RIBBECK - Doreen Jindra kniet vor einem dunklen Fleck auf dem Boden, voll konzentriert. Ganz behutsam schabt sie die Erde Schicht um Schicht beiseite. Immer darauf bedacht, nicht zu tief zu kommen und einen der Knochen in dem Grab aus grauen Vorzeiten zu beschädigen. Denn die Skelette liegen dort schon etwa 1000 Jahre in der Erde. Die Feuchtigkeit hat die Knochen porös gemacht.
Doreen Jindra ist Archäologin und gemeinsam mit ihren Mitstreitern vom Büro Dressler legt sie noch bis Ende Juli einen spätslawischen Friedhof in Ribbeck frei. Der trat bei Bauarbeiten für den neuen Besucherparkplatz an der B 5 zutage (MAZ berichtete). 40 Gräber wurden bereits entdeckt, einige davon sind schon dokumentiert.
Gestern präsentierte Landesarchäologe Franz Schopper den Fund der Presse. Handelt es sich doch um eine sehr bedeutende Entdeckung – insbesondere fürs Havelland, aber auch für Brandenburg insgesamt. Meist werden aus der spätslawischen Zeit nur Einzelgräber entdeckt, zuletzt hatte man bei Bauarbeiten für die B 5 nahe Bredow immerhin elf Gräber an einer Stelle festgestellt. Der Fund in Ribbeck übertrifft jedoch alles.
Möglicherweise handelt es sich bei den Bestatteten um die Ur-Ribbecker. Allerdings konnten in der unmittelbaren Umgebung bisher keine Siedlungsnachweise gefunden werden, wie Jens May vom Brandenburgischen Landesamt für Denkmalpflege sagte. Selbst auf dem benachbarten Areal, auf dem im Vorjahr die Biogasanlage entstand, waren die Archäologen diesbezüglich nicht fündig geworden. Die nächste slawische Siedlung befindet sich im Bereich zwischen Ribbeck und Berge.
Das Besondere der Entdeckung in Ribbeck ist aber nicht nur, dass man auf einen solch großen Friedhof gestoßen ist, sondern dass es darüber hinaus auch Funde aus zwei weiteren Epochen gibt. So legten die Archäologen drei Schachtöfen frei, mit denen im 1. bis 2. Jahrhundert Raseneisenerz zu Eisen verarbeitet wurde. Laut May entstanden daraus aber wohl nur Dinge „für den kleinen Hausgebrauch“ wie Messer oder Schnallen. Dieser Art Öfen sind nur aus der Gegend zwischen Nauen und Ribbeck bekannt. So hatte man einen auf der Fläche des heutigen Wohngebietes Malbusen in Nauen gefunden.
Für Landesärchäologe Schopper ist auch der Fund einer bronzenen Schmucknadel aus dem 13. bis 11. Jahrhundert vor Christi wichtig. Mit der Nadel – offenbar der westlichste Vertreter einer in Polen bekannten Variante – hatte sich einstmals eine Dame ihr Gewand an der Schulter zusammengesteckt. (Von Andreas Kaatz)
Nur noch wenige Wochen, dann sind die Tage wieder länger als die Nächte. Der Abgesang des Winters wird am Himmel durch einen gut zu beobachtenden Wettlauf zwischen den Planeten Venus und Jupiter begleitet. Auch Mars und Saturn sind zunehmend besser zu sehen. Und man kann den Orionnebel genauer beobachten, ein Lieblingsobjekt der Hobby-Astronomen. Denn man schaut in einen „Kreißsaal“ für Sterne.
» weiter