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17.03.2011

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BILDUNG: Beschimpfungen – weltweit

Projektwoche zum „Cybermobbing“ in Kleinmachnower Grundschule

KLEINMACHNOW - Bei der Frage, wer bereits eine E-Mail-Adresse hat, schnellen fast alle Arme in der Klasse 6b der Kleinmachnower Seeberg-Grundschule in die Höhe. „Und wer von euch chattet regelmäßig in sozialen Netzwerken?“, will Polizeikommissarin Anja Alijew von der Präventionsabteilung der Potsdamer Polizei auch noch wissen. Wieder melden sich fast alle Schüler. Viele haben Erfahrung mit „Skype“, andere sind auf den bekannten Schüler-Plattformen aktiv.

Das Internet ist inzwischen nicht nur in den Kinderzimmern angekommen, es beherrscht zusehends das Leben der Heranwachsenden. „Oftmals unterschätzen die Kinder aber die damit verbundenen Gefahren“, sagt Anja Alijew. Zusammen mit ihrer Kollegin, Polizeiobermeisterin Diane Jende, hat sie deshalb an den Grundschulen in Kleinmachnow, Stahnsdorf und Teltow ein Pilotprojekt gestartet. Unter dem Motto „Sicher im Netz“ stand in dieser Woche das Thema „Cybermobbing“ im Mittelpunkt.

Einige Schüler haben das Mobbing im Netz schon selbst erdulden müssen. Schrieben Jugendliche früher „Uwe ist doof“ an eine Wand, finden sich solche Beschimpfungen jetzt im „World Wide Web“ und sind damit eben auch „weltweit“ zu sehen. Ein Junge der 6b will wissen, wie er Inhalte, die er selbst ins Netz gestellt hat, löschen kann. Sven Ronstedt, Inhaber einer Computerschule für Kinder und zuständig für die technischen Fragen des Präventionsprojekts, macht wenig Hoffnung: „Selbst wenn der Papierkorb auf dem Rechner gelöscht wird – die Daten sind deshalb leider noch lange nicht verschwunden.“

Um extreme Auswirkungen von Cybermobbing zu erfassen, haben sich die Kinder im Vorfeld den Film „Netzangriff“ angeschaut. Darin wird ein Mädchen zur Verzweiflung gebracht, weil intime Fotos von ihr gestohlen und ins Netz gestellt wurden. „Wir wollen den Kindern Methoden vermitteln, wie sie sich in solchen Fällen wehren können“, so Anja Alijew. Im Gespräch mit den Schülern kristallisiert sich dabei heraus: Erste Ansprechpartner sollten Erwachsene sein, denen die Kinder sich anvertrauen können, im besten Fall die Eltern. In einer eigenen Veranstaltung wurden diese vor der Projektwoche ebenfalls für das Thema sensibilisiert. Im äußersten Fall bleibt immer noch eine Anzeige bei der Polizei: Cybermobbing gilt als Körperverletzung und ist damit strafbar. (Von Jürgen Stich)


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