POTSDAM / MITTE - Die gute Nachricht zuerst: keiner der 88 Abgeordneten ist beim Einnicken beobachtet worden oder gar mit Nichtpräsenz bedacht. Die neue Ausstellung im Foyer des Brandenburger Landtags beleuchtet das politische Tagesgeschäft der Mandatsträger auf eine ganz einzigartige und liebevolle Weise, so dass zur gestrigen Eröffnung nicht nur die obligatorischen Vertreter der Fraktionen erschienen, sondern ein regelrechtes Gewimmel von neugierigen Abgeordneten herrschte. Jeder wollte sein persönliches Konterfei entdecken.
Denn die Ausstellung, die leider nur bis Freitag zu sehen ist, besteht aus Keramikfiguren, die von Kindern in elf Einrichtungen aus ganz Brandenburg gefertigt wurden. Jede von ihnen verkörpert einen Abgeordneten, der auf einem Stühlchen vor seinem Tisch sitzt. Die Sitzordnung entspricht genau der im Sitzungssaal, vorn die Ministerriege mit Ministerpräsident Matthias Platzeck in der Mitte.
Ingo Wellmann vom Vorstand der Landesarbeitsgemeinschaft der Jugendkunstschulen, erläuterte den gesellschaftspolitischen Ansatz dieses Projektes. Die Kinder hätten sich mit dem Thema „Parlament“ zwanglos auseinandersetzen können.
Diese Erfahrung machte auch Eva Kowalski vom Offenen Kunstverein Potsdam. Acht Abgeordnete, darunter Steeven Bretz, Axel Vogel, Detlef Baer und Klara Geywitz, entstanden dort in einem Keramikkurs mit Kindern. Während der Arbeit habe es gute Gespräche gegeben: Was macht ein Abgeordneter, wie arbeiten sie und wie sieht das da aus im Landtag?
Das Ergebnis aller zusammengesetzten Figuren an den einheitlichen Stühlchen, der Übersicht halber farblich den Fraktionen angepasst, kann sich sehen lassen. Das ganze Bild ergibt eine schöne Einheit, und dennoch ist jede Figur für sich ein Individuum – wie im richtigen Leben. Die meisten Abgeordneten waren als aufmerksame Zuhörer in Ton geformt, der eine in Schlips und Kragen, der andere leger. Barbara Richstein war etwas empört, warum man sie mit Telefon am Ohr erwischt hatte – Sören Kosanke deutete dieselbe Haltung als Denkerpose. Steeven Bretz meldet sich wie ein Schulkind zu Wort („Das müssen wir aber gar nicht“, klärte Fraktionskollegin Richstein auf). Am anderen Ende des Flügels sitzen Gerrit Große mit entsetztem Blick und so manche Frau mit Rubens’scher Fülle. Hans-Jürgen Scharfenberg ist das egal, mit verschränkten Armen locker zurückgelehnt ist er gut getroffen.
Die Künstler-Kinder vom Haus am Anger in Falkensee haben unter anderem Ursula Nonnenmacher kreiert, und die Tulpe in ihrer Hand zeugt vom Beliebtheitsgrad der Lokalpolitikerin. Die Minister kommen teils sehr karikiert daher: Günter Baaske mit Supermanschultern, Rainer Speer schon leicht abgewirtschaftet, Helmuth Markov arg geschrumpft. Dafür aber Ministerpräsident Platzeck: Im schmucken Anzug, aufrechte Haltung, und kein einziges graues Haar. (Von Steffi Pyanoe)
Nur noch wenige Wochen, dann sind die Tage wieder länger als die Nächte. Der Abgesang des Winters wird am Himmel durch einen gut zu beobachtenden Wettlauf zwischen den Planeten Venus und Jupiter begleitet. Auch Mars und Saturn sind zunehmend besser zu sehen. Und man kann den Orionnebel genauer beobachten, ein Lieblingsobjekt der Hobby-Astronomen. Denn man schaut in einen „Kreißsaal“ für Sterne.
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