BRIEST - Der Zeitplan für den Bau einer der weltgrößten Solarparks gerät gehörig durcheinander. So hat der Solarzellenhersteller Q-Cells aus Thalheim bei Bitterfeld alle Vorbereitungen für das erste Baufeld auf dem ehemaligen Flugplatz Brandenburg-Briest gestoppt. Die ersten Module auf Briester Gemarkung sollen nun erst im Frühjahr 2011 aufgestellt werden.
Grund für die Verschiebung ist die ausstehende Baugenehmigung. „Wann das Ja der Behörden kommt, ist unklar. Das kann zwei oder noch fünf Wochen dauern. Für einen Baustart brauchen wir aber Zeit für die logistische Vorbereitung. Unser Management hat daher beschlossen in diesem Jahr nicht mehr mit den Arbeiten zu beginnen“, sagte Unternehmenssprecher Frank Strümpfe dem Landkurier auf Anfrage.
Q-Cells-Baumanager Karsten Tietz hatte eigentlich für Mitte April mit der Baugenehmigung für das Briester Baufeld gerechnet. Jetzt hat Tietz Havelsee-Bürgermeister Günter Noack über die Aussetzung der Investition informiert und sich für die gute Zusammenarbeit mit der Stadt Havelsee bedankt. Storniert wurde auch der Aufbau eines bereits genehmigten Umspannwerkes bei Tieckow, über das der Solarstrom in die 110-KV-Leitung von Eon eingespeist werden sollte. Die neue Entwicklung bedeute jedoch kein Abschied für immer, heißt es aus dem Hause Q-Cells. „Das Projekt steht nicht still. Wir wollen nun bis zum Jahresende die Baugenehmigung bekommen“, stellt Unternehmenssprecher Strümpfe klar.
In der Stadt Havelsee macht sich dagegen Enttäuschung breit. Der Briester Ortsbeirat und die Stadt Havelsee haben viel Aufwand betrieben, um den Bebauungsplan und den städtebaulichen Vertrag mit Q-Cells zügig unter Dach und Fach zu bringen. Außerdem gehen Havelsee für 2010 Gewerbesteuern verloren.
Für die Baugenehmigung ist der Landkreis Potsdam-Mittelmark zuständig. Der Grund für die Verzögerung liege jedoch nicht bei der Kreisverwaltung, so Vize-Landrat Christian Stein. Bisher liege nur ein Zwischenbescheid vom Landesumweltamt vor. „Ohne ein positives Votum ist keine Genehmigung möglich“, sagte Stein auf Nachfrage.
Beim Landesumweltamt will man sich nicht den schwarzen Peter zuspielen lassen. „Wir stehen in engem Kontakt zum Vorhabensträger. Auf Wunsch von Q-Cells selbst werden zusätzliche Prüfungen über den nötigen Umfang von Ausgleichsmaßnahmen angestellt. Für Havelsee sind wir da sehr weit. Für die Brandenburger Baufelder erwarten wir vom Investor allerdings einen geänderten Antrag“, sagte gestern der stellvertretene Referatsleiter Erik Paschke.
Q-Cells hat 270 000 Euro für den Artenschutz und Ausgleichsmaßnahmen im ersten Baufeld eingeplant – darunter auch für den Schutz der Zauneidechse. Neben der „Betriebsstätte“ Briest sind zwei Baufelder auf dem Territorium der Stadt Brandenburg vorgesehen, die zwei Drittel der Fläche des Solarkraftwerkes ausmachen. (Von Frank Bürstenbinder)
Nur noch wenige Wochen, dann sind die Tage wieder länger als die Nächte. Der Abgesang des Winters wird am Himmel durch einen gut zu beobachtenden Wettlauf zwischen den Planeten Venus und Jupiter begleitet. Auch Mars und Saturn sind zunehmend besser zu sehen. Und man kann den Orionnebel genauer beobachten, ein Lieblingsobjekt der Hobby-Astronomen. Denn man schaut in einen „Kreißsaal“ für Sterne.
» weiter