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19.08.2010

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SCHULE: Und die Eltern müssen es ausbügeln

Die Reformpädagogik erschwert das Lesenlernen und bewirkt, dass sich die soziale Schere weiter öffnet

Deutsche Schüler lesen im internationalen Vergleich besonders schlecht. Mit diesem Ergebnis sorgte die erste Pisa-Studie vor neun Jahren für einen Schock. Seitdem rufen deutsche Politiker regelmäßig die „Bildungsrepublik“ aus. Sie lassen fleißig testen und kräftig reformieren. Berlin geht besonders schnell voran. Brandenburg versucht, den Anschluss zu halten. Frontalunterricht ist verpönt, individuelles, selbständiges Lernen wird favorisiert. Immer mehr Erst- und Zweitklässler werden gemeinsam in so genannten Flex-Klassen unterrichtet. Das didaktische Konzept dazu heißt „Schreiben nach Gehör“ mit Hilfe der so genannten Anlauttabelle.

Denn in Deutschland haben längst Reformpädagogen das Sagen. Seit den 70er Jahren kämpfen sie erfolgreich gegen das „Abrichten“ in der Schule. Kinder sollen „selbstbestimmt“ und „aus eigenem Antrieb“ lernen dürfen. Sie hoffen, so den deutschen Untertanengeist zu verhindern. Ihre Schulen heißen Montessori-, Waldorf- und Freie Schule, um nur einige zu nennen. Einst wurden sie in Westdeutschland als Inseln der Seeligen belächelt, heute gehören sie zum festen gesamtdeutschen Schulrepertoire. Ihre Verfechter sitzen auf den Chefsesseln etlicher Bildungsinstitute, Universitäten und Schulbuchverlage.

Das Pisa-Desaster hat der Reformpädagogik zum Durchbruch verholfen: Seit neun Jahren drängt sie auch in den Unterricht der staatlichen Schulen. Mit ihrer Hilfe wollen Politiker die soziale Schere in den Schulen wieder schließen. Doch das Gegenteil ist der Fall.

Die Erfolge lassen auf sich warten. Vor allem beim Lesen und Schreiben öffnet sich die soziale Schere weiter. In Berlin rechnet man neuerdings damit, dass jeder zehnte Grundschüler als Analphabet die Schule verlassen wird. Auch Brandenburg veröffentlicht dramatische Zahlen. Doch das Flächenland kann seine mangelhaften Basiskompetenzen weder mit einem hohen Migrantenanteil noch mit einer extremen Vorverlegung des Einschulungsalters (wie in Berlin) entschuldigen. Denn seit der mäßigen Vorverlegung des Stichtages werden (anders als in Berlin) doppelt so viele Kinder für ein Jahr zurückgestellt.


Skandalöse zwölf Prozent der Schüler bleiben sitzen

In der Mark wird mittlerweile jedes vierte Kind in Flexklassen eingeschult, in denen die erste und zweite Klasse gemeinsam unterrichtet werden. Doch ausgerechnet in der Phase der Alphabetisierung steigt die Zahl der Sitzenbleiber rasant. Allerdings nur in den Flexklassen. Zwölf Prozent dieser Schüler drehen derzeit eine Ehrenrunde. Das sind fünfmal so viele Wiederholer wie in den Regelklassen. Dort bleiben nach Aussage des Ministeriums nur 2,4 Prozent in den ersten beiden Klassen sitzen.

Und die Zahl dürfte noch steigen, wenn sich Flex und Anlauttabelle weiter durchsetzen. Denn Flex-Schüler lesen und schreiben höchstens genauso gut wie Regelschüler. Dabei stammen die bisherigen Flexschüler aus den engagierteren Elternhäusern, ihre Lehrer gehören zu den geschulteren, der Betreuungsschlüssel ist im Vergleich luxuriös und die Vergleichsarbeiten (Vera) schrieben viele der Sitzenbleiber gar nicht mit.

Das eigentliche Ungemach droht noch: Denn je flächendeckender das Flex-Prinzip angewandt wird, desto schlechter können die Schüler im Durchschnitt lesen und schreiben. Das besagen Studien für Berlin und Brandenburg, ohne daraus die richtigen Schlüsse zu ziehen. Dabei liegt die Vermutung so nahe: Flex und Anlauttabelle erschweren das Lernen.

Als „reformpädagogische Propaganda“ entlarvte schon 2007 die Augsburger Professorin Angela Enders die grundschul-didaktischen Untersuchungen der Landesinstitute. Selbst die umfangreichste Studie aus Bayern „war von vornherein nicht als wissenschaftliche Überprüfung eines theoretischen Konzeptes angelegt, sondern als dessen praktische Bestätigung“.

Dabei gibt es längst eine internationale Meta-Studie (National Reading Panel, 2000), die 1900 Untersuchungen zu verschiedenen Leselernkonzepten verglichen hat. Ihr Ergebnis: Kinder werden am effektivsten alphabetisiert, wenn sie regelmäßig laut lesen. Diese Form des Eintrainierens widerspricht aber den Grundsätzen deutscher Reformpädagogik, die schon simple LaLeLu-Passagen herkömmlicher Fibeln ablehnt.

Derzeit sollen Schüler lesen lernen, indem sie zuerst schreiben. Individuell und leise. Dazu bekommen sie eine Tabelle mit einem Überangebot von bis zu 60 Zeichen, denen einzelne Bilder zugeordnet sind: A wie Affe und Ameise, ...ch wie Teppich und Buch. Die Schüler sollen zunächst ohne orthographische Bedenken drauflos schreiben. Wer seinen eigenen Text schreiben kann, wird auch fremde Texte „blitzlesen“ können, so die Idee. Allerdings wird bei diesen Kindern überproportional häufig eine Lese-Rechtschreib-Schwäche diagnostiziert.



Nach der Ganztagsschule muss geübt werden

Brandenburger Familien mit mehreren Kindern haben den Vergleich: Sie können an ihren eigenen Kindern beobachten, wie sich die verschiedenen Konzepte auswirken. Ihr Fazit: Kinder, die per Flex und „Schreiben nach Gehör“ unterrichtet wurden, lesen deutlich schlechter als Kinder, die sehr traditionell und lehrerzentriert per Fibel lernen. Je offener der Unterricht gestaltet wird, desto mehr müssen Eltern mit den Kindern zu Hause büffeln. Das Automatisieren wird immer stärker in die Elternhäuser ausgelagert. Das ist auch im Landesinstitut Berlin-Potsdam (Lisum) kein Geheimnis. Doch statistisch tauchen die elterlichen Hilfslehrer in keiner Untersuchung auf.

Dabei bemühen sich viele Eltern spätestens in der dritten Klasse um Schadensbegrenzung: Regelmäßig üben sie zu Hause das Lautlesen mit den Kindern, damit diese, wenn auch viel zu spät, doch noch Gefallen an Cornelia Funke und „Harry Potter“ finden. Schüler bildungsferner Haushalte bekommen spätestens jetzt ein riesiges Problem. So öffnet sich die soziale Schere weiter. „Gymnasiasten kommen zunehmend nur noch aus wohlhabenden Verhältnissen, während die Zahl der Sitzenbleiber an Hauptschulen dramatisch angestiegen ist“, gibt Brandenburgs Bildungsminister Holger Rupprecht (SPD) zu.

Begeistert eröffnete der Minister kürzlich eine Tagung einer Initiative aus Siegen in Potsdam. Der Titel: „Ohne Eltern geht es nicht“. Eine Bankrotterklärung der Reformpädagogik? Der Untertitel: „So leicht lassen wir keinen mehr sitzen.“ Vor zwei Jahren gastierten die Reformpädagogen aus Nordrhein-Westfalen schon einmal in Potsdam. Ihr damaliges Rezept: Ältere Schüler sollen für zwölf Euro pro Stunde schulintern Nachhilfeunterricht geben. Finanzieren sollen das die Eltern.

Jetzt legen die Siegener nach: „Angesichts der immer schmaler werdenden Kassen müssen wir im großen Rahmen auf die Eltern setzen.“ Lehrer sollen künftig Mutter, Vater, Oma und Opa zu Hilfslehrern anlernen. Wer will, darf sich auch noch um Mitschüler kümmern. Dabei ist die Schlagzeile „Ohne Eltern geht es nicht“ nur geklaut vom Verband der Schulbuchverlage, der seine jüngste Messe unter dieses PR-Motto stellte. Da sind sich Reformpädagogen und Schulbuchverlage einig: Ohne Eltern funktioniert ihre Didaktik nicht.

Aus der Stadt Siegen kommt auch Professor Hans Brügelmann, ein Vertreter des Spracherfahrungsansatzes. Jeder Schüler solle das schreiben, was er schon kennt. Als Sprecher von etwa 100 Reformschulen im Verbund „Blick über den Zaun“ musste Brügelmann kürzlich erleben, wie seine Organisation durch ihren Wortführer Hartmut von Hentig und dessen Lebensgefährten in die Schlagzeilen geriet. Es ging um den Missbrauch-Skandal an der Odenwaldschule, die auch Gründungsstätte des Verbundes ist. Journalisten nahmen den Verbund „Blick über den Zaun“ daraufhin genauer unter die Lupe und „Die Zeit“ attestierte ihm „ähnlich religiöse Züge“ wie der katholischen Kirche: „mit einer strikten Trennung zwischen Gut (Projektunterricht, Gesamtschule) und Böse (Noten, gegliedertes Schulsystem, Frontalunterricht), mit ihren Pilgerstätten (Laborschule in Bielefeld und Odenwaldschule) mit ihren Priestern und Kanonikern“. Enge Kontakte unterhält der Verbund auch nach Brandenburg, denn der Gründer des Brandenburger Lisum, Klaus-Jürgen Tillmann, leitete einst die Bielefelder Laborschule.

Das SPD-regierte Land positioniert sich seitdem ausdrücklich reformpädagogisch. Alternativen werden gutachterlich abgewehrt. Erst kürzlich wählte das Lisum ausgerechnet den Sprecher des Reformschulverbandes als neutralen Gutachter. Professor Brügelmann sollte beurteilen, ob ein neues Leselernprogramm mit dem sperrigen Namen „IntraActPlus“an Brandenburgs Grundschulen zugelassen werden dürfe. Nein, lautete sein vernichtendes Urteil. Vor IntraActPlus sei dringend zu warnen. Doch sachliche Argumente liefert das Gutachten nur wenige. Dennoch unterschrieben es reflexartig 50 Co-Gutachter, um einen Paradigmenwechsel zu verhindern.

Dabei gilt die Loseblattsammlung des Wissenschaftsverlages Springer längst als Geheimtipp unter all jenen Eltern, die ihren Kindern doch noch das Lesen beibringen wollen. Das Konzept lässt die Pädagogik links liegen, setzt auf kognitionspsychologische Erkenntnisse und fußt auf den Ergebnissen der schon erwähnten Meta-Studie. Die Kinder trainieren Augenbewegung, Leserichtung und Lautverbindungen, indem sie mit einer Loch-Schablone über einzelne Buchstaben und Buchstabenverbindungen fahren: AL/LA/AL/AL und Lama/am/um/Lulu.

Später folgen sinnhaltige Wörter: Lupe/Tante/Kappe/Torte. Es wird also laut gelesen. Was stupide klingt, macht den Kindern Freude, weil es sie nicht überfordert. Die Erfolge sind erstaunlich. Förderlehrer benutzen das Konzept seit Jahren – und das nicht nur einzeln, sondern auch klassenweise. Was den schwächsten Schülern hilft, soll für andere schädlich sein?

Das Brandenburger Bildungsministerium blendet die amerikanische Meta-Studie aus und schließt sich Brügelmanns Urteil an: IntraActPlus basiere auf „überholten wissenschaftlichen Sichtweisen“ und werde „aus konzeptionellen, fachdidaktischen und lerntheoretischen Gründen“ für den Einsatz an Grundschulen abgelehnt. Wer Kindern auf diesem Weg das Lesen beibringe, enthalte ihnen „wichtige Bereiche sprachlicher und literarischer Bildung“ vor, behauptet das Ministerium vollmundig.

Nur selten erhält der Buchversand Amazon so viele positive Kommentare zu einem Titel wie bei IntraActPlus. Eltern, Großeltern und Lehrer jubeln über die erlebten Erfolge. Auch in den Foren der Zeitschrift „Eltern“ hat sich IntraActPlus längst als Geheimtipp durchgesetzt. Selbst etliche Blogger der „Süddeutschen Zeitung“ und der „Zeit“ rätseln erzürnt, warum die Loseblattsammlung mit so viel Energie von den Grundschulen (bis auf Sachsen) ferngehalten wird.

Offenbar verletzt das nüchterne Konzept, Lesen als bloße Decodierfähigkeit zu trainieren, den Nerv der Reformpädagogik. Dass Kinder aber viel selbstbewusster und kritischer Lesen, wenn sie auch die Lesetechnik beherrschen, wird unterschlagen.

Das kann nur zwei Gründe haben: ideologische oder ökonomische. Wahrscheinlich sogar beide. Immerhin wächst der Markt für Nachhilfe-Institute seit Jahren beträchtlich, und die Verlage gleichen den Sparzwang der Schulämter mit kräftigen Gewinnzuwächsen bei Nachhilfe-Medien aus. Denn die Verlage haben längst erkannt: Ohne Eltern verdienen sie nicht.

Die Landesinstitute tragen derweil Scheuklappen: Nach dem Nutzen der Anlauttabelle befragt, antwortet ein leitender Mitarbeiter des Berlin-Brandenburger Lisum (der namentlich nicht genannt werden möchte): „Jein.“ Es gebe halt keine Alternativen. Die Autorin entgegnet: „IntraActPlus“. Entsetzt reagiert der Lisum-Mitarbeiter: „Mit Ihnen rede ich nicht mehr.“ Eine schriftliche Stellungnahme wird ebenso abgelehnt und die Autorin an das Ministerium verwiesen.



Regelmäßiges, lautes Vorlesen ist nötig

Experten der Goethe-Universität Frankfurt (Main) entwickeln derzeit auf der Basis der gleichen internationalen Meta-Studie ein Lesetraining ab der dritten Klasse, das nicht die Eltern in die Pflicht nimmt, sondern die Schulen. Ihr Konzept lautet genau wie bei IntraActPlus: regelmäßig laut im Tandem lesen.

Das Frankfurter Team um Professorin Cornelia Rosebrock konnte in einer Studie mit Hauptschülern beeindruckende Erfolge nachweisen. Nun testet es, ob auch Grundschüler effektiver lernen, wenn sich je ein schwächerer und ein stärkerer Schüler gegenseitig laut vorlesen. Verglichen wird die Gruppe mit Schülern, deren Lehrer vorliest und die leise chorisch mit ihm mitlesen. Damit testen die Frankfurter sogar jene Methode, die von der Reformpädagogik als die allerschlimmste verteufelt wird. Auf die Ergebnisse darf man gespannt sein.

Bis dahin bleiben Eltern auf Hausmittel angewiesen: Neben IntraActPlus gibt es noch das Feuerwehrprogramm des kleinen Domino-Verlages, der bekannt ist für seine hochwertige Kinderzeitschrift „Floh“. Entsetzt über die ersten Pisa-Ergebnisse entwickelte der Herausgeber ein eigenes Programm zur „Lesefitness“, mit dem auch Anlauttabellen-geschädigte Schüler noch wunderbar lesen lernen. Finanziell gefördert wird es nicht von den Ministerien, sondern von allen 16 Landesvertretungen der Lehrer-Gewerkschaft (VBE).

Das Konzept basiert darauf, dass der Lehrer sämtliche Eltern dazu verdonnert, ihr Kind täglich laut lesen zu lassen. Die Eltern müssen jeden Abend gegenzeichnen. In der Schule werden die Erfolge dann per Tempo- und Inhaltsverständnis-Check getestet. Jedes Kind darf seine Leistungen in einer persönlichen Kurve eintragen. Lehrer und Eltern bekommen so monatlich Rückmeldung und können reagieren. 255 brandenburger Klassen trainieren bereits mit dem Lesetraining des Domino-Verlages. Bundesweit sind es zwei Millionen Grundschüler.

Und der Verlag prescht noch weiter vor: Künftig will er schon die Erstklässler zum häuslichen Lautlesen anhalten und konterkariert damit die Anlauttabelle. Der entscheidende Nachteil: Ohne Eltern geht es nicht. Und das in einer Zeit, in der die Ganztagsschule als Allheilmittel gilt. Doch selbst diese funktioniert nur, wenn sie sich für die Lernphase des Automatisierens zuständig fühlt. Doch bisher gilt für viele Ganztagsschüler mit reformpädagogischer Ausrichtung: Im Unterricht wird gespielt und zu Hause gebüffelt. (Von Nathalie Wozniak)



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In diesem Forum gibt es 22 Einträge

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» Dotscher | 19.08.2010, 07:19

Gute Analyse eines verkorksten Systems


Ein sehr guter Artikel der auf die Startseite gehört!
Schade das Rupprecht sich anscheinend in seinem eigenen Haus nicht durchsetzen kann. Besser wäre es wahrscheinlich wenn mal eine andere Partei das Bildungsressort bekommt und da aufräumt.

Schade das aus diesen Erkenntnissen niemand lernen will und statt dessen Sachen wie das Schüler-Bafög eingeführt werden.

» Friederich | 19.08.2010, 12:57

Schulen verhindern Lesenlernen


Habe selten einen so guten Artikel zu dem Thema gelesen, der die Realität an den Schulen nicht ausblendet.
Ist das wahr, was da etwas versteckt zu lesen ist?
Es gibt seit 10 Jahren eine große internationale Studie, die fast 2000 Arbeiten untersucht hat, die besagt, dass Lautlesen von Beginn an die erfolgversprechendste Methode ist?
Und in Deutschland hören wir seit dieser Zeit, dass am besten jeder Schüler still und individualisiert für sich mit einer Anlauttabelle arbeitet?
Das LISUM vergibt einen Auftrag an einen "Gutachter", der diese Studie nicht beachtet?
Das LISUM auch nicht?
Das Bildungsministerium findet sie auch nicht wichtig?
Und Grundschüler dürfen Jahre warten, bis Lautlesen endlich in der "Hauptschule" angewandt wird?
Bitte liebe MAZ, klemmen Sie sich weiter dahinter! Entweder ist die Untersuchung eine Erfindung, oder Sie haben einen echten Skandal aufgedeckt.
Eigenartig nur, dass früher genau mit der beschriebenen Lautlese-Methode alle 50 Schüler einer Klasse lesen lernten. Ohne Ganztagsunterricht und ohne Hilfe der Eltern. So ganz falsch kann das Ergebnis der Untersuchung nicht sein.

» Will47 | 19.08.2010, 17:13

Lesenlernen


Die Zustandsbeschreibung scheint, nach allem was man in den Medien oder durch Bekannte erfährt, korrekt zu sein. Übel allerdings wird es, wenn man einen Vertreter einer bestimmten didaktischen Richtung in Zusammenhang mit dem Missbrauchs-Skandal an der Odenwald-Schule bringt. Was hat Hans Brügelmann mit den Missbrauchs-Fällen zu tun? Bestenfalls naiv ist es, den sektenartigen Charakter vieler "Lesen-durch-Schreiben"-Befürworter anzuprangern und eine ähnliche Sekten-Struktur hochzujubeln. Tolle Erfolgsmeldungen wie die jetzt IntraAct-Plus zugeschriebenen haben vor Jahren den Siegeszug der Anlauttabellen eingeläutet. Meines Wissens gibt es keine wissenschaftliche Untersuchung, die die angeblichen Erfolge der im Artikel so gepriesenen Methode bestätigt. Genauso wie das freie Schreiben bei den Professorenkindern hervorragende Ergebnisse erbracht hat, mag die primitiv-synthetische Methode bei bestimmten Kindern zu ähnlich guten Resultaten führen. Aber mit Sicherheit würde eine flächendeckende Einführung dieses Verfahrens eine ähnlich schlimme, vermutlich schlimmere Wirkung haben wie das freie Schreiben von Anfang an. Ähnliches gilt im übrigen auch für den Flex-Unterricht. Was unter ganz bestimmten, im Regelfall nicht vorhandenen, Bedingungen prima funktioniert, führt im normalen Schulalltag zu den geschilderten schlechten Resultaten. Das laute Lesen hat sicherlich im Leselernprozess seinen Stellenwert. Als Methode im Anfangsunterricht und womöglich vor der ganzen Klasse, hätte es für manche Kinder fatale Folgen. Es hat ja früher auch nicht gut funktioniert. Fazit: Zustandsbeschreibung korrekt, Analyse der Ursachen unvollständig, Verbesserungsvorschläge im Hinblick auf IntraActPlus ungenügend.

» bachseba | 19.08.2010, 17:47

Desaster


Danke für diese Zustandsbeschreibung einer ideologiegeprägten Bildungsmisere. Aber das wird wohl - angesichts der Machtverhältnisse in Ministerium, Lisum und Gewerkschaften - so weiter gehen. Armes Brandenburg.

» rjaeck | 19.08.2010, 21:27

Vielen Dank


für diesen aufschlußreichen Beitrag, verehrte Frau Wozniak!

Es wird einem, hier offenbar an Hand guter Recherche, wieder mal vor Augen geführt, wie durch ideologisch begründete "Reformen" jahrzehntelang Bewährtes um der Veränderung willen über den Haufen geworfen wurde. Ja, einer bzw. wenige verdienen halt immer...

Seltsamerweise hat das gemeine Volk oft doch den treffenderen Instinkt.

In unserer Kleinstadt haben viele der "engagierteren" Elternhäuser ihre Kinder gerade nicht in der Flex-Klasse angemeldet, obwohl sie die Wahl hatten. Schritt für Schritt nach festen Regeln zu lernen, scheint wohl die effektivere Methode zu sein.

Hat Herrn Bildungsminister Rupprecht dieser Artikel umgetrieben, daß er nun von den Bayern lernen will...? Hoffentlich ist es dafür nicht zu spät; ein Blick nach Hamburg zeigt, wie durch ideologisierte Schulpolitik gegen das Volk die Regierung sich mal eben selbst an die Wand fährt.

» Herbert | 19.08.2010, 23:48

Nicht für die Schule - ...


für das Leben lernen wir! Nach diesem elementaren Grundsatz muss sich jede Bildungspolitik ausrichten. Was soll das "selbstbestimmte" Lernen bringen? Im späteren Erwerbsleben geht es knallhart zur Sache. Wer da nicht mithalten kann, bleibt auf der Strecke. Selbst Hartz-IV-Stütze gibt es nur, wenn man seine Eigenbemühungen nachweisen kann. Analphabeten droht so das totale Aus. Entweder das Dahinvegetieren im Obdachlosenheim oder gar das Krepieren in der Gosse.

» Investor | 20.08.2010, 07:33

Wahnsinn oder Methode ?


"Deutlich sprechen,richtig schreiben"
Diesen Satz aus meiner Schulzeit habe ich nicht vergessen,er hat mir geholfen mit meinen Kindern zu üben.
Heute sind sie mir dankbar.
Wann fing das Elend an?
Die Deformierung unserer Gesellschaft,insbesonde der Familien und der Kinder, sind ein Produkt der 68er.Willige Handlanger in der Hauptsache SPD und Grüne.
Ich frage mich nur, wann endlich der Dümmste im Lande dies begriffen hat?
Ein kleiner Lösungsansatz:
Wer keinen Antrag auf HartzIV,oder Kindergeld ohne Hilfe ausfüllen kann,bekommt keine Leistungen.
Bezahlt wird dieser Personenkreis dann aus den Privatvermögen der REFORMER.
Wo bleibt der Aufschrei,von Industrie,Experten,Handelskammern über die Selbstherrlichkeit der sogenannten Reformer?
Nein,es wird nur gejammert über die schlechten Schüler.
Eine Frage noch zum Schluß:
"Wie groß ist eigentlich die Beteiligung der Medien an dieser seit nunmehr vier Jahrzehnten betriebenen Volksverdummung?
Ich hätte gerne etwas freundlicheres geschrieben,die Wirklichkeit ist leider zu erdrückend.

» Viktor28 | 20.08.2010, 09:13

12%


Je dümmer das Volk je besser lässt es sich regieren

» fifty | 20.08.2010, 10:52

???


ich habe den eindruck, dass hier immer nur das argument: -früher war alles besser- zählt. das es neue didaktiken und methoden gibt und diese auch erst ausprobiert werden müssen, macht absolut sinn. DENN (das scheinen alle zu vergessen) kindheit hat sich verändert - SEIT DAMALS! und darauf sollte eine gute schule reagieren, wenn es die eltern, die ja anscheinend nicht bereit sind mit ihren kindern gemeinsam lernzeit verbringen zu wollen, es nicht können. bitte liebe frau wozniak: bitte nicht den soziologischen blick auf das ganze vergessen!!!

» Steffen | 23.08.2010, 09:54

AW:


Ein Plädoyer für neue Methoden, vorgetragen mit Rechtschreibfehlern und in leserunfreundlicher Kleinschreibung, garniert mit mehrfachen Ausrufezeichen, wirkt nicht gerade besonders überzeugend.

» waschi | 23.08.2010, 11:34

Versuchskaninchen @fifty


Es mag sein, dass Kindheit sich verändert und neue Lehrmethoden eingeführt werden. Aber ich meine, den "soziologischen Blick auf das Ganze" vergessen zu können, wenn es um Vermittlung von elementaren Kulturtechniken geht, Wozu ich Lesen, Schreiben Rechnen zähle. da können wir unseren Alten nicht das Wasser reichen.
Es muss damit aufhören, dass unsere Kinder in diesem Punkt Versuchskaninchen sind.

» Milan | 23.08.2010, 15:10

Reformen


Erst wird die Reformpädagogik als Allheilmittel in den Himmel gehoben, dann wieder verteufelt.
Ich halte beides für falsch. Montessori hat z. B. einige gute Ideen, die man nutzen sollte. Z. B. die Idee, dass Schule Spaß machen kann, wenn das Kind versteht, was es lernt und durch die Methodik "Hilf mir es selbst zu tun" dazu angeregt wird, selbst zu forschen, zu lernen, einem Thema auf den Grund zu gehen und z. B. einen Vortrag darüber zu halten. Falsch finde ich auch grundsätzlich, wenn Fehler nicht korrigiert werden. So schleichen sich falsche Schreibweisen ein und verfestigen sich. Problematisch finde ich aber, alle Reformschulen in einen Topf zu werfen: Montessori, Waldorf und freie Schulen arbeiten mit ganz verschiedenen Methoden. Ganz und gar nicht geht m. E. ihnen jetzt den schwarzen Peter zuzuschieben. Es liegt an den Lehrplänen und oft auch an den unmotivierten Lehrern (oft sind sie schlicht zu alt, sorry). Auch das Verständnis für die Schüler hält sich in Grenzen. Da sollte umgedacht werden und z. B. auch Literatur ernster genommen werden. Es gibt sehr gute Kinder- und Jugendbücher z. Z. In anderen Bundesländern wird mehr gelesen und vor allem auch neue Literatur, die die Kids von heute interessiert. Mehr Zwang und die Rückkehr zum Frontalunterricht bringt gar nichts, im Gegenteil.
Es müssen Reformen her, die die heutigen Bedürfnisse der Schüler ebenso berücksichtigen, wie neue Wissensstände. Schauen Sie sich mal die Lehrbücher an, die heute in Gesamtschulen und Gymnasien verwendet werden. Sie sind so was von langweilig, dass man oft nach drei Sätzen die Nase voll hat.

» Friederich | 23.08.2010, 16:39

Methode überprüfen


Die Beschreibung im Artikel deckt sich mit meiner Erfahrung. Auch an der Schule meiner Kinder wird "Schreiben nach Gehör" praktiziert, obwohl die Eltern dagegen Sturm gelaufen sind und die Ergebnisse genauso schlecht sind wie befürchtet. IntraAct kursiert auch unter den Eltern unserer Schule, Eltern erkundigen sich eben bei den Eltern guter Leser. Die haben sich nicht verabredet und schon gar nicht als Sekte organisiert. Der Springerverlag ist übrigens kein Esoterikverein.

Wir haben unsere Kinder ans Lesen gebracht, indem wir sie Buchstabe für Buchstabe, Wort für Wort laut vorlesen ließen, obwohl das in der Schule verpönt war.
Eltern ist es doch egal, ob die Methode, nach der die Kinder lesen lernen, primitiv ist oder nicht, solange sie funktioniert.
Der Einwand, die Methode sei nicht überprüft worden und müsse daher verhindert werden, verwundert. Dann muss man sie überprüfen und nicht Geld für 50 Gutachter ausgeben.
Wer außer LISUM oder Ministerium sollte eine solche Prüfung veranlassen?

» Olica | 25.08.2010, 20:33

Undifferenziert und einseitig


Ich bin LA-Studentin an der Uni Potsdam und habe vermehrt in FLEX-Klassen in Brandenburg hospitiert. Eins ist sicher: FLEX hat Nachteile und ist nicht für jeden Schüler geeignet. Es gibt Bereiche in FLEX, die bedürfen einer Überarbeitung! Doch Fakt ist: Das homogene Jahrgangssystem ist ebensowenig für alle Kinder geeignet und hat deutlichere Nachteile gegenüber FLEX. Forschungsbefunde verweisen darauf. Ich finde den obigen Artikel sehr einseitig, undifferenziert und voller Thesen, die ich noch nie so oder so ähnlich gelesen, gehört oder gar im Rahmen meiner Hospitationen "erlebt" habe. Hier wird "Laien" ein völlig falsches Bild von FLEX vermittelt- Das wird den vielen engagierten Lehrer/-innen und dem pädagogischen und didaktischen Konzept der neuen Schuleingangsstufe in keiner Weise gerecht.Man hätte auch mal die Lehreraus- und Weiterbildung beleuchten müssen. Die bedarf ebenso einer deutlichen Überarbeitung!Denn schlussendlich ist es so, dass die Lehrer Lesen und Schreiben vermitteln, nicht das Konzept!(Und das FLEX-Konzept bietet sehr viele unterschiedliche Gestalungsmöglichkeiten!)Ein Gedanke zum Abschluss: Ich habe zwei Halbgeschwister. Meine Schwester besuchte eine jahrgangshomogene Klasse im Ort X und lernte prima Lesen und Schreiben. Mein Bruder besuchte eine jahrgangsheterogene FLEX-Klasse im Ort Y und lernte ebenso prima Lesen und Schreiben. So und jetzt raten Sie mal wer lieber in die Schule gegangen ist? Mein Bruder! Warum? Weil FLEX weitaus mehr ist als "Anlauttabelle und Spielen". Aber das lässt der Artikel völlig offen. Beim nächsten Mal bitte: Mehr und vor allem bessere Recherche. Auf den Punkt gebracht, ist der Artikel: polemisch und gleicht einer Werbecampagne für "IntraActPlus" und den Domino-Verlag.

» pliskow | 26.08.2010, 11:54

Schulbildung


Ja, was denn nun? Als Dipl.-Lehrer i.R. kann ich nur mit Grausen erkennen, dass sogar Universitäten mit gutem Ruf dem Treiben der Reformpädagogen beisteuern.
Bildungsreform und Reformpädagogik - schlimm, wenn beides deutsch parallel läuft. Ich mag längst unserem Bildungsminister, der doch sogar aus der Praxis kommt, nicht mehr zuhören, wenn er über unser Bildungssystem referiert. Oft genug diffus, wie ich meine. Und "Olica" ist offenbar eine gute Studentin!
Dabei bezieht nicht nur der Minister sich so oft auf - m.E. auch fragliche - "Experten". Wer sind diese? Woher kommen sie? Welche (Aus-)Bildung besitzen sie?

Ich erlebte eben jetzt bei Verwandten eine Schuleinführung: Flexklasse - die Eltern sind nicht glücklich! Und wir lesen, dass die Elternschaft die Lücken dieser Art Bildung nachträglich schließen und ausarbeiten muss.
Nathalie Wozniak hat den Nagel auf den Kopf getroffen.
Man muss doch nur das Anforderungs niveau senken, dann gibt es weiter gute Bewertungen - und alle freuen sich... Deutschland - eine Bildungsnation? Wir haben z.B. in Europa den geringsten Nachwuchs an Ingenieuren. Wie passt das zusammen? Mit großem Interesse lese ich auch die weiteren Antworten, die doch insgesamt ein schlüssiges Bild ergeben. Ja, über Details, Methoden, Klassenfrequenzen, weniger über Didaktik, kann man reden, wenn denn der Lernprozess einschließlich Wertevermittlung beim Kinde gefördert werden. Oft schon empfinde ich alles so, als ob sich im Laufe von 40 Jahren etliche Apologeten zusammengerauft haben, sich mit einem neuartigen Bildungssystem lediglich eigene Meriten verdienen können, selbst wenn es zu Lasten zukünftiger Generationen ist.

» Olica | 26.08.2010, 12:37

Lehrerausbildung


So "schwarz" würde ich das gar nicht sehen(falls das überhaupt geht) Ich denke weniger, dass sich die Reformpädagogen an irgendetwas bereichern wollen, vielmehr wird das "deutsche Bildungsproblem" falsch angepackt. Bevor man in den Schulen rumrefomrmiert, sollte man die Lehrerausbilung reformieren. Sechs Jahre Studium (mit Babypause) liegen hinter und mein Examen vor mir. Glauben Sie mir: Die Lehrerausbildung ist streckenweise eine Katastrophe: Viel zu wissenschaftlich und zu kontrovers (i.S.v. Jeder erzählt einem etwas anderes). Am Ende steht man vor einem Haufen "Was" aber man weiß eigentlich nicht "Wie".Das beste Konzept nützt nichts, wenn Lehrer es nicht gut umsetzen können oder wollen...Man könnte den Faden ewig so weiter spinnen. Ich bleibe aber dabei: FLEX ist nicht verkehrt aber überarbeitungsbedürftig und keinesfalls so wie es im obigen Artikel dargestellt wird!Wenn die Autorin wirklich glaubt, was sie schreibt, hat sie das Konzept nicht richitg verstanden!

» jmk99 | 31.08.2010, 20:49

Inseln der Seeligen


Nach welcher Methode hat die Autorin schreiben gelernt ;-)

» Investor | 10.09.2010, 16:51

Weiter so ?


Es geht doch nicht nur um Brandenburg alleine.Vielleicht sollten wir einen Blick zurückwerfen.
Es gab einmal in Deutschland ein gut funktionierendes Schulsystem und fundiert ausgebildete Pädagogen.(80% Männer,20%Frauen).Auch wenn es sicherlich manchmal Sand im Getriebe gab,fast alle Kinder machten einen Abschluß.
Ende der sechziger war im Westen der Republik auf einmal alles schlecht.
In den darauf folgenden Jahrzehnten kam es zu einer bewußten und konsequenten Zerstörung des Schul,-und Bildungssystems.
Welche Parteien und Gruppierungen sich dabei besonders hervorgetan haben,forschen Sie nach.
Nachdem nun alle klar denkenden mit der Nazikeule erschlagen waren,mit EMMA ein neues Weltbild aus der Taufe gehoben wurde,haben wir jetzt offensichtlich ein Problem.
Die Familien sind weitgehend zerstört,in vielen Schulen regiert,mit Verlaub,der Mob.Herr Sarrazin hat dazu auch deutliche Worte gesprochen.
Die Fundamente unseres Staates wurden bewußt zerstört. "Demokratie"?
Solange wir nicht bereit sind,ehrlich und offen uns diesen Dingen zu stellen,dürfte sich in der Schule nichts ändern.
Ansonsten, weiterhin alle Kraft für die nächste Operation,pardon Reform.
Viel Arbeit liegt vor uns allen.

» Buerger12 | 11.09.2010, 10:17

eigene Erfahrungen


Unser Kind kommt seit 2 Jahren in den Genuß einer FLEX-Klasse. Das Ergebnis sind völlig unzureichende Lesekenntnisse (da kein Silbenlesen gelernt) und völlige Überforderung im Rechnen - hier wurden (und werden) zum Schuljahresanfang die Zweitklässler zunächst spielen geschickt, um sich intensiver um die Erstklässler zu kümmern. Dann werden zum Schuljahresende den Kindern Multiplikation und Division im "Schweinsgalopp" eingetrichtert. Zusätzlich werden die Kinder im Unterricht im Halbkreis platziert, so dass einige fast mit dem Rücken zur Tafel sitzen und sich buchstäblich den Hals verdrehen, nur um dem "verpönten Frontalunterricht" zu entgehen. Das Ergebnis waren tägliches quälendes Lernen zuhause nach der Schule und jetzt Wiederholung der zweiten Klasse und Nachhilfe. Ich verstehe nicht, dass 2 LehrerInnen (eine KlassenlehrerIn und eine TeilungslehrerIn) sowie eine halbe Stelle FörderlehrerIn (für 2 Klassen zuständig..)es nicht schaffen, ca. 10 Kindern halbwegs ordentlich lesen, schreiben und rechnen beizubringen. Ergebnis bei unserem Sohn war eine totale Schulunlust und eine erschreckende Ablehnung gegenüber dem Lesen und dem Lernen allgemein. FLEX ist vielleicht gut für gute Schüler ohne Schwierigkeiten, aber nervend für schwächere Schüler und deren Eltern, so sie sich dann zuhause bemühen, alle Defizite halbwegs auszugleichen - doch FLEX produziert Analphabeten bei schwächeren Schülern, deren Eltern nicht ausgleichen wollen oder können. Es mag ja sein, dass das FLEX-Modell anderswo funktioniert, ich für meinen habe das Vertrauen in das Brandenburger Bildungssystem verloren und sehen den nächsten Jahren nur mit "Grauen" entgegen, denn die nächste "Verschlimmbesserung" kommt bestimmt... danke an die Autorin für diesen wirklich guten Artikel!

» Investor | 22.09.2010, 18:23

Ministerium antwortet nicht


Mehr als vier Wochen sind nun verstrichen seit den letzten Beiträgen.
Was sollen wir als Bürger nun denken?
Werden wir ignoriert?
Für Politiker sind wir Dreck?
Vorschläge von unten,nichts für Regierende?
Wer so blöde ist zur Wahl zu gehen hat es nicht anders verdient?
Wie soll man Demokratie unter diesen Umständen verstehen?
Ich tue mir schwer.

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