Suche der Märkischen Allgemeinen:

Suchbegriff eingeben und abschicken
Auswahl der Suchkategorie

Wetter in Brandenburg:

-1ºC
Symbol: aktuelles Wetter in Brandenburg

Metamenu:


Sie befinden sich hier:

  1. » Märkische Allgemeine
  2. » Nachrichten
  3. » Brandenburg/Berlin
  4. » MAZ-Überblick
05.08.2010

Beitragsfunktionen:

INTERNET: Auch im Landtag wird gezwitschert

Brandenburgs Politiker entdecken die Möglichkeiten des Netzes

POTSDAM - Günter Baaske hat mehr Freunde als Rainer Speer. Bei der Zahl virtueller Bekanntschaften schlägt Brandenburgs Sozialminister seinen Parteifreund und Ministerkollegen um Längen. 309 „Freunde“ verzeichnet Baaske auf seinem Profil der Internetplattform Facebook, während es Speer nur auf 207 Kontakte bringt. Die beiden SPD-Politiker sind bislang die einzigen märkischen Minister, die Facebook, ein soziales Netzwerk im Internet, nutzen.

Für ihn sei es mehr ein privater Zeitvertreib, erklärt Innenminister Rainer Speer. „Meine Tochter hat mich dazu eingeladen als es en Vogue war und dann habe ich mich angemeldet.“ Während Speer auf seiner Facebook-Seite also leger im orangefarbenen Muscleshirt vor einem Rennrad posiert, zeigt sich Baaske politisch korrekt im Businesslook: Hemd, über die Schulter geworfenes Jacket.

„Wenn man Interesse für Politik wecken möchte, muss man als Politiker dorthin gehen, wo die jungen Menschen und Wähler sind und kommunizieren. Damit habe ich gute Erfahrungen gemacht“, begründet Baaske in einer MAZ-Umfrage zum Internetverhalten märkischer Politiker seine Facebook-Aktivitäten. Dies Umfrage kommt zu dem Ergebnis: Mails schreiben sie alle. Auch für eine eigene Homepage reicht’s noch, aber dann ist bei vielen schon Schluss mit web 2.0.

In der Masse sei Brandenburg bei der Nutzung neuer Kommunikationskanäle für politische Zwecke „kein Vorzeigeland“, sagt auch Klas Roggenkamp, Betreiber der Internetseite wahl.de. Dort werden die Web 2.0-Aktivitäten deutscher Politiker verfolgt und in Übersichten dargestellt. Die Brandenburger müssten sich dennoch nicht verstecken, findet er. Brandenburgs CDU etwa darf sich darüber freuen, dass sie zumindest für ihre Online-Aktivitäten als „Big Mover“, als große Triebkraft, eingestuft wird. Auf wahl.de wird sie unter den politischen Akteuren geführt, die jüngst den größten Zuwachs an Internetkontakten verzeichneten.

In Hessen oder Nordrhein-Westfalen nutzen laut Roggenkamp mehr Politiker Online-Plattformen, um mit ihren Wählern in Dialog zu treten. „In Brandenburg gibt es einfach nicht die Vielzahl an zumeist jungen Adressaten für solche Aktivitäten“, vermutet er. Da müsse sich jeder Politiker überlegen, ob sich der Aufwand für ihn lohne.

Für Dietmar Woidke lohnt es sich nicht. „Um ein Facebookprofil zu pflegen oder zu twittern, fehlt mir einfach die Zeit“, sagt der SPD-Fraktionschef. „Und es bringt niemandem etwas, wenn Politiker nur alle paar Wochen mal vermelden, dass sie gerade eine Ausstellung eröffnet haben oder irgendeine Äußerung von der FDP doof finden.“

Doof findet FDP-Politiker Andreas Büttner seinen Facebook-Auftritt nicht. An seiner virtuellen Pinnwand sei schon die eine oder andere Debatte angeschoben worden. Der bildungspolitische Sprecher der Liberalen schreibt zum Beispiel gern, wenn ein Antrag seiner Partei in Vorbereitung ist. Was dann von Torsten Krause kommentiert wird, der für die Linken im Landtag sitzt. Büttner nutzt die Plattform auch privat, stellt schon mal Bilder seiner Kinder oder vom letzten Tauchausflug ins Netz. „Der Grat ist schmal“, sagt Büttner. Er melde zunehmend weniger Familiennachrichten, um seine Privatsphäre zu schützen. Gleichzeitig bringe ein Einblick ins private Umfeld den Politiker seinen Wählern näher, erläutert Klas Roggenkamp. Zur gläsernen Person werde der Politiker durch das Internet nicht. „Wenn sich ein Politiker auf dem Schützenfest zeigt, ist es auch nicht viel anders.“

Launige Kommentare zum aktuellen Geschehen bleiben im Netz natürlich nicht aus. Der Knatsch um den Rücktritt von FDP-Fraktionschef Hans-Peter Goetz – selbst aktiver Facebooker und Twitterer – etwa bot reichlich Stoff. „Ihr macht ja ein lustiges Sommertheater“, schrieb der Abgeordnete Peer Jürgens (Linke) an Büttners virtuelle Pinnwand. Jürgens zwitschert zudem regelmäßig. Er nutze Twitter, weil es eine gute Informationsquelle für seine Wähler sei. Tatsächlich erfahren diese dann so weltbewegende Neuigkeiten wie: Peer Jürgens „kann sich nicht entscheiden, welche kuchenreste er noch aufessen soll“, Peer Jürgens „sitzt im fraktionsvorstand und vermißt die hasenohren“ oder Peer Jürgens „hat im landtag endlich schluss und fährt nach hause feiern“.

Sein Parteikollege Hans-Jürgen Scharfenberg, 26 Jahre älter und damit nicht mehr ganz der Twitter-Typ, vertilgt seine Kuchenreste ohne Bekanntmachung per Kurznachricht: „Ich genieße lieber das Gezwitscher der Vögel in meinem Garten statt das Gezwitscher im Netz.“  (Von Marion Kaufmann)

» Eine Übersicht über die Internetaktivitäten der Abgeordneten unter MaerkischeAllgemeine.de/net


Beitragsbild

Facebook ist eine Webseite zur Bildung und Unterhaltung sozialer Netzwerke. Jeder Benutzer verfügt über eine Profilseite, auf der er sich vorstellen und Fotos oder Videos hochladen kann. Auf der Pinnwand des Profils können Besucher öffentlich sichtbare Nachrichten hinterlassen.

» www.facebook.de
» Die MAZ bei facebook



Beitragsbild

Twitter ist ein meist öffentlich einsehbares Internet-Tagebuch im Mikrofromat. Angemeldete Benutzer können eigene Textnachrichten mit maximal 140 Zeichen eingeben. Diese Textnachrichten werden allen Benutzern angezeigt, die diesem Benutzer folgen. Die Tätigkeit des Schreibens auf Twitter wird umgangssprachlich als „twittern“ bezeichnet. Die Beiträge selbst werden als „Tweets“ (engl. to tweet = zwitschern) bezeichnet.

» http://twitter.com
» Die MAZ bei Twitter



Beitragsbild

Xing ist eine Internetplattform, die auch von einigen märkischen Politikern benutzt wird. Auf Xing werden vornehmlich geschäftliche Kontakte verwaltet.

» www.xing.com



Ihre Meinung ist gefragt!

In diesem Forum gibt es 1 Eintrag

» DEZii | 31.07.2010, 02:31

Also offen gestanden...


... finde ich es super, wenn Abgeordnete, die twittern (von denen es ja scheinbar sehr wenige gibt), auch mal was Persönliches mitteilen. Und der Artikel verschweigt bspw., dass die Tweets von Herrn Jürgens auch sehr viele Inhalte transportieren. Lustig machen über einige persönliche Tweets mag leicht sein, es verkennt aber das Engagement dahinter und auch, dass er einer der wenigen ist, die diesen Kommunikationsweg (der nicht immer leicht ist) beschwreitet. Deshalb fand ich den Artikel an dieser Stelle sehr ungerecht. Grundsätzlich ist aber anzumerken, dass in allen Parteien die Kompetenz für das Web 2.0 extrem gering ausgeprägt ist und die PolitikerInnen hier einen wichtigen Kommunikationsweg zum Wähler und zur Wählerin schlicht links liegen lassen.

Ein Service von
Angebote und Prospekte aus Potsdam von kaufDA