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09.09.2010

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WIRTSCHAFT: Heise ist ab Oktober Chef im TGZ

Bürgermeister verzichtet auf hauptamtlichen Geschäftsführer

RATHENOW - Einstimmig hat die Gesellschafterversammlung der TGZ GmbH in der vergangenen Woche den Leiter des Rathenower Wirtschaftsamtes, Norbert Heise, zum neuen Geschäftsführer im Technologie- und Gründerzentrum Havelland bestimmt. Darüber informierte der Bürgermeister der Stadt Rathenow, Ronald Seeger, am Dienstag die Mitglieder des Wirtschaftsausschusses. Die Stadt Rathenow ist Hauptgesellschafter der TGZ GmbH. Außerdem sitzt noch die Stadt Premnitz mit im Boot. Martin Tauschke, der bisher Geschäftsführer im TGZ war, hatte um die vorzeitige Auflösung seines Vertrages gebeten. „Ich hatte in Rathenow eine tolle und interessante Zeit und wir wollten hier einiges bewegen“, sagte Tauschke am Dienstag, nachdem Bürgermeister Ronald Seeger über die Veränderungen informiert hatte. Sein Ziel, im TGZ ein Zentrum für Biokraftstoffe zu entwickeln. In diesem Kontext entstand auch die Biogasanlage in Rathenow Heidefeld. „Allerdings hat uns die Bundespolitik hier einen Strich durch die Rechnung gemacht“, bedauerte Tauschke. „Trotzdem haben wir mit verschiedenen Seminaren das Thema vorangebracht.“ Tauschke wird Rathenow erhalten bleiben – als Geschäftsführer der Biogasanlage in Rathenow-Heidefeld.

Ronald Seeger dankte Tauschke nochmals für seine Arbeit und begründete zugleich, weshalb die Stelle nicht mit einem hauptamtlichen Geschäftsführer besetzt wurde. „Da müssten wir rund 80 000 Euro im Jahr bewegen und das ist ein Kraftakt, den wir nicht stemmen.“ Daher habe er, Seeger, in der Gesellschafterversammlung diese Lösung vorgeschlagen. Andrea Voßhoff, Vorsitzende des Wirtschaftsausschusses drängt nun darauf, dass das Thema TGZ schon bald im Wirtschaftsausschuss von allen Seiten beleuchtet wird. „Es ist und bleibt ein Sorgenkind der Stadt“, sagte sie am Dienstag. Jedes Jahr muss die Stadt Rathenow rund 100 000 Euro zusteuern, um das Defizit beim Betrieb des TGZ auszugleichen.

Eine Berechnung der Geschäftsführung im vergangenen Jahr hatte ergeben, dass die Einrichtung nur dann aus den roten Zahlen käme, wenn alle Flächen in dem Gebäude vermietet werden. Darauf hoffen aber noch nicht einmal die größten Optimisten in der Stadt.

Im Jahr 2013 läuft die Fördermittelbindung für das TGZ aus. Spätestens dann wird darüber zu reden sein, ob die Stadt sich dieses Unternehmen weiter leisten möchte. Ursprünglich waren Technologie- und Gründerzentren für junge Existengründer gedacht, die in den ersten Jahren ihrer Selbstständigkeit die kostengünstige Alternative im TGZ nutzen, um dann später in eigene Gebäude umzuziehen. So richtig funktioniert hat das nie. Und da wunderte sich niemand mehr, als der ehemalige Wirtschaftsminister Fürniß das TGZ öffentlich als „Bauchladen“ bezeichnete.

Im Wirtschaftsausschuss drängte am Dienstag auch der ehemalige Bürgermeister Hans-Jürgen Lünser darauf, über die Zukunft der Einrichtung in der Zeit nach 2012 intensiv nachzudenken. Lünser hatte vor rund 16 Jahren die Weichen für den Bau des TGZ Havelland gestellt – damals wurde die TGZ GmbH zusammen mit dem Landkreis Havelland und der Volksbank Rathenow betrieben.

Der Landkreis hat sich bereits vor einigen Jahren aus dem TGZ aktiv verabschiedet und beließ es bei bestimmten Projektzuschüssen.

Norbert Heise kenne das TGZ „wie seine Westentasche“, sagte Bürgermeister Seeger am Dienstag. Und: „Ich traue ihm diese Aufgabe zu.“ (Von Joachim Wilisch)


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