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30.07.2010

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PERSONALIE: Lokführer steigt um

Nachfolge von Veit-Stephan Zweynert als TGZ-Chef noch ungewiss

BAD BELZIG - „Einen schleichenden, keinen abrupten Abschied“ hat Veit-Stephan Zweynert angekündigt. Die eine oder andere Angelegenheit will er noch regeln. Doch schon ab Montag bekleidet der bisherige Chef des Technologie- und Gründerzentrums „Fläming“ einen neuen Posten.

Er wird Geschäftsführer der Landesagentur für Struktur und Arbeit (Lasa). Sie ist die Dienstleistungsgesellschaft der Landesregierung Brandenburg für Struktur- und Arbeitspolitik – von Beratung bis Fördermittel-Management. Der 49-Jährige wechselt damit von einem achtköpfigen Kollektiv zu einer Institution mit etwa 150 Angestellten, die das 100-fache an Geld bewegt.

„Über den Umgang mit dem Europäischen Strukturfonds hatte ich bereits Einblicke in die Lasa-Arbeit“, sagt Zweynert. Und ergänzt: „Als die Stellenausschreibung da war, empfand ich es wie eine Aufforderung an mich.“ 49 Bewerber blieben hinter ihm. Und: Er folgt sogar schneller als erwartet Franz-Josef Lersch-Mense nach, der Chef der Staatskanzlei in Nordrhein-Westfalen wird. Jener hatte eigentlich bis September die hiesige Institution interimsmäßig leiten sollen, nachdem im Frühjahr der damaligen Spitze wegen Fehlern in den Anrechnungen von EU-Geldern gekündigt worden war.

Im Techologie- und Gründerzentrum ist noch offen, wer das Steuer übernimmt. Bisher ist offiziell lediglich Landrat Wolfgang Blasig (SPD) über den bevorstehenden Wechsel des seit 1993 amtierenden Leiters informiert; ein Gespräch für Dienstag vereinbart. Die weiteren Gesellschafter – Stadt Bad Belzig (6,15 Prozent), Mittelbrandenburgische Sparkasse (20,86 Prozent) und VR Bank Fläming (10,43 Prozent) – werden dieser Tage unterrichtet. „Wahrscheinlich wird der Aufsichtsrat die Stelle ausschreiben“, ist sich Veit-Stephan Zweynert gewiss. Er sieht Vor- und Nachteile sowohl für interne wie für externe Besetzungen. „Wer die Arbeit machen will, braucht Innovation und Gründlichkeit zum einen sowie Demut und Herzblut für die Menschen und die Region“, lautet der Rat des Erfahrenen.

Unter seiner Führung ist nicht nur Mitte der 90er-Jahre das an eine Lokomotive mit drei Waggons erinnernde Gebäude an der Brücker Landstraße für umgerechnet fünf Millionen Euro errichtet worden. Nachdem sich schnell herausgestellt hatte, dass die Kur- und Kreisstadt trotz des preisgünstigen Flächenangebots für Büros und Labore kein Technologiestandort wird, hat er die Immobilienverwaltung zum einträglichen Nebenschauplatz erklärt. Statt dessen lag die Konzentration auf Unterstützung von Existenzgründern, Projektarbeit und Netzwerkbildung.

„Die Gesellschaft ist schuldenfrei. Der Betrieb läuft“, hat Zweynert hinreichend Vertrauen zu den Kollegen, die für einige Zeit selbst lenken müssen. Deshalb falle ihm der Weggang leicht, mit dem schweren Abschied lässt er sich ja Zeit. (Von René Gaffron)


Persönliches:

Veit-Stephan Zweynert ist 1961 in Dresden geboren und von Hause aus Physiker.

Seit 1993 war er Geschäftsführer des Technologie- und Gründerzentrums in Bad Belzig.

Mitte der 90er war er außerdem fünf Jahre lang ehrenamtlicher Bürgermeister seines damaligen Wohnortes Hagelberg.

Inzwischen wohnt die Familie mit den nunmehr erwachsenen zwei Kindern in Potsdam, Ehefrau Uta arbeitet in der Reha-Klinik „Hoher Fläming“.

In der Freizeit ist der Cellist mitunter für die Reißiger-Gesellschaft Bad Belzig im Einsatz.



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