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28.06.2011

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TANZEN: Kreativität, Training und die Glückszahl 7

Hip-Hop aus Bad Belzig erfolgreich

BAD BELZIG - Eine kurze freundschaftliche Begrüßung und schon hallen flotte Rhythmen durch den Saal. Die Belziger Hip-Hop-Tanzgruppe „Evolution 7“ probt. Nach einer kurzen Aufwärmung geht es in die Aufstellung und die neue Choreografie wird aufs Penibelste ausgebaut.

Das heute zwölfköpfige Ensemble entstand im Sommer 2010 mit ursprünglich neun Akteuren. Über Kurse wurden Talente und Enthusiasten an die Hip-Hop-Tanzform herangeführt und gefördert. Daraus ging die Gruppe „Evolution 7“ hervor. „Der Name ist ein Zufallsprodukt, bedeutet Entwicklung und ist kombiniert mit der Glückszahl sieben“, erklärt Tilo Mierisch.

Der 29-Jährige ist der Älteste und einer der drei männlichen Tänzer. Zusammen mit seinem Bruder Thomas übernahm er 2003 die Tanzschule in Bad Belzig und bietet dort neben Standard- auch Hip-Hop-Tanzkurse für Anfänger an. Die Gruppe professionalisiert jetzt diesen szenigen Stil. Hip-Hop oder auch Streetdance – zu Deutsch Straßentanz – umfasst eine riesige Palette von Elementen. Dazu gehören Top Rocking (Tanzen im Stehen), Footworks (auf dem Boden), Freezes (in Position verweilen) und Powermoves (akrobatische Bewegungen). Getanzt wird meist zu Pop-, Funk- oder Hip-Hop-Musik.

Hip-Hop-Vergleiche kamen in den 70er-Jahren zunächst in Amerika als Alternative zum gewalttätigen Kräftemessen zwischen Jugendbanden auf. Daraus entwickelte sich eine weltweit anerkannte Tanzform. „Beim Gesellschaftstanz ist man sehr eingeschränkt. Hip-Hop oder Streetdance sind viel kreativer und herausfordernder“, sagt Tilo Mierisch. „Mitunter werden sie sogar mit Jazz oder Klassik kombiniert.“ Die 13- bis 29-jährigen Mitstreiter stecken viel Herzblut in ihr Training. In der Regel üben sie zweimal in der Woche. „Vor einem Wettkampf können es schon drei bis vier Proben sein“, berichtet Barbara Wettstein, die ebenfalls an der Tanzschule unterrichtet und bei „Evolution 7“ mitwirkt.

Während der Probe wacht Tilo Mierisch mit kritischem Blick über die Choreografie und korrigiert kleinste Nuancen. Die Schrittfolgen sollen schließlich perfekt harmonieren. Dann steigt er ein und führt akrobatische Kunststücke vor. „Wir sehen uns als Gruppe, aber natürlich hat Tilo den Hut auf“, sagt Barbara Wettstein. Die Mitglieder wählen die Musik gemeinsam aus, schneiden sie zurecht und arbeiten dann an der Präsentation. Die Inspiration holen sie sich von vielen Quellen. Neue Figuren werden aus Musikvideos oder Internet teils kopiert und dann weiter entwickelt.

Auch die Freizeit verbringt das Team häufig zusammen, denn Bindung und Vertrauen sind wichtig. „Das erkennt man sofort, wenn andere Gruppen bei Auftritten nicht harmonieren“, sagt Barbara Wettstein.

Mit diesem Erfolgsrezept konnte „Evolution 7“ bereits beim 5. Internationalen Dance Contest auf Rügen sowie bei der Dance Dimension 2011 in Erfurt den 1. Platz erringen (die MAZ berichtete). Weitere Wettkämpfe sollen folgen, denn die Tänzer aus der Kur- und Kreisstadt wollen ihre Leistung bestätigt wissen, aber gern Resonanz vom Publikum spüren. (Von Matthias Niendorf)


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