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16.08.2010

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VERBRAUCHERSCHUTZ: In Brandenburg wächst das Unbehagen über Street View

Google hat für sein Projekt bereits alle märkischen Kreise erfasst

POTSDAM/BERLIN - Der Widerstand gegen den umstrittenen Dienst Street View des Google-Konzerns wächst. In Brandenburg haben Politiker und Verbraucherschützer am Wochenende vor Eingriffen in die Privatsphäre gewarnt und die Bürger aufgefordert, Widerspruch gegen eine Veröffentlichung ihrer Häuser und Wohnungen einzulegen.

Google teilte indes auf MAZ-Anfrage mit, dass für das Projekt bereits alle Landkreise in Brandenburg erfasst seien. Noch ist aber offen, wann märkische Orte in der virtuellen Straßenansicht von Google auftauchen.

Verbraucherschutzministerin Anita Tack (Linke) sagte der MAZ, sie sehe das Projekt insgesamt kritisch. Einem durchaus vorhandenen Nutzen für einzelne, etwa bei der Suche einer künftigen Wohnung, stehe der flächendeckende Verlust der Privatsphäre gegenüber. Der brandenburgische FDP-Bundestagsabgeordnete Heinz Lanfermann warnte: „Es ist nicht klar, welche Daten wie und wo gespeichert und genutzt werden.“ Erk Schaarschmidt von der Verbraucherzentrale Brandenburg betonte, dass der Bürger von Leuten ausgeleuchtet werde, die er nicht unbedingt in seiner Nähe haben will – von Spinnern, über Kriminelle bis zu Behörden.

Bis Jahresende will Google Nahaufnahmen der meisten Straßenzüge in 20 deutschen Großstädten ermöglichen, darunter in Berlin. Seit heute gibt es die Möglichkeit, dagegen in Widerspruch zu gehen.

Derweil wird bundesweit der Ruf nach einer gesetzlichen Regelung lauter. Politiker halten den gegenwärtigen Datenschutz für zu schwach. Bundesinnenminister Thomas de Maizière (CDU) rät allerdings zur Gelassenheit. Eine schnelle Gesetzesänderung lehne er ab. Verbraucherschutzministerin Ilse Aigner (CSU) forderte, Google müsse jeden einzelnen Widerspruch, „egal ob er per Post oder Mail eingereicht wurde“, umsetzen. Vorher dürfe der Dienst für Deutschland nicht ans Netz gehen. (np/MAZ)


Ihre Meinung ist gefragt!

In diesem Forum gibt es 5 Einträge

» Steffen | 16.08.2010, 13:37

AW:


Ein Sommerlochgequake, wie es herrlicher nicht sein kann. Was soll denn bitte eine "Veröffentlichung von Häusern und Wohnungen" sein, liebe MAZ, und was soll das Symbolbild, auf dem sich eine gute Frau gegen einen bösen Mann mit Fotoapparat wehrt? Es ist die AUßENANSICHT von Häusern und Straßen, die Google abbildet, wie sie jeder Spaziergänger sieht, Stichwort Panoramafreiheit! Und keine "Veröffentlichung von Wohnungen"! Der "flächendeckende Verlust der Privatsphäre" wird vermutlich von den gleichen Leuten mit Krokodilstränen beklagt, die kein Problem damit haben, gestohlene tatsächlich private Daten zur Verfolgung von "Steuersündern" einzusetzen.

PS: Die Verbraucherschützer sollten sich auch einmal damit auseinandersetzen, dass jeder, der auf der Straße an einem Haus vorbeikommt, die Namen der Mieter am Briefkasten lesen kann. Huch, der Datenschutz steh uns bei! Da ist doch Kriminellen und Spinnern Tür und Tor geöffnet!

» indijana | 16.08.2010, 14:31

Genau


endlich werden die Politiker mal aktiv! Endlich wird was für den Datenschutz getan, die Bürger aufgefordert mit "Hacke und Spaten" gegen die Datenspione vorzugehen.
Hoffentlich vergessen die lieben Politiker nicht, dass Kriegsbeil auch gegen die staatlichen Spione auszubuddeln. Aber die sind ja wohl die Guten.
Die spinnen die Römer, könnte man sagen. Dem Volk interessiert das Geheule gegen Google überhaupt nicht. Ausnahmen bestätigen die Annahme. Ich befürchte gar, dass meine Wohnung gar nicht zusehen sein wird. Ich bin höchstwahrscheinlich auch nicht mit drauf. Protest! So kann man künstliche Nebenkriegsschauplätze erzeugen, um von den wirklichen Problemen abzulenken. Wenn die Politik mal bei der Telefon und Internetüberwachung so laut krähen würde. Aber das ist ja ihre ureigene Erfindung. Und dann so tun, als ob das Volk gegen Street-View wäre und für den Afghanistankrieg (pardon militärischen Zwischenfall, nicht Krieg). Volksverarsche ist auch heute noch so aktuell wie in den verfloßenen Systemen. Und nun soll das Volk auch noch gegen so harmlose Sachen wie eine "Bilderkarte" im Internet aufgehetzt werden. Wohlgemerkt wegen Datenschutz!!! Als ob in Deutschland "Datenschutz" eine Rolle spielt. Da arbeiten Banken, Polizei, Finanzamt, Arbeitsamt , Krankenkassen, Zoll,Versicherungen und was weiß ich noch wer alles Hand in Hand. Um uns vor unseren eigenen Daten zu schützen, nehme ich mal an. Wenn die könnten, hätten sie schon längst jedem Menschen bei der Geburt einen Überwachungschip mit all seinen Daten eingepflanzt. So zum einscannen an den Flughäfen und der Aldikasse und zum Orten in Dunkeldeutschland.
"Nachtigall, ick hör dir trapsen"
Naja, der Sommer ist ja bald vorbei und damit sollte auch das Sommerloch sein Ende finden oder doch nicht?

» waschi | 16.08.2010, 15:07

Gepennt?


Google ist ein Unternehmen, dass öffentliche Verkehrsflächen dazu nutzt, um Häuser zu fotografieren und sie in das Internet für Google Street View einzustellen. Ist das nicht eine gewerbliche Sondernutzung der Straßen und hat Google das beantragt oder dafür Gebühren bezahlt? Schließlich machen die das schon seit einigen Jahren in Deutschland. Nicht aufgefallen?
Sich jetzt darüber aufzuregen und vorher eine sicher genehmigungspflichtige Sondernutzung durchgehen zu lassen,...Mehr als scheinheilig.

» Investor | 16.08.2010, 16:01

G-wie Geschäft


Google fährt nicht als Spaziergänger durch die Straßen.Es geht hier um Geschäft und nichts anderes.
Der Datenschutz in diesem unserem Lande ist doch weiter nichts als ein ausgefranstes Netz.
Bleiben wir also beim Geschäft.
Google kommerzialisiert all diese Aufnahmen,wie auch immer.
Warum sollten die betroffenen Bürger nicht auch daran teilhaben.
Wenn Google ein Haus filmt und es dann ins Netz stellt,erwarte ich Kompensation.
10 Aktien von Google für jeden Betroffenen und der Fall ist ausgestanden.
Aber ob sich da unsere sogenannten Verbraucherschützer und Politiker der herrschenden Coleur heranwagen?
Bürger sein in diesem Land ist nicht einfach.

» bachseba | 16.08.2010, 17:24

Datenkrake Staat


Der ausufernde Sozialstaat, welcher sich anmaßt, in großem Stil auf das Einkommen der Bürger und Unternehmen zuzugreifen und es nach politischem Gutdünken zu Verteilen, aus vorsorgender Sozialstaat genannt, ist doch die größte Datenkrake. Die da jetzt alle Zeter und Mordio schreien, schauen doch nicht nur auf Hausfassaden sondern tief in die Geldbörsen und Sparstrümpfe (sie greifen sogar permanent hinein), sie nehmen sich das Recht heraus, zu kontrollieren auf Teufel komm raus, wie man mit Energie umgeht, wie man mit Wasser umgeht, sie kontrollieren die Eltern (weil ein gesellschaftlicher Bodensatz seine Kinder mißhandelt), sie sammeln mit ELENA Arbeitnehmerdaten, die Bürger haben jede Veränderung ihre Umstände zu melden, die Finanzämter sind Stätten flächendeckender Überwachung und wer die sozialen Wohltaten (Kita, Bafög etc.) genießen will, muss sich vollständig entblößen.
Und dann regen diese Herrschaften sich darüber auf, dass Häuser und Hecken, die eh jeder sehen kann, fotografiert werden und die Fotos sogar betrachtet werden.
Dann werden wir also zukünftig auch Bildbände über Städte verbieten und bebilderte Reiseführer und die Zeitung sollte sich auch hüten, fotografierte Lebensräume abzubilden ohne jeden Interessierten zu fragen???
Nein, Google ist nicht das wirkliche Problem sondern die anmaßende Bevormundung und flächendeckende Überwachung durch den föderalen Staat mit seinen vielen Datensammlungsbehörden und den Mitarbeitern, die allzuoft geschwätzig in der Kommune fallen lassen, wieviel an Kitagebühren von dem Besserverdienenden zu zahlen sind oder die dank Inkompetenz den Zugang zu den Daten allzu einfach machen (Meldedaten Potsdam z.B.) oder die mit dem eigenen Datenchaos überhaupt nicht mehr nachkommen...
Wäre doch mal ein Thema für die MAZ: Welche Daten sammelt der Staat und was macht er damit!

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