KLAUSDORF - „Ich hoffe, in Kürze die Verträge unterschreiben zu können. Das Einverständnis der Kommunalaufsicht werden wir erhalten.“ Dem Bürgermeister der Gemeinde Am Mellensee Frank Broshog (parteilos) ist anzumerken, wie er dem Rathaus entgegenfiebert.
Entstehen soll es dort, wo bis 2002 die Firma Haustechnik Klausdorf ihren Sitz hatte. Doch auf dem Gebiet des Bebauungsplanes zwischen Zossener Straße, Gipsweg, Bahnhofs- und Poststraße ist Platz für mehr. Der Investor, die Projektmanagement Consulting (PMC) Berlin, will außerdem einen Supermarkt, eine Ladenzeile und einen Pavillon errichten.
Der Zugang zu dem Ensemble wird an der Zossener Straße liegen. Begeben wir uns gedanklich auf das Gelände, dann steht linkerhand ein Edeka-Markt mit einem Sortiment von mehr als 1000 Artikeln. In einem Anbau davor findet man eine Bankfiliale. Rechts sehen wir eine Ladenzeile mit Apotheke, Drogerie („Mein Platz“) und zwei weiteren Geschäften. Geradezu geht’s zum Rathaus – ein zweigeschossiger Zweckbau mit einer Grundfläche von 41 mal 18 Metern und einer Gesamt-Nutzfläche von 832 Quadratmetern. In der unteren Etage liegen ein Beratungssaal, der auch als Standesamt dient, die Tourismusinformation und die Kämmerei. Oben sind das Bürgermeister-Büro, das Haupt- und Schulamt sowie das Bauamt untergebracht. Ein paar Schritte vor dem Rathaus lädt ein runder Pavillon – eine Hälfte Schnellimbiss, die andere Café – zum Verweilen ein.
„Ein sehr guter Mix für ein Gemeindezentrum“, warb Architekt Oliver Sens bei der Sitzung des Hauptausschusses für den Entwurf. Die Abgeordneten waren angetan. Vor allem aber sind sie überzeugt, dass die klamme Kommune Am Mellensee eine erschwingliche Lösung gefunden hat. Bauherr des Rathauses wird nicht die Gemeinde sein, sondern die gemeindeeigene Wohnungsbau- und Verwaltungsgesellschaft am Mellensee (WVM). „Sie nimmt einen Kredit für den Bau auf und kann als GmbH günstigere Darlehensbedingungen in Anspruch nehmen als die Gemeinde“, erläutert Bürgermeister Broshog. Die Gemeinde will sich sozusagen nur einmieten.
Die Mehrbelastung des Gemeinde-Etats durch die Rathaus-Miete (abzüglich der Ersparnis infolge der Zusammenlegung der bisherigen zwei Verwaltungssitze Sperenberg und Klausdorf) wird jährlich 3800 Euro betragen, und zwar 30 Jahre lang. Der Ankauf des Rathaus-Grundstücks ist nicht nötig. Der jetzige Eigentümer erhält im Tausch eine gemeindeeigene Fläche im Klausdorfer Siedlungsgebiet Kiefernwald.
Gebaut werden soll das Ensemble aus einer Hand, das wird für alle Beteiligten preiswerter. Ein Termin wurde noch nicht genannt. (Von Gudrun Schneck)