Offiziell gibt sich der Stadtentwicklungsbeigeordnete Michael Brandt (CDU) noch ahnungslos, doch steht es bereits fest: Die Stadt muss die Versäumnisse am Mühlengraben schnell nacharbeiten, damit dieser nicht zum stinkenden Tümpel verkommt.
„Das Projekt hat ein Planfeststellungsverfahren durchlaufen und wir als Stadt haben die Auffassung laut Beschluss gebaut zu haben. Gleichwohl ist es definitiv zu laut“, sagt Brandt. Es werde an einer Lösung gearbeitet, „um mit geeigneten Maßnahmen in der Schallimission nach unten zu kommen“. Außerdem könne die Stadt nichts dafür, wenn sich zwei Abteilungen in einer Landesbehörde streiten.
Seit nicht einmal zwei Jahren ist der Mühlengraben in Betrieb. Nachdem zehn Jahre gestritten und ein Jahr gebaut wurde, konnte der 400 Meter lange Graben Anfang September 2008 in Betrieb genommen werden. Zu diesem Zeitpunkt hatten sich die Baukosten bereits fast verdoppelt – von 700 000 auf 1,3 Millionen Euro. Das Land half großzügig bei der Erst- wie bei der Nachfinanzierung, die Stadt musste insgesamt nur etwa 300 000 Euro aufbringen.
Doch bald schon gab es Ärger. Anwohner beschwerten sich über das laute Rauschen. Das Landesumweltamt ließ nachmessen – bis zu 66 Dezibel Schallpegel gab es nachts, erlaubt sind 45 Dezibel. Also wurde das Wasser nachts ab- und tags wieder angestellt. Weil es dafür keinen Wasserhahn gibt, musste immer ein Mitarbeiter ins Wasser steigen und Alu-Planken ein- beziehungsweise ausbauen.
Die für Immissionsschutz zuständige Abteilung im Landesumweltamt Lua war also für die Stille zuständig, eine andere Abteilung kümmert sich um die Fische. Die brauchen eine ständige „Lockströmung“, um sie zum Benutzen der eingebauten Fischtreppe zu animieren. Daraus konstruiert Brandt nun den Konflikt innerhalb des Lua.
Doch gibt es den gar nicht, vielmehr sind beide Abteilungen sauer auf die Stadt. In diversen Besprechungsprotokollen der vergangenen Wochen ist festgeschrieben worden, dass die Stadt zwar nicht ganz so wie im Planfeststellungsbeschluss gebaut hat, doch seien die Differenzen „unerheblich“. Dennoch hat sie zwei andere Kriterien außer Acht gelassen: Lärmschutz und Fischökologie.
Die Stufen der Fischtreppe sind beispielsweise viel zu hoch – was den Fischen wie den Anwohnern das Leben auf verschiedene Weise schwer macht.
150 000 Euro stünden nun zur Verfügung, soll ein Stadtvertreter in der Besprechungsrunde nach MAZ-Informationen gesagt haben. Brandt will das indes nicht bestätigen. Die Nachfrage, ob er denn noch wegen Geldes aus Potsdam nachverhandele, beantwortet er mit dem Satz. „Wir müssen uns noch mit dem Land abstimmen.“
Das Reduzieren der Fallhöhe an den Stufen der Fischtreppe sei eine denkbare technische Lösung, eine andere wäre ein kompletter Verbau zwischen den Spundwänden. Dann würde man zumindest in dem Abschnitt mit Anwohnern weniger hören und schon gar nichts mehr sehen.
Als ausgemacht gilt jedoch, dass die Fischtreppe bis ans Ende der Spundwände verlängert und es mehr Stufen geben wird. Damit verringert sich tatsächlich die Fallhöhe des Wassers und vor allem die zu überwindende Aufstiegshöhe für die Fische, sie bekommen zwischen den einzelnen Stufen damit auch größere Becken zum Ausruhen. Dann können auch noch ein paar vom Wasser- und Schifffahrtsamt gewünschte Änderungen am Wasserbauwerk vorgenommen werden – beispielsweise ein Schlitz für den Fischdurchlass. Der muss allerdings verschließbar sein, wenn es die Wasserhaltung auf der Havel erforderlich macht, heißt es aus Potsdam.
Den möglichen Baubeginn für alle Maßnahmen hat eine Anwohnerin bei einer Besprechungsrunde am Graben erfahren: Anfang August, wurde ihr beschieden. (Von André Wirsing)
Nur noch wenige Wochen, dann sind die Tage wieder länger als die Nächte. Der Abgesang des Winters wird am Himmel durch einen gut zu beobachtenden Wettlauf zwischen den Planeten Venus und Jupiter begleitet. Auch Mars und Saturn sind zunehmend besser zu sehen. Und man kann den Orionnebel genauer beobachten, ein Lieblingsobjekt der Hobby-Astronomen. Denn man schaut in einen „Kreißsaal“ für Sterne.
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