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23.02.2011

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VERKEHR: „Stammbahn“ endgültig Geschichte

Bahn zahlt 14 Millionen Euro für Einführungsbauwerk in Berliner Nord-Süd-Tunnel an Bund zurück

KLEINMACHNOW/BERLIN - Die erste Eisenbahnstrecke Preußens, auf der von 1838 bis 1945 die sogenannte Stammbahn verkehrte, ist endgültig Geschichte. Wie Bahnsprecher Gisbert Gahler gestern auf MAZ-Nachfrage bestätigte, sei unter die Pläne, die Stammbahn wieder aufzubauen, ein „Schlussstrich“ gezogen worden.

Deshalb habe das Unternehmen jetzt 14 Millionen Euro an den Bund zurückgezahlt. Dieser hatte die Summe für die Errichtung eines Einführungsbauwerks am Berliner Nord-Süd-Fernbahntunnel vorgestreckt, allerdings mit der Maßgabe, dass das Geld zurückerstattet werden müsse, falls die Stammbahn-Strecke nicht wieder aufgebaut würde.

Die Stammbahn fuhr einst von Berlin über Zehlendorf, Kleinmachnow-Düppel bis Potsdam und wurde später bis nach Magdeburg verlängert. Der Betrieb wurde 1945 eingestellt.

Nach der Wende gab es zahlreiche Initiativen, die Strecke, die in Teilen noch vorhanden ist, wieder zu beleben. Doch vor einigen Jahren ergab eine Nutzen-Kosten-Analyse, dass sie wirtschaftlich nicht mehr zu betreiben wäre. Außerdem, so Bahnsprecher Gahler, habe sich gezeigt, „dass die Stammbahn politisch nicht gewollt“ sei.

Das sieht der Kleinmachnower Gemeindevertreter Jens Klocksin (SPD) ähnlich. Als Landtagsabgeordneter hatte er sich vehement für den Wiederaufbau der Stammbahn eingesetzt, konnte sich damit im Verkehrsministerium aber nicht durchsetzen. „Gerade jetzt angesichts des erwarteten Chaos durch Avus-Sperrung und Sanierung an der Regionalbahnstrecke zwischen Berlin und Potsdam wäre die Stammbahn eine wesentliche Entlastung gewesen“, so Klocksin. Es sei eine traurige Tatsache, dass es bei der Verkehrsinfrastruktur zwischen Metropole und Umland nun weiterhin „erhebliche Defizite“ geben werde.

Auch für die abgespeckte Stammbahn-Variante, einer S-Bahn-Verbindung zwischen Zehlendorf und Kleinmachnow, sieht es augenscheinlich nicht gut aus. Berlin habe dieses Projekt in der aktuellen Verkehrsplanung nur als „mittelfristig realisierbar“ eingestuft, so Klocksin. „Was fehlt, ist ein Signal der Brandenburger Landesregierung, dass die Strecke gewollt wird.“ Eine Vorstudie hatte ergeben, dass die S-Bahn-Strecke wirtschaftlich zu betreiben wäre. Die Nutzen-Kosten-Untersuchung steht aber noch aus. Ob und wann die Länder sie in Auftrag geben, ist offen. Immerhin bewegt sich nun etwas am Teltower S-Bahnhof. Dort soll der Takt von 20 auf zehn Minuten verkürzt werden. „Wir werden in jedem Fall weiter darauf drängen, dass unsere Region endlich vernünftig an das Schienennetz angebunden wird“, so Klocksin.“ (Von Jürgen Stich)




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In diesem Forum gibt es 1 Eintrag

» stammbahn | 23.02.2011, 18:08

Ende der Stammbahn


Auch wenn verschiedene Befürworter der Stammbahn diesen Rückzug der Deutschen Bahn AG nicht so richtig nachvollziehen können, so zeugt es doch Seitens der DB, dass in diesem Unternehmen mit Recht nach wirtschaftlichen Belangen gehandelt wird. Auch ein Grund warum sich die Schutzgemeinschaft Stammbahn e.V. seit über 12 Jahren gegen einen Wiederaufbau ausgesprochen hat. In diesen Jahren hat sich die BI für einen sozial,- und umweltverträglichen Nahverkehr bei vielen Diskussionsrunden und politischen. Gesprächen eingebracht. Schon von anfangan hat die Aktionsgemeinschaft auf das finanzielle Wagnis hingewiesen. Bei eigenen Verkehrszählungen kam unsere BI zu identischen Zahlen, wie die der öffentlich in Auftrag gegebenen NKU -Studie. Allen die jetzt wohlmôglich einer Stammbahn nachtrauern, sei nur nochmal in Erinnerung gerufen, dass nun keine drei Schranken auf 1600 m ihren Dienst tun und ein "GRÜNES BAND" entstehen kann, dass für diese Region von unbezahlbaren Wert werden wird. Verkehrswegebau ist nicht automatisch Klimaschutz. Viele Kreterien sollten da schon "passen" und im Fall der Stammbahn paßte so einiges nicht. Dies hat die DB erkannt und somit ist es auch eine gute Entscheidung, den damit werden die öffentlichen Kassen und somit dem Steueruahler zugute kommen. Peer Hartwig Schutzgemeinschaft Stammbahn

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