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16.06.2010

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SOZIALES: Geretteter Dorffrieden

Auch in diesem Jahr werden Bredows Vereine das Erntefest ausrichten

BREDOW - Der Bredower Dorffrieden war kurzzeitig in Gefahr. Jetzt dürfte er wiederhergestellt sein, denn das Erntefest am 28. August wird nun doch von den Vereinen des Ortes ausgerichtet. So war es immer, und so soll es auch bleiben, findet nicht nur Jörg Bohnebuck vom Bredower SV 47. Der Fußballverein verknüpft sozusagen die Fäden fürs Erntefest.

Bis vor etwa 14 Tagen sah das anders aus. Der Bredower Ortsbeirat hatte im April einen Gastronomen aus Brieselang als Veranstalter berufen. Dafür gab es aus Sicht des Ortsvorstehers Karsten Schlichte (SPD) gute Gründe: Im vergangenen Jahr sollte ein Teil des Fest-Erlöses für einen gemeinnützigen Zweck gespendet werden. „Konkret war vom Bredower Spielplatz die Rede“, so Schlichte. Die Vereine als Organisatoren hätten die Verabredung aber nicht eingehalten. Schlichte spricht von einem Vertrauensbruch. Um 2010 Absprachen vertraglich festklopfen zu können, wurde diesmal ausgeschrieben. Bis zum Bewerbungsschluss Anfang Februar meldete sich niemand. Dann kam der Brieselanger Gastronom ins Spiel, kurz vor der Entscheidung warf auch der Bredower SV seinen Hut in den Ring, so Schlichte. Der Ortsbeirat entschied sich für den Brieselanger. „Es ging aber niemals darum, die Vereine auszubooten“, sagt Schlichte, Ortsvorsteher in der zweiten Amtszeit.

Ein Brieselanger soll das traditionelle Bredower Erntefest ausrichten? Die Nachricht verbreitete sich schnell im Dorf. Viele der 650 Einwohner waren nicht begeistert. 300 Protestunterschriften wurden gesammelt, sagt Jörg Bohnebuck. Die Vereine schrieben einen Brief an den Ortsbeirat. Der Tenor: Die Fremdvergabe sei völlig unverständlich und nicht zu akzeptieren.

Ortsvorsteher Schlichte setzte daraufhin eine Bürgerversammlung an. „Da kamen mehr als 100 Leute, ich habe selbst gestaunt“, sagt Jörg Bohnebuck. Jedenfalls wurde die Meinung der Bredower so deutlich, dass sich der Brieselanger Gastwirt zurückzog. Der Ortsbeirat revidierte daraufhin seine Entscheidung. Nun ist der Bredower SV Ausrichter des Erntefestes. Fünf andere Vereine machen wieder mit.

Jörg Bohnebuck will mit dem Ortsbeirat zusammenarbeiten und keinen Streit. Allerdings widerspricht er Ortsvorsteher Karsten Schlichte, was das Geld für den gemeinnützigen Zweck im vergangenen Jahr betrifft: „Konkret vom Spielplatz war nie die Rede. Wir hatten im letzten Jahr nur einen geringen Überschuss. Den haben wir an die beteiligten sechs Vereine verteilt. Die arbeiten ja alle gemeinnützig“, so Bohnebuck. Sein Bredower SV hat damit Bänke für den Sportplatz gekauft.

In den letzten Tagen hat Bohnebuck, der Elektrounternehmer und seit zehn Jahren Bredower ist, mit der zuständigen Gemeindeverwaltung Brieselang Absprachen zum Ablauf am 28. August getroffen. 300 bis 500 Euro wollen die Veranstalter diesmal für einen guten Zweck abführen, der wird noch genau benannt. Das Geld bleibt auf alle Fälle in Bredow.

Eine Frage ist noch zu stellen. Warum halsen sich die Vereine so ein Fest auf, wenn es finanziell Risiken birgt? „Wir sind 2003 nach Brieselang eingemeindet worden. Aber die Bredower wollen ihre Dorfgemeinschaft und das Vereinsleben erhalten“, sagt Bohnebuck. Er ist sich sicher: „Ein Fremder könnte unseren großen Ernteumzug gar nicht auf die Beine stellen.“ Die Vereine können’s. (Von Anke Fiebranz)


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