„Küsschentag“ – so nannten die drei Sängerinnen der Teenie-Band „Wir 3“ den Sonntag auf dem Havelfest. Die blonde Vera Hübner, die brünette Linda Hesse und die rothaarige Lina Sasnauskaite begeisterten am Nachmittag auf der Bühne in der Hauptstraße etwa 200 Kinder.
Das einstündige Konzert wirkte fast wie ein strammes Fitnessprogramm der drei zarten Sängerinnen: Ausgelassen sprangen die zwischen 19 und 24 Jahre alten Sängerinnen auf der Bühne, tanzten sich die Füße wund, animierten ihr Publikum permanent zum Klatschen und behielten dabei ihr zuckersüßes Strahlen im Gesicht. Textsicher sprangen auch ihre aufgeweckten jungen Fans hin und her. Zum Dank durften zwei von ihnen zu den Teenie-Idolen auf die Bühne. Die zwei Mädchen standen mit großen Augen neben den Sängerinnen, die mit ihnen einen Küsschen-Wettbewerb machten.
Mit rosa- und lilafarbenen Lippenstift bemalt traten sie gegeneinander beim Wettküssen an. Während „Wir 3“ „Heut ist Küsschentag, heute sollst du glücklich sein, heute bist du nicht allein“ ins Mikro trällerten, durften die zwei Mädchen eine große Tafel zuknutschten. „Ganz toll habt ihr das gemacht“, loben die Sängerinnen und schenken den beiden ihre CD. Die sonst nur im Fernsehen zu sehenden Sängerinnen zeigten sich ihren Zuschauern auf dem Havelfest in zarten, geblümten Kleidchen hautnah. „Nach unserem Auftritt lernt ihr uns in der Autogrammstunde kennen“, versprechen sie ihren ausgelassenen Fans.
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Zwar wurden auch am Freitagabend Küsschen verteilt, aber die Stimmung an der Bühne in der Hauptstraße war eine völlig andere. Händchen wurden gehalten, schmachtende Blicke ausgetauscht. Verliebte Paare turtelten eng umschlungen, während Fadi Maalouf sang. Es fehlten eigentlich nur noch Feuerzeuge, die Zuschauer über ihre Köpfe schwenken lassen. Die honigsüße Kuschelstimmung hielt bis zum letzten Ton des Sängers an.
Denn ein Schmusesong jagte den nächsten in dem einstündigen Konzert des Balladen-Prinzen. Der gebräunte, softe Sänger war vor zwei Jahren als Zweitplatzierter aus der TV-Castingshow „Deutschland sucht den Superstar“ hervorgegangen. Während ihn damals noch ein Millionenpublikum im Fernsehen bewunderte, lauschten auf dem Havelfest noch etwa 300 Zuschauer seiner Stimme.
Trotzdem ging der im Libanon geborene Sänger mit Siegerlächeln von der Bühne. „Ich fand's super“, sagt er mit seinem lieb-reizenden französischen Akzent.
Sein wohl größter Fan auf dem Havelfest ist die am Freitag sieben Jahre gewordene Selina. Für das Geburtstagskind sang Fadi „Happy Birthday“. Wieder im Kuschel-Format: Die Wörter zieht er lang und der Rhythmus ist langsam. Selina findet das klasse. „Mein schönstes Geburtstagsgeschenk“, sagt sie. „Noch besser als die Spiele die ich bekommen habe.“ Fadi Maalouf geriet nach seiner Show ein wenig in Hektik, denn hier musste er Autogramme schreiben, da für Fotos posieren und dabei die lieben großen, braunen Augen in die Kamera halten.
Seine Ausstrahlung und die wohl tönende Stimme dazu hat ihn schon 2008 das Image des Balladen-Sängers eingebracht. „Ich kämpfe jeden Tag mit dem Castingstar-Image“, verrät der 31-Jährige.
Dabei scheint seine Schnulzenmusik genau das Zaubermittel zu sein, mit dem er zahlreiche junge Brandenburgerinnen auf dem Havelfest bezirzte. „Fadi ist einfach toll“, sagte eine Zuschauerin. Nicht das erste Mal hat sie den Sympathieträger singen hören. Auch Jana Remitz findet Fadis Schmuseshow „gut“. Während sie ihr Pizzabrot isst, tänzelt die 27-Jährige gut gelaunt auf der Stelle.
Nicht unbedingt bei den Teenies, sondern vielmehr bei den Frauen ist Fadi beliebt. Die 13-jährige Luise Heinrich findet Fadi „ganz gut“, dabei erweckt sie nicht den Eindruck grenzenloser Begeisterung. „Man kann ihn sich mal anhören, aber ich werde gleich mal weiter gucken“, sagt sie. (Von Julia Göthling)
Nur noch wenige Wochen, dann sind die Tage wieder länger als die Nächte. Der Abgesang des Winters wird am Himmel durch einen gut zu beobachtenden Wettlauf zwischen den Planeten Venus und Jupiter begleitet. Auch Mars und Saturn sind zunehmend besser zu sehen. Und man kann den Orionnebel genauer beobachten, ein Lieblingsobjekt der Hobby-Astronomen. Denn man schaut in einen „Kreißsaal“ für Sterne.
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