RIBBECK - Ribbeck erhält ein Theater. Frischlings Theater der Frische. Bei dem Namen schwant es einem: Das ist kein gewöhnliches Theater. Theaterdirektor, Impresario, Intendant, Regisseur, Schauspieler, Tänzer, Clown und Platzanweiser in diesem Theater ist Gernot Frischling.
Der wohnt seit fünf Jahren im alten Ribbecker Pfarrhaus mit Frau und inzwischen vier Kindern. Jetzt macht er seinen Probenraum zum Mini-Theater. Eigentlich zu einer Probebühne, denn bauliche Auflagen machen ein richtiges Theater für das Künstlerpaar unbezahlbar.
Etwa dreißig Plätze fasst der Raum, fünf mal fünf Meter misst die Bühne. Aber die Fläche ist für Gernot Frischling fast nicht so wichtig wie die Höhe. Mit 3,50 Metern zwischen Boden und Decke ist für den Tänzer genug Platz, auch für höhere Ambitionen.
Das ist nicht immer so, wenn Gernot Frischling arbeitet. Auf allerlei Großtheatern und Kleinbühnen ist er schon aufgetreten. „In einen Scheinwerfer bin ich mal gesprungen“, erinnert er sich an einen schmerzhaften Höhenflug. Wird ihm in Ribbeck nicht passieren. Der Raum ist auf ihn zugeschnitten, das ist ein Theater, in dem die Bühne größer ist als der Zuschauerraum. Das ist nur eine der vielen Ungewöhnlichkeiten. Denn Gernot Frischling steht für eine originelle Mischung aus Tanz, Comedy, Pantomime, Kabarett und Musik.
Er selbst kam in Westberlin zum Ballett, geriet an den Pionier des choreografischen Tanzes Hans Kresnik, tanzte Andreas Baader ebenso wie den König von Frankreich, war Nazi-Scherge und Schafhirte, wurde schließlich Ernst Jünger an der Berliner Volksbühne. Irgendwann schlug das komische Element durch, Frischling kreierte die Tanzcomedy. Die ungewöhnliche Mischung soll dem Besucher nun in Ribbeck eine Stunde bieten, die die Sinne erfrischt. Bewegen und beleben, so das Konzept dieser neuen Veranstaltungsreihe. Frischling will auf der Bühne wieder mehr zeigen, was er kann. Das sind neben seinen urkomischen Nummern auch solche, in denen sich eine eigene Poesie entfaltet, weil nicht Lacher auf Lacher folgt. Wer Frischlings Stücke kennt, etwa „Der Bohrschrauber“, der weiß, dass er Komisches und Melancholisches gekonnt verbinden kann.
Auf der eigenen kleinen Bühne will er Dinge ausprobieren. Reine Pantomimestücke neben witzigen Nummern mit viel Text – all das wird es geben. Gestern wurde der Raum erstmals bespielt, für die nächsten Sonntage steht schon ein Programm. „Es sind viele Besucher im Ort, die schlendern umher und kommen auch an unserem Haus vorbei. Da ist ein Ein-Stunden-Programm vielleicht ein interessantes Angebot“, schildert Gernot Frischling die Besucher-Zielgruppe. „Wenn keiner kommt, dann proben wir eben allein“, sagt er in seiner unerschütterlichen Art.
Wir, das sind am 27. März Gernot Frischling und Martin Betz. Betz spielt, reimt und singt, Frischling tanzt und pantomimt gewissermaßen. Am 4. April tritt der Hausherr mit Bert Rex auf, der Humor mit Zauberei verbindet.
„Professor Hand & Dr. Fuß“, am Sonntag, 27. März, 17 Uhr in Frischlings Theater der Frische, im havelländischen Ribbeck Am Birnbaum 7, Platzreservierung unter Telefon 0177-384502. (Von Marlies Schnaibel)
Nur noch wenige Wochen, dann sind die Tage wieder länger als die Nächte. Der Abgesang des Winters wird am Himmel durch einen gut zu beobachtenden Wettlauf zwischen den Planeten Venus und Jupiter begleitet. Auch Mars und Saturn sind zunehmend besser zu sehen. Und man kann den Orionnebel genauer beobachten, ein Lieblingsobjekt der Hobby-Astronomen. Denn man schaut in einen „Kreißsaal“ für Sterne.
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