PAUSIN/DALLGOW-DÖBERITZ - Die Seniorenwoche ist vorbei, im Landkreis ist schon viel für Senioren getan worden, am Ziel ist man aber noch lange nicht. So lautet das Fazit der gestrigen Abschlussveranstaltung der Seniorenwoche in Pausin, zu der der Schönwalder Seniorenbeirat eingeladen hatte.
Zahlreiche Politiker und Seniorenvertreter waren in die Waldschule gekommen, um ihre Arbeit vorzustellen und mit Senioren über Probleme und Befindlichkeiten der älteren Generation zu diskutieren. Eine Debatte, die im Kreis schon seit Längerem als dringend notwendig erachtet wird, wie unter anderem der Vorsitzende des Kreisseniorenrates, Kurt Jakob, betonte: „Vor fünf Jahren war der Begriff demografischer Wandel noch ein Fremdwort für die meisten. Das hat sich inzwischen erheblich geändert“, sagte er. Landrat Burkhard Schröder (SPD) zählte auch gleich die Projekte auf, die der Landkreis schon angeschoben hat: etwa den Demografiefonds, aus dem Modellprojekte wie Rufbusse oder bessere medizinische Versorgung auf dem Land unterstützt werden sollen. Und die Seniorenbeiräte von Brieselang, Nauen, Falkensee und anderen Gemeinden stellten Ergebnisse ihrer bisherigen Arbeit vor.
Dass es nicht ganz einfach wird, den Kreis für eine Zeit bereit zu machen, in der jeder dritte Einwohner älter als 65Jahre ist, verhehlte Burkhard Schröder nicht. „Wir sollten uns nicht einbilden, dass es den großen Wurf von oben gibt, mit dem alle Probleme gelöst werden“, sagte er. „Wir müssen eigene Wege gehen, dabei hilft uns keiner.“ Schröder mahnte an, auch die jüngere Generation nicht zu vergessen, die im Zuge des demografischen Wandels noch wesentlich stärker gefordert sein werde als jetzt.
Der Landrat musste sich aber auch Kritik des Kreisseniorenratsvorsitzenden Kurt Jakob gefallen lassen. Jakob bemängelte, dass die Seniorenbeiräte in den politischen Gremien des Landkreises noch nicht ausreichend vertreten seien und dass es keinen Seniorenbeauftragten in der Kreisverwaltung gibt. Er warf dem Landrat zudem vor, die Arbeit der Seniorenräte und -beiräte im Havelland nicht genügend zu würdigen. Schröder entgegnete: „Wichtigkeit entwickelt man durch Tun, nicht durch Fordern. Sie fordern mir ein bisschen viel.“ Später fand er noch versöhnlichere Worte: „Miteinander wollen und können muss geübt werden. Ich erwarte, dass wir durch die Projektarbeit näher zusammenrücken“, sagte er. Es gebe schließlich noch viele weiße Flecken im Kreis, wo die Seniorenarbeit gestärkt werden müsse, so Schröder.
Einer dieser weißen Flecke ist Dallgow-Döberitz. Dort gibt es bisher keinen Seniorenrat. Auf einer Infoveranstaltung am Donnerstagabend kam man der Gründung allerdings ein kleines Stück näher. Immerhin meldeten sich fünf Personen, die sich als Interessenvertreter der Generation 55 plus engagieren möchten. Beim ersten Versuch im Jahr 2007 waren es nur zwei gewesen. Nötig sind freilich sieben Personen.
Dallgow-Döberitz ist die letzte amtsfreie Gemeinde im Osthavelland, die ohne ein eigenes Gremium der Älteren auskommt. Und das, obwohl der „einzige behindertengerechte Bahnhof bis Rathenow“ und die kommunale Weihnachtsfeier bislang alles ist, was Bürgermeister Jürgen Hemberger zu seniorenspezifischen Angeboten in seiner Gemeinde einfällt.
„Welche Anforderungen werden denn an uns gestellt?“, fragt er zurück. Vielleicht weiß er es wirklich nicht, vielleicht will er auch nur eines damit sagen: Wir brauchen endlich einen Ansprechpartner in Altersfragen. „Dallgow wird bald die Gemeinde sein, die im Bereich Senioren am schnellsten wächst“, sagt er und zitiert die aktuelle Bevölkerungsprognose: Heute leben etwa 1116 Personen über 65 im Ort, in 20 Jahren werden es mehr als 3000 sein. (Von Jana Einecke und Oliver Fischer)
Nur noch wenige Wochen, dann sind die Tage wieder länger als die Nächte. Der Abgesang des Winters wird am Himmel durch einen gut zu beobachtenden Wettlauf zwischen den Planeten Venus und Jupiter begleitet. Auch Mars und Saturn sind zunehmend besser zu sehen. Und man kann den Orionnebel genauer beobachten, ein Lieblingsobjekt der Hobby-Astronomen. Denn man schaut in einen „Kreißsaal“ für Sterne.
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