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potsblitz | 30.08.2010, 18:37
Ministerpräsident Platzeck
Der Mann ist einfach gut!
Er spricht neben den positiven auch die negativen Aspekte zum Anschlußprozess an.
Er hat auch eine vernünftige Forderung für die Zukunft.
Daß die Politchristen emotional an der Rückschau Platzecks herumnörgeln, ist zu verkraften.
Sie vergessen, daß ein guter Fahrer gelegentlich in den Rückspiegel sieht.
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waldrand2 | 30.08.2010, 23:08
Die Widerwertigkeit des Herrn Platzeck
Bravo, Herr Ministerpräsident, Sie haben es mit Ihren unsäglichen Ausführungen geschafft, dass auf die Einheit in den Köpfen der Deutschen noch weitere zehn Jahre gewartet werden darf.
Im ursprünglichen Interview im SPIEGEL haben Sie neben anderem Unsinn behauptet, den Ossis werde kein Respekt entgegen gebracht. Das ist auch richtig so, denn wenn ein ostdeutscher Ministerpräsident die Vereinigung der beiden Deutschen Staaten als "Anschluss" bezeichnet, so wirft er der "alten" Bundesrepublik vor, sie habe genau so gehandelt wie der Nazi-Staat im Jahre 1938 als dieser sich Österreich verbrecherisch einverleibte.
Leute, die die Nazi-Diktion bewußt zur Diffamierung benutzen, verdienen jedoch keinen Respekt, Herr Platzeck!
Nur zur historischen Aufklärung derjenigen Brandenburger, die heute 27 Jahre und jünger sind: Das hysterische Gebrüll, "Wir sind ein Volk", mit dem die Vereinigung gefordert wurde, erschallte in der damaligen DDR und nicht in der Bundesrepublik.
Dass derjenige westdeutsche Politiker, der damals am entschiedensten gegen die Vereinigung gekämpft hat, später einer der Vorsitzenden der genuinen Ostpartei wurde - Oskar Lafontaine - muss man sich auch einmal auf der Zunge zergehen lassen.
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garfield | 30.08.2010, 23:39
Fehler im Vereinigungsprozess
Lieber Herr Platzeck, als gelernter Wessi und SPD-Anhänger musste ich doch herzhaft über diese Rückschau lachen. Ich lebe seit einigen Jahren sehr gerne in Brandenburg und kann versichern, dass die wenigsten im alten Westen überhaupt wussten was in der alten DDR vor sich ging. Nur Ewiggestrige haben den Staat mit seinen Bürgern und die Stasi als eine Einheit gesehen. Es wurde sehr wohl auch nach der Wende differentiert. Aber welche Geste sollte denn kommen....wie sollte die Aussehen? Etwa, ach das tut uns aber leid, dass jeder vorher lesen und hören konnte was passieren würde und trotzdem den bewussten Lügen von Herrn Kohl gefolgt ist? Einige Menschen, besonders "Oskar" haben klar und deutlich geagt "das ist eine Aufgabe für Generationen". Keiner oder besser viele wollten dass nicht hören. Was Kapitalisten anrichten, wenn sie nicht mehr kontrolliert werden, konnte jeder (auch im Westfernsehen) mitverfolgen.
Den grünen Pfeil übrigens können auch viele "Einheimische" nicht.
Wichtig währe im Moment nicht über eigene Fehler und die der Anderen zu lamentieren, sondern endlich eine Einheit (aller Menschen in diesem Land) gegen Machtgeilheit und politischem sowie wirtschaftlichem Größenwahn (siehe Stutgart21) zu bilden. Wenn wir Bürger es zusammen schaffen, Ihnen und der völlig abgehobenen Klasse der Wirtschaftsbosse, klar zu machen, dass wir uns nicht mehr gegeneinander aufhetzen lassen, brauchen wir nicht mehr an gestern zu denken.
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bachseba | 31.08.2010, 08:19
kommunistische Anschlussrhetorik
Da ist er also, der ideologische Schulterschluss des präsidialen Lächlers mit den Revanchisten von der SED/PDS/Linke. Die Rhetorik des Anschlusses war schon unter Stolpe aus bekannten Gründen en vouge, jetzt braucht Platzeck sie, um eine erfolglose Politik mit den Ex-Kommunisten mit Phrasen zu übertünchen.
"Gnadenlose Deindustrialisierung" war zuerst die Folge einer flächendeckenden Misswirtschaft des DDR-Plansystems geprägt durch Resssourcenverschleuderung, Umweltzerstörung und massive Ausbeutung (man sehe sich mal die Löhne und die Gesundheit von DDR-Industriearbeitern an!). Sie war quasi eine flächendeckende Pleite, was überlebensfähig war, überlebte nach Restrukturierung auch.
Arbeitslosigkeit gab es nicht aber es gab politisch verfolgte ohne Arbeit, es gab sinnlose Jobs und es eine Struktur der Arbeit, die nicht den wirtschaftlichen Effekt zum Ziel hatte. Auch sinnlose Beschäftigung ist entwürdigend. Und es gab massenhaft Arbeit bei bewaffneten Organen und Staats- und Parteiapparat, die nur den Zweck verfolgte, das Unterdrückungsregime am Leben zu erhalten.
Und es gab den flächendeckenden Verfall der Städte, die Massenflucht der Menschen, die Überwachung, das Eingesperrtsein, die Zensur.
Und - um die Anschlussthese zu widerlegen - es gab eine breite Volksbewegung zur Wiedervereinigung (von einigen linken Illusionisten abgesehen). Klar wäre eine Volksabstimmung besser gewesen, dann würden wir uns das Anschlussgeschwätz heute nicht anhören müssen.
An einem Punkt ist P. aber Recht zu geben: Die Bundesregierung gehört vollständig in die Bundeshauptstadt. Die rheinische Provinzstadt Bonn hat genug von der deutschen Teilung und ihren Folgen profitiert.
Schade aber insgesamt, dass der Ministerpräsident wieder beginnt, wie sein Vorgänger antiwestliche Ressentiments bei den Brandenburgern zu schüren. Das ist angesichts der großen Unterstützung schändlich.
Vorbeugende Anmerkung: Dies schrieb einer, der die DDR von Geburt an in Brandenburg lebt, also kein Wessi.
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Eierdieb | 31.08.2010, 10:02
Wahrheit
Natürlich hat der Ministerpräsident recht.Noch heute gibt es Deutsche 1. Klasse,2. Klasse und 3.Klasse.Seit 20Jahre warten viele Menschen auf die Wiedervereinigung.
Dazu noch der Spruch eines Doktor Kohl,niemanden wird es schlechter gehen.Liebe CDU und FDP Leutchen geht mal hin zu den Tafeln,Spendenläden und Suppenküchen.Menschen können sich nicht einmal Zahnersatz leisten,Bürger überlegen am Monatsende ob sie sich Grundnahrungsmittel oder Medikamente kaufen.
Die Würde des Menschen ist unantastbar,leider nicht im heutigen Deutschland.
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Steffen | 31.08.2010, 11:17
AW:
Erzählen Sie doch nicht so einen Quatsch von Hunger und Armut. Als ob sich ein DDR-Mindestrentner neue Kleidung oder gar Schuhe hätte leisten können, wenn er nicht irgendwas Abgelegtes von der Westverwandtschaft bekam, von ordentlichem Zahnersatz ganz zu schweigen.
PS: Leerzeichen sind kostenlos. Von denen könnten Sie zwecks besserer Lesbarkeit ruhig ein paar verwenden.
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jdrsm2000 | 31.08.2010, 14:24
potsblitz
Ein guter Fahrer zeichnet sich aber auch dadurch aus, dass er ab und an mal die Lüftung einschaltet, oder gar das Fenster öffnet. Bei dem offensichtlichen Dunst in Ihrem Gefährt glaube ich eher, dass weder Ihr Blick nach vorn, noch der nach hinten, Ihnen brauchbare Erkenntnisse bescheren kann.
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Eierdieb | 01.09.2010, 05:40
Aha
Irgendwie scheinen sie mit geschlossenen Augen durch das Land zu gehen.
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garfield | 31.08.2010, 23:53
Die Widerwärtigkeit...
So wie sie offenbar das Interview von Herrn Platzeck nicht vollständig gelesen haben, ist Ihnen die Aussage von Oskar Lafontaine nicht wirklich bewusst geworden. Er hat nicht gegen die Vereinigung der beiden deutschen Staaten "gekämpft", er hat nur den Mut gehabt den bewussten Lügen des Herrn Kohl zu widersprechen. Wer hören wollte, konnte auch verstehen.
Mir ist es auch so ergangen. Erst habe ich mich geärgert über Platzecks Äußerungen, dann ist aber klar geworden, dass Kritik erlaubt sein muss. Die Frage ob der Westen sich dankbarer hätte zeigen müssen, bleibt sicher diskussionsbedürftig.
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Bachmann | 31.08.2010, 23:43
Herr Platzeck, hören Sie sich selbst mal zu!
Ausschnitte aus der Rede des Ministerpräsidenten am 31. August 2008 auf dem Landesparteitag der SPD in Königs Wusterhausen. Die Rede wirkt heute schizophren.
„Jetzt sind wir mal dran!“ – was ist das für eine Partei, die mit diesem Anspruch auftritt? Das ist immer noch dieselbe Partei, die uns vor zwei Jahrzehnten das Fiasko der abgewirtschafteten DDR hinterlassen hat. Das ist immer noch dieselbe Partei, die das Desaster angerichtet hat, mit dessen Folgen wir seitdem Jahr für Jahr zu kämpfen hatten. Es sind teilweise sogar noch genau dieselben Leute, die heute nassforsch verkünden: „Jetzt wollen wir auch mal!“
Aber: Es ist nicht ihr Land. Das neue Brandenburg, das moderne Brandenburg, das weltoffene Brandenburg, das zukunftsfähige und lebenstüchtige Brandenburg – das ist das Land seiner Bürgerinnen und Bürger! Sie und nicht die, die da jetzt auch noch ran wollen, haben Brandenburg seit 1990 aufgebaut! Und genau diese Aufbauleistung erkennt die PDS nicht an. Dabei gebührt gerade dieser Aufbauleistung der größte Respekt.
Wir wissen alle noch, wie grau und kaputt unsere Städte waren nach 40 Jahren SED-Herrschaft. Wir wissen alle noch, wie zerstört die Umwelt war in unserem Land nach 40 Jahren SED-Herrschaft. Wir wissen alle noch, wie marode die Straßen aussahen, wie giftig es roch in unseren Städten nach vier Jahrzehnten SED-Herrschaft. Wir wissen alle noch, welche Müdigkeit und Mutlosigkeit über unserem Land lag am Ende von 40 Jahren SED-Herrschaft.
http://politikindermitte.wordpress.com/2010/08/15/alles-schon-vergessen-ministerprasident-platzeck-vor-knapp-zwei-jahren/
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wiedje | 01.09.2010, 08:37
Platzecks Wiedervereinigung
Wenn jeder mal persönlich 20 Jahre zurück blickt, wird er wohl bei etwas selbstkritischer Betrachtung zu dem Schluß kommen: "Ach hätte ich mal, und wenn ich das nicht, hätte ich vielleicht das, und es wäre noch anders gekommen, wenn". Nur weiß auch jeder, daß dies überhaupt nicht weiterhilft, auch wenn man vermeintlich verpaßte Gelegenheiten noch so beweint. Eine historische Analyse von historischen Ereignissen sollten, dem Diesseits verpflichtete, Politiker getrost kompetenten Historikern überlassen. Herr Platzeck hat sich nun etwas verrannt, in der von Herrn Stolpe geerbten kleinen DDR. Mit dem damaligen Herrschaftsklüngel zu kungeln , ist sicherlich nur über eine gewisse Selbstverleugnung möglich. Nun sagte er ja nach ersten Kritiken, er habe sich auch in der DDR das Jubeln nicht verordnen lassen und würde es würderhin auch nicht tun. Na ja, von mir aus! Nur ist Herr Platzeck Ministerpräsident des Landes, in dem ich gerne lebe, es ist meine Heimat und ich bin froh, daß sie Teil Deutschlands ist. Politisch ist Brandenburg eine Katastrophe. Ich sehe weit und breit kaum ernst zu nehmende Leute und Platzeck, mit Verlaub von mir schon immer mit ?, nun auch nicht mehr. Die Linke mag ja eine demokratisch legitimierte Partei sein, aber deswegen koaliere ich doch nicht mit Leuten, die den Sozialismus wollen. Und sie wollen ihn, auch wenn sie sich noch auf dem Boden des Grundgestzes bewegen müssen. Ich würde mir von Herrn Platzeck tatkräftige Zukunftsvisionen wünschen. Ich würde mir wünschen, daß er für die wirtschaftliche, industrielle Entwicklung des Landes streitet, daß die Regierung für das Land wichtige, auch finanziell wichtige Wirtschaftsprojekte durchsetzt. Im Moment geht es doch nur um soziale Projekte, die Geld kosten. Und nun geht alles nicht, und nun ist der Einigungsvertrag schlecht und die anderen sind mal wieder schuld. Herr Platzeck, Sie haben mir wirklich Mut gemacht. Bloß gut, daß ich auf Sie nicht gewartet habe.
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uhura | 01.09.2010, 10:28
Bei Herrn Platzeck soll wohl nichts zusammenwachsen, was zusammen gehört
Nach 20 Jahren geht Platzeck ohne Not ein Regierungsbündnis mit den SED/PDS-Nachfolgern ein. Für viele Brandenburger, so auch für mich, die 1989 für eine freiheitliche Demokratie auf die Straßen gingen, war und ist dieser Schritt ein Schlag ins Gesicht! Mit seinen aktuellen Aussagen trägt Platzeck dazu bei, wieder emotionalen Neid zwischen Ost und West zu schüren. Sie tragen auch nicht dazu bei, die in der Tat bei vielen noch vorhandene geistige „Mauer“ endgültig zu überwinden. Platzecks Kritik an den „DDR-Anschluss“ zur alten Bundesrepublik hat mich veranlasst einmal zu recherchieren, welche persönliche und politische Rolle der zur Wendezeit schon bekannte Umweltapostel hinsichtlich des damaligen Beitrittswillens der gesellschaftlichen Mehrheit spielte. Mit Erstaunen musste ich feststellen, dass Herr Platzeck als führendes Mitglied eines Bündnisses von Umweltschutzgruppen (Grüne Liga) und deren Abgeordneter, in der historischen Plenarsitzung der DDR-Volkskammer am 23. August 1990 dem Beitrittsbeschluss zur Bundesrepublik nicht (!) zugestimmt hatte. Schlimmer noch: Er hielt es nicht einmal für notwendig, dem namentlichen Abstimmungsprozedere im Plenarsaal beizuwohnen. Politisch wäre er danach wohl schnell auf einem Abstellgleis geraten, wenn er nicht in die SPD eingetreten wäre. Denn erst unter Stolpe machte er sich als „Deichgraf“ unter später als Kronprinz einen Namen. Auch wenn ich persönlich den SPD-Genossen nicht nahe stehe, stimme ich heute wie damals zur Wendezeit dem historischen Ausspruch von Willy Brandt uneingeschränkt zu: „Jetzt wächst zusammen, was zusammen gehört!“ Durch die derzeitige „Anschluss“-Kritik haben ich und möglicherweise auch andere Leser dieser Zeitung den Eindruck, dass Herr Platzeck sich kaum oder garnicht mit dieser Wiedervereingungssymbolik von Willy Brandt in den letzten zwei Jahrzehnten identifiziert hat und ihm auch künftig nicht viel daran liegt.
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wollf2005 | 01.09.2010, 13:55
Klartext
Mit seiner kritischen Bestands-aufnahme hat MP Platzek natürlich recht und hebt sich wohltuend von dem unkritischen Jubiläumsgeläut ab.Es ging vor 20 Jahren um den Anschluss der DDR.Die Zerschlagung des Osten hatte nichts mit Wirtschaftskraft zu tuen,sondern mit dem Wüten der Treuhand die die gnadenlose Privatisierung in kürzster Zeit über die Bühne zog. Ganze Generationen wurden im Osten aus dem Arbeitsprozeß ausgegliedert und haben bis zur Armutsrente nie wieder einen Betrieb von innen gesehen. In der Tschechei mit gleichen Umbrüchen sind heute noch über 85% der damaligen Betriebe existend( Osten ca.5%).
Wenn ich von verdeckter Arbeits-losigkeit in der DDR lese, habe ich ständig den Eindruck das das heutige Elend einfach nur relativiert werden soll. Heute ist Arbeitslosigkeit eine existenz - vernichtende Gefahr, die die meisten Menschen von ersten bis zum letzten Tag im Arbeitsleben begleitet. In der DDR gab es kein Arbeitslosengeld, kein Hartz 4, keine Minijobs,keine ein Eurojobs, keine Leiharbeit zu Dumping- preisen, keine Suppenküchen und keine Obdachlosen, keine Personal- chefs die noch nie eine arbeitenden 50 jährigen gesehen haben. Was natürlich richtig ist, auf diesen Gebieten hat die "Wiedervereinigung" restlos geklappt. Die o.g. gesell- schaftlichen Probleme bestehen sowohl in Ost wie in West.
Zur Wendezeit hatten die meisten Bürger der DDR die funktioniernde soziale Marktwirtschaft vor den Augen, als es um gesellschaftliche Umgestaltung ging. 20 Jahre nach dem Anschluss können wir das Thema "knicken".Noch kurz zum Thema Demokratie. Da soll ja was vom Volke ausgehen. Vor kurzen, hat sich die Kanzlerin dazu geäußert. Mit den Mehrheitmeinungen in der Bundesrepublik zum Thema Afganistan und Altersrente 67 konfrontiert,war von ihr singemäß zu hören "wenn es danach ginge hätten wir keine Altersrente 67 und kein Soldaten in Afganistan".
Besser kann man das Thema Demokratie nicht erklären. Danke Kanzlerin.
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Cohen777 | 01.09.2010, 14:01
Grundnahrungsmittel
Jaja,es ist ja auch allgemein bekannt dass Deutschland die meissten Hungertoten auf der Welt vorzuweisen hat.
Seltsam nur dass oftmals noch genug Geld für Zigaretten und Alkohol vorhanden ist...
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rjaeck | 02.09.2010, 00:29
Ganz nüchtern betrachtet
hat Platzeck recht: Es war ein Anschluß (offiziell Beitritt). Warum hier der Vergleich zum Anschluß Österreichs an das Deutsche Reich 1938 herangezogen wird, kann wohl nur dadurch erklärt werden, daß die Anwendung von Begriffen, die öffentlich in der Nazizeit verwendet wurden, heute zunehmend verpönt ist, obwohl die Wörter an sich unpolitisch sind - Eva Herman und die Autobahn lassen grüßen.
Abgesehen von diesen abstrusen Wortspielereien:
Welche Alternative zum Anschluß/Beitritt hätte denn die untergehende DDR 1990 gehabt?
Behutsame Annäherung an die BRD? Die Wanderungsbewegungen von Ost nach West, die ökonoomische Katastrophe und eine schwache Führung durch die erste frei gewählte DDR-Regierung setzten den Rahmen. Bei allem Respekt vor den Bürgerbewegten, zu denen Platzeck damals gehörte - mit Idealismus und "runden Tischen" konnte sich die DDR 1990 nicht gegen die ökonomische Macht des Westens auf Augenhöhe behaupten.
Versuche, die DDR zu reformieren, hätten mit dem Wiederaufbau der Mauer einhergehen müssen, sonst wäre der Exodus noch größer geworden. Die Folge wäre Bürgerkrieg. Es war doch die Mehrheit der Bevölkerung der DDR, die nach der D-Mark und dem schnellen Anschluß rief. Ja, es fand eine massive Deindustrialisierung statt, schon damals wurden die westdeutschen Banken zu Lasten der ohnehin maroden mitteldeutschen Industriebetriebe staatlich gestützt; findige "Aufbauhelfer" haben sich eine goldene Nase verdient, West-Schrott wurde gewinnbringend an die "Ossis" verhökert.
Dennoch gab es keine Alternative, sofern man nicht Bürgerkieg oder ein weitgehend entvölkertes Teil- Deutschland favorisierte. Der wirtschaftlich Schwächere hatte dem Stärkeren wenig entgegenzusetzen - und aus heutiger Sicht ist es gut, daß es so gekommen ist.
Wir hatten 20 Jahre Zeit, das Beste daraus zu machen - und was macht Herr Platzeck? Er holt die SED-Nachfolger in die Regierung und jammert über eine vor 20 Jahren n i c h t vertane, weil unrealistische Chance.
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klein1062 | 02.09.2010, 09:34
Deutscheeinheit
Hallo,
bevor man Diskutiert solle man sich erst einmal klar werden, war es ein Beitritt oder ein Anschluss. Bei den Vereinten Nationen ist keine Bundesrepublik Deutschland Mitglied. Wenn also Brandenburg der Bundesrepublik Deutschland, beigetreten ist oder Brandenburg sich der Bundesrepublik Deutschland, angeschlossen hat, dann wäre die vergrößerte Bundesrepublik Deutschland immer noch bei den Vereinten Nationen Eingetragen! Dem ist nicht so. Bei den Vereinten Nationen steht,-beide Deutschen Staaten haben sich vereinigt und bilden einen souveränen Staat und dieser Staat heißt Deutschland, also Staat-Deutschland und Deutschland ist Mitglied der Vereinten Nationen.
-- Die Deutsche Demokratische Republik und die Bundesrepublik Deutschland wurden am 18. September 1973 Mitglieder der Vereinten Nationen. Durch den Beitritt der Deutschen Demokratischen Republik zur Bundesrepublik Deutschland am 3. Oktober 1990 haben sich die beiden deutschen Staaten vereinigt und bilden einen souveränen Staat. http://www.unric.org/de/pressemitteilungen/4116
Demnach ist Brandenburg kein Land einer Bundesrepublik Deutschland. Das sollte erst einmal bedacht und nicht Ignoriert werden, bevor man hier über Brandenburg oder Bundesrepublik spricht.
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jdrsm2000 | 02.09.2010, 17:13
Ganz, ganz großes Kompliment für klein1062
Eigentlich war ich bis gestern noch fest davon überzeugt, dass die Abstrusität, mit der dieser Erguss unseres MP glänzt nicht mehr zu toppen ist. Seit Ihrer staatsrechtlichen Expertise bin ich mir da nicht mehr ganz so sicher. Also um es mal kurz zu machen: Das Grundgesetz sah zwei Möglichkeiten vor. Das war die Wiedervereinigung oder alternativ der Beitritt. Von Anschlüssen ist und war da nie die Rede. So etwas regeln z.B. die Abwasserverbände oder sonstige Versorger qua Satzung.
Man entschied sich für den Beitritt, weil er die schnellste Lösung war. Und das nicht, weil die Bundesrepublik es nicht erwarten konnte, sich die DDR einzuverleiben, sondern man kapitulierte damit vor unzähligen scharrenden Füßen in der DDR, die nicht mehr warten wollten. Vielleicht erinnern Sie sich noch..."Kommt die DM nicht nach hier, geh'n wir zu ihr!" Ein Vereingiugnsprozess hätte ungleich länger gedauert, mit den doch leicht abzuschätzenden Folgen. Überdies war für den Beitritt nur der Beschluss der Volkskammer erforderlich. Ich bin mir durchaus im Klaren darüber, dass der eine oder andere "Bürgerrechtler" von damals sich nicht mehr so gern daran erinnert und lieber wieder Schutz in den Armen der Ex-PDS sucht, um sich da so schön annektiert zu fühlen. Wie dem auch sei, es war ein Beitritt. Damit ist die DDR unter- und in der Bundesrepublik aufgegangen. Und wenn die UNO heute von Deutschland spricht, dann nur, weil es nur noch die Bundesrepublik Deutschland gibt und die früheren Unterscheidungmerkmale nicht mehr erforderlich sind. Sie müssen wirklich nicht diskutieren. Das Land Brandenburg gehört zu den Ländern, die die Bundesrepublik Deutschland bilden. So ganz bekommen Sie das mit der föderalistischen Struktur unseres Landes noch nicht auf die Reihe, gell?
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jdrsm2000 | 02.09.2010, 17:28
Klasse Beitrag
Besser als Sie kann man die DDR nicht beschreiben, vor allem so umfassend. Sie haben sich eine Belohung verdient. Springen Sie in Ihre Levys, schmeißen Sie den Golf Gti an und gehen Sie irgendwo einen Whopper essen. Der Hunger im Magen führt ja weiter oben zu furchtbaren Verwerfungn. Und vielleicht, wenn Sie ganz großes Glück haben, finden Sie zwischen Whopper und Apfeltasche noch einen Typen, der Ihnen nicht nur erzählt, was es in der DDR nicht gab, sondern auch noch das, was es gab.
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Friederich | 06.09.2010, 09:58
Anschluss an die Realität
Möchte der Chef der Regierung eines Bundeslandes als Privatier im Wolkenkuckucksheim weiter über verpasste, nie dagewesene Chancen sinnieren? Oder möchte er die Realität und seine Aufgabe als Chef der Regierung eines Bundeslandes wahrnehmen und Anschluss an die Gegenwart gewinnen?
Wenn Herr Platzeck schon vergleicht, dann bitte richtig: Ausgehend von der gleichen Struktur stehen Sachsen und Thüringen in Bildungsvergleichen heute regelmäßig an der Spitze aller Bundesländer, Brandenburg bildet ebenso regelmäßig das Schlusslicht.
Brandenburgs Landeshauptstadt soll laut Bundesfinanzministerium pro Hektar Grenzgrundstücke mehr als eine Million € zahlen, während Thüringen soeben 3600 Hektar Grenzgrundstücke für 520 000 € übernommen hat, pro Hektar also 14 € gezahlt hat. Hier bietet sich ein breites Betätigungsfeld zur Unterstützung der eigenen Landeshauptstadt. Die Aktivitäten dieser Landesregierung zur Verfolgung der Landesinteressen erscheinen - auch im Ländervergleich - durchaus ausbaubar.
Man kann die Platzeckschen Überlegungen ruhig weiterspinnen: Wie hätte die nicht angeschlossene DDR nach der Staatspleite ohne Vereinigung mit Reisefreiheit wohl ausgesehen? Wann hätten alle Nachfolgestaaten der Sowjetunion der Vereinigung zugestimmt? Was hätten die verbliebenen aserbeidschanischen, georgischen, armenischen, tschetschenischen Truppen in Millionenstärke bis dahin mit ihren Waffenarsenalen veranstaltet?
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Anwalt | 07.09.2010, 11:28
Brandenburg ein Sonderfall
Jetzt kann nachvollzogen werden, warum Brandenburg im Vergleich zu allen anderen Ländern im Beitrittsgebiet so schlecht abschneidet. Jetzt wird klar, warum die Rechtsaufsichsbehörde bei gröblichsten Verstößen gegen das im Grundgesetz verankerte Rechtsstaatsprinzip über mehr als 14 Jahre nicht eingeschritten ist und heute noch schläft. Jetzt wird klar, warum bei Körperschaften des öffentlichen Rechts aus Wahlen völlig ohne existierende Wahlordnung wirksam Gremien hervorgegangen sein sollen.
Die Brandenburger "Politikerklasse", wie sie sich zunehmend in öffentlichen Diskussionen bezeichnet, wollte den Beitritt zur Bundesrepublik gar nicht. Bislang konnte dies aus Gründen bestehender Regierungskoalitionen wohl so nicht formuliert werden. Seit die Regierung in Brandenburg jedoch aus SPD und der Linken besteht, ist jegliche Scham verflogen!
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Baldauswanderer | 07.09.2010, 16:25
waldrand "das hysterische Gebrüll..."
Sie wollen geschichtlich korrekt aufklären?
Ob hysterisch gebrüllt oder mit der Kraft der neu gefühlten Macht der einigen Massen heraus gerufen, das glaube ich schon unterscheiden zu können. Vor allem aber was gerufen wurde. Nämlich "wir sind das Volk"! Am Waldrand mag es ja anders gewesen sein, ich aber habe eine Montags-Demo erlebt, da liefen in den vorderen Reihen Demonstranten mit hessischem und badischem Dialekt und forderten lautstark "Deutschland einig Vaterland" während weit hinter ihnen noch immer "wir sind das Volk" erschall.
Ich finde, dass man jede Analyse sachlich betreiben und korrekt auswerten sollte. In so weit hat Platzeck recht, was die Deindustrialisierung des Ostens betrifft. Es hätte theoretisch auch Alternativen zu dem gegeben, was damals ablief. Theoretisch, denn praktisch hätte es in dem einen oder anderen Fall bedeutet, Wettbewerb zu dulden oder gar zu stärken und zu somit zu verzichten.
So weit, das auf zu zeigen, traut sich Platzeck als etablierter Selbstdarsteller jedoch nicht aus der Deckung. Ist er doch Teil des Ganzen, was heute mehr oder weniger sinnig regelt und reglementiert.
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Cohen777 | 08.09.2010, 16:37
Montagsdemos
Genau, es waren zum grössten Teil Leute aus dem Hessischen und Badischen Landkreisen, die die Montagsdemos in der damaligen DDR in den vordersten Reihen angeführt haben!
Danke für diese historische Richtigstellung.