LUCKENWALDE - Hinter den Kulissen brodelt’s. Bei der SPD Teltow-Fläming werden einige froh sein, dass nun die Sommerpause beginnt. Denn die so stolze Führungspartei des Landkreises steckt in Schwierigkeiten.
Das hat verschiedene Ursachen. Eine ist im Umbau der Partei zu sehen. Mit Frank Gerhard gibt es einen neuen Kreisvorsitzenden. Dessen langjähriger Amtsvorgänger Christoph Schulze wiederum wechselte – recht mühevoll – auf den Sessel des Kreistagsvorsitzenden.
So ein Wechsel bleibt nicht ohne Folgen. Gerhard setzt auf Transparenz, will die Ortsvereine, die ganz normalen Parteigenossen wieder mehr in die Beschlüsse einbinden. Auch Mitgliederforen sollen häufiger ausgerichtet werden. Die Partei koppelt sich damit zwangsläufig mehr von der Führungsebene des Kreises oder der Kreistagsfraktion ab, entwickelt in stärkerem Maße das, was man als Eigenleben bezeichnen kann. „Jedes Mitglied soll die gleichen Möglichkeiten haben“, forderte Gerhard im Mai im Gespräch mit der MAZ.
Dieser neue Kurs ist an sich unproblematisch. Problematisch wird es erst dann, wenn Basis und Parteispitze nicht im Einklang sind. Genau das ist jetzt zu beobachten.
Auslöser und damit Problemverursacher ist ausgerechnet der Landrat. Peer Giesecke, seit gut 20 Jahren im Amt und über lange Zeit Garant für Erfolgsmeldungen aus dem Landkreis, hat mit seinem jüngsten Alleingang in den eigenen Reihen reichlich Unfrieden gestiftet. Die Rede ist von seinem Audi-A8-Dienstwagen. Das Leasing dieser Luxus-Limousine der 100 000-Euro-Klasse vergrätzt auch viele seiner Parteifreunde nachhaltig. Hinter den Kulissen wird dies ausgiebig – und bei Bedarf auch lautstark – diskutiert.
Manchmal wird die Kontroverse sogar öffentlich. Wie bei einem der Mitgliederforen, die Gerhard wieder aufgelegt hat. Im Juni in Ludwigsfelde stellte man sich die Frage: „Wie gerecht ist unsere Gesellschaft?“ – und wollte wissen, welche Rolle die SPD dabei spielt. Das war natürlich eine Steilvorlage für kritische Nachfragen in puncto A8. Während Gerhard noch moderat formulierte und davon sprach, dass diese Symbolik für die SPD nicht gut ist, legte sein Parteifreund René Böttcher kräftiger nach: Das Signal des Landrats sei „hundsmiserabel“. Man kann nur mutmaßen, wie der Ton hinter verschlossenen Türen ausfällt – freundlicher wird es wohl kaum sein.
Ein weiteres Problem tut sich in der Kreistagsfraktion auf. Nach dem Wechsel Schulzes zum Kreistagsvorsitz muss ein neuer Fraktionschef her – doch wer soll’s machen? Diese Frage kann offenbar nicht einmal die Fraktion spontan beantworten. Eine Entscheidung wird erst im September erwartet. Dementsprechend üppig blühen die Gerüchte. Von einer Doppelspitze ist ebenso die Rede wie von Überraschungskandidaten, verschiedene Namen werden gehandelt, nichts Genaues weiß man nicht.
Offen ist ebenso, wie sehr Schulze und Giesecke im Kreishaus harmonieren werden. Oder ob sie das überhaupt wollen. Als Giesecke die amtierende Vorsitzende Maritta Böttcher von der Linken verabschiedete und sich bei ihr auch ganz persönlich bedankte, schwang jedenfalls hörbar Wehmut mit.
Die SPD muss einige Fragen klären. Zum Glück ist jetzt Sommerpause. (Von Ekkehard Freytag)
Nur noch wenige Wochen, dann sind die Tage wieder länger als die Nächte. Der Abgesang des Winters wird am Himmel durch einen gut zu beobachtenden Wettlauf zwischen den Planeten Venus und Jupiter begleitet. Auch Mars und Saturn sind zunehmend besser zu sehen. Und man kann den Orionnebel genauer beobachten, ein Lieblingsobjekt der Hobby-Astronomen. Denn man schaut in einen „Kreißsaal“ für Sterne.
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