ZOSSEN/LUDWIGSFELDE - „Guten Tag, ich hätte gern ein Mathebuch für meine Tochter, sie geht in die zweite Klasse“. Solche Bestellungen sind für Buchhändlerin Jana Prescher ein Graus. „Ohne ISBN-Nummer geht bei den Schulbüchern gar nichts“, sagt die Inhaberin der Geschwister-Scholl-Buchhandlung in Zossen. Durch das internationale Nummernsystem sind die Bücher eindeutig zuzuordnen und das ist vor jedem Schulstart wichtiger denn je.
Im Hinterzimmer der Buchhandlung stapeln sich die Schulbücher seit Wochen. Die meisten Exemplare wurden für den Verleih direkt von den Schulen bestellt. Rund vier Tonnen „Wissen“ hat Jana Prescher schon mit ihrem VW Bus an die Schulen ausgeliefert. Die Zossener Buchhandlung hat die Aufträge für Rangsdorf, Zossen und Teile des Landkreises erhalten. Durch ständige Neuveröffentlichungen und Abnutzungen müssen die Schulen jedes Jahr neues Material bestellen, so Prescher. Bei den Schulbestellungen verläuft meistens alles reibungslos. Problematischer wird es bei Wünschen von Eltern, die für ihre Sprösslinge selbst Schulbücher kaufen. Diesen „Luxus“ gönnen sich laut Prescher immer mehr Eltern, weil ihre Kinder mit zerfledderten Schulexemplaren und vollgekritzelten Arbeitsheften nach Hause kommen. Weil die Schulen um das Bücher-Wirrwarr wissen, geben sie den Eltern vor dem neuen Schuljahr einen Bestellzettel in die Hand. Aber der gehe öfter mal verloren und Fehlbestellungen seien in der Bücherflut keine Seltenheit.
Bei den großen Verlagen ist das meist kein Problem, denn sie gewähren für gewöhnlich eine Remissionsquote von zehn Prozent auf den Auftragswert. Müssen am Ende mehr Bücher zurückgeschickt werden, fällt eine zusätzliche Bearbeitungsgebühr an. Bei kleineren Verlagen ist das schon schwieriger, denn es gilt die Devise: Je mehr Exemplare die kleine Bücherei ordert, desto kulanter sind die Verlage bei der Rücknahme.
Jana Prescher ist natürlich froh über die vielen Aufträge vor dem Schulstart, doch die fast endlose Anzahl an verschiedenen Schulbüchern findet auch sie anstrengend. „Man braucht schon eine Menge Fingerspitzengefühl für die richtige Menge an Bestellungen.“ Einfacher wäre es, wenn sie die Bücher erst ordern würde, wenn die Eltern im Laden danach fragen. Aber der Wettbewerb mit den Bücherketten ist hart. Dieses Risiko müsse man eingehen.
Sabine Marx, Inhaberin der Brunnen-Buchhandlung in Ludwigsfelde, hat sich im Bücherdschungel ihre ganz eigene Ordnung geschaffen. Ein Klick auf dem Computer verrät ihr, in welcher Schule welche Klasse welches Schulbuch verwendet. „Das schafft Ordnung in das Chaos“. Auch sie steht der Büchervielfalt kritisch gegenüber. „Die allermeisten Bücher sind so nach einem Jahr schon wieder veraltet. In Familien können die älteren Kinder ihre Bücher nicht mehr an die jüngeren Geschwister weitergeben, und wenn jemand umzieht, können die alten Exemplare wohl gleich in den Müll“, meint Marx.
An der Kasse der Ludwigsfelder Buchhandlung deckt Michaela Hackbart ihren Sprössling Laurin gerade für das neue Schuljahr ein. Bei den Schulbüchern verlässt sich die Mutter blind auf den Bestellzettel der Schule. „Darauf ist zum Glück Verlass.“ Die alten Bücher des Viertklässlers hortet Michaela Hackbart ganz akkurat zu Hause in einer Kiste. Jedes Jahr schwillt diese ein bisschen mehr an. Bald wird auch ihr zweiter Sohn eingeschult, dann wird es womöglich noch enger in der Kiste. (Von Christina Bauermeister)
Nur noch wenige Wochen, dann sind die Tage wieder länger als die Nächte. Der Abgesang des Winters wird am Himmel durch einen gut zu beobachtenden Wettlauf zwischen den Planeten Venus und Jupiter begleitet. Auch Mars und Saturn sind zunehmend besser zu sehen. Und man kann den Orionnebel genauer beobachten, ein Lieblingsobjekt der Hobby-Astronomen. Denn man schaut in einen „Kreißsaal“ für Sterne.
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