschaftsort neu definieren, wenn man die Herausforderungen der kommenden zwanzig Jahre meistern wolle. Dazu gehört der Bevölkerungsrückgang auf 17 000 bis 20 000 Einwohner im Jahr 2030 (mehrere Studien kommen zu unterschiedlichen Ergebnissen).

In dem Zusammenhang dürfe es langfristig keine Tabus geben, war von einem Kommunalpolitiker zu erfahren, der unerkannt bleiben will. „Nur, wenn sich die Städte und Gemeinden jetzt den Anforderungen stellen, wird der Druck später nicht zu groß. Da dürfen sogar große Kommunen wie Rathenow und Premnitz nicht vor Überlegungen zurückschrecken, an deren Ende ein Gemeindezusammenschluss steht.“ Auf jeden Fall sei es ratsam auf der Verwaltungsebene bereits jetzt eng zusammenzuarbeiten. Man könne sich Aufgaben auch teilen. (Von Joachim Wilisch)

Stadtumbau bis 2016
Bestätigt ist der Rückbau von weiteren Wohneinheiten in Rathenow-Ost. Hier werden 260 Wohnungen abgerissen. In der Stadtmitte sollen 81 Wohneinheiten vom Markt genommen werden. Der Rückbau von Garagen kommt hinzu.

Rathenow-Ost soll bis zum Jahr 2020 gemäß Stadtumbaukonzept ein „kompakter aber stabiler Stadtteil“ werden.

Grüngürtel und Parks sollen die Lebensqualität im Stadtgebiet noch weiter verbessern. Das Zentrum wird ebenfalls aufgewertet.

Der Bauausschuss der Rathenower Stadtverordneten tagt am 7. Juni (Montag) öffentlich um 16.30 Uhr im Raum 101 der Stadtverwaltung Berliner Straße. wil


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