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27.07.2011

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FUSSBALL: „Wir brauchen Zeit“

Duisburgs Trainer Milan Sasic ist mit zwei Niederlagen in die Saison gestartet

Der Zweitligist MSV Duisburg tritt am Samstag (15.30 Uhr) im DFB-Pokal bei Babelsberg 03 an. Mit dem „Zebra“-Trainer Milan Sasic sprach Ronny Müller.

 

MAZ: Am Samstag spielen Sie im DFB-Pokal beim Drittligisten Babelsberg 03. Haben Sie das 0:5 im letztjährigen Finale gegen Schalke 04 schon verdaut?

Milan Sasic: Ich würde gerne jedes Jahr so etwas verdauen können. Wir haben im Pokal schließlich eine tolle Saison gespielt, haben als Zweitligist das Endspiel erreicht.

 

In Babelsberg können Sie dem Finale wieder einen Schritt näherkommen.

Sasic: So etwas kann man nicht wiederholen. Das wäre ein Wunder, und Wunder passieren nicht so oft.

 

Sie haben Babelsberg am Samstag beim 1:1 in Regensburg beobachtet. Was ist Ihnen aufgefallen?

Sasic: Meine Eindrücke bleiben intern. Aber Babelsberg ist gut organisiert aufgetreten.

 

Der MSV hat zum Zweitliga-Auftakt zwei Mal verloren. Warum läuft es noch nicht rund?

Sasic: Wir haben individuelle Fehler gemacht und uns damit selbst bestraft. Wenn man in zwei Spielen drei Tore schießt, muss man mindestens einen Punkt holen. Außerdem hatten wir wegen des Pokalfinales die kürzeste Pause.

 

Der Fehlstart überrascht trotzdem, Ihre Mannschaft zählt schließlich zu den Aufstiegskandidaten.

Sasic: Was andere sagen, geht mich nichts an. Ich habe als Ziel das vordere Drittel formuliert.

 

Aber Sie haben sich mächtig verstärkt.

Sasic: Wer sagt das? Wer sind die Verstärkungen?

 

Zum Beispiel die Cottbuser Emil Jula und Jiayi Shao. Dann Flamur Kastrati aus Osnabrück oder Jürgen Gjasula vom FSV Frankfurt. Nicht zuletzt Torwart Florian Fromlowitz aus Hannover.

Sasic: Aber wir haben im Sturm den österreichischen Nationalspieler Stefan Maierhofer verloren, der jetzt in der englischen Premier League spielt. Ist dann Jula eine Verstärkung?

 

Das sind zumindest alles gestandene Zweitliga-Spieler.

Sasic: Aber wer ist besser als Srdjan Baljak, der noch lange ausfällt? Wer ist besser als Ivica Banovic, der wieder beim SC Freiburg spielt, oder als Julian Koch, der zurück ist in Dortmund? Unsere Jungs können sich weiterentwickeln, wir haben das Vertrauen. Aber wir brauchen Zeit.

 

Am Sonntag war der Jahrestag der Love-Parade-Katastrophe. Am Dienstag haben Sie ein Benefizspiel gegen Schalke bestritten. Fällt es bei dem Anlass schwer, sich auf Fußball zu konzentrieren?

Sasic: Wir müssen das trennen, das erwarten die Leute von uns, wir sind Profis.

 

Aber einfach ist das sicher nicht.

Sasic: Nein, das ist schwer zu vergessen. Aber wir wollen die Leute ein bisschen unterstützen.

 

Ihr Sohn ist mit der deutschen Nationalspielerin Celia Okoyino da Mbabi zusammen. Haben Sie die Frauen-WM intensiv verfolgt?

Sasic: Ja, ich wollte mir auch das Halbfinale mit Deutschland im Stadion anschauen. Aber das haben die Japanerinnen leider verhindert.

 

Konnten Sie Celia etwas trösten?

Sasic: Das brauchte ich gar nicht. Sie ist sehr stabil, sehr professionell, sie braucht keinen Trost. Die Niederlage war ein Schock. Aber noch schlimmer finde ich, dass die Qualifikation für die Olympischen Spiele weg war. Schade.


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