Suche der Märkischen Allgemeinen:

Suchbegriff eingeben und abschicken
Auswahl der Suchkategorie

Wetter in Brandenburg:

4ºC
Symbol: aktuelles Wetter in Brandenburg

Metamenu:


Sie befinden sich hier:

  1. » Märkische Allgemeine
  2. » Nachrichten
  3. » Brandenburg/Berlin
  4. » MAZ-Überblick
29.07.2011

Beitragsfunktionen:

RELIGION: Buddha in der Autowerkstatt

Einen solchen Patienten gab es noch nie: Nahe Potsdam wird ein beschädigter Heiliger repariert

POTSDAM - Die weltgrößte Buddha-Statue aus Jade steht derzeit in einer Autowerkstatt in der Nähe von Potsdam. Edelstein, Weihrauch und religiöser Geist zwischen Zündkerzen, Keilriemen und Motorteilen? Obwohl die Geschichte unglaublich klingt, ist sie wahr. Die Statue wird in der Werkstatt repariert. Allerdings nicht von Automechanikern, sondern Restauratoren.

2,70 Meter ist die Statue groß und steht auf einem 1,40 Meter hohen Sockel. Sie wurde aus einem einzigen Jadestein gefertigt und wiegt sage und schreibe vier Tonnen. Mitte Juni kam es auf der Autobahn 9 nahe Beelitz (Potsdam-Mittelmark) zu einem Unfall. Der Buddha, der von Berlin nach Leipzig gebracht werden sollte, stürzte vom Hänger des Lastwagens. Stundenlang war die Autobahn gesperrt. Experten befürchteten Schlimmes, was den Zustand der Figur betrifft. Es grenzt an ein Wunder, dass sie nicht in Tausend Stücke zerbrach, sondern nur minimale Schäden davontrug. Ein Transportunternehmen brachte den Buddha in die Autowerkstatt. Viele Alternativen, wo Platz für den wertvollen Riesen gewesen wäre, gab es in der Umgebung des Unfallorts nicht.

Die Statue war 2007 in Thailand als Friedenssymbol geschaffen worden, vom Dalai Lama persönlich gesegnet und zieht seitdem – für Frieden werbend – um die Welt. Millionen Menschen hat der Buddha seither in seinen Bann gezogen. Nach vielen Stationen in Fernost, Nord- und Südamerika startete er im Juni seine Tour durch Europa in Deutschland. Er war in den buddhistischen Gemeinden in Odenwald, in Hannover und Berlin-Spandau zu sehen und zog Tausende buddhistischer Pilger an. In der vietnamesisch-buddhistischen Gemeinde Berlins wurde Anfang Juli eine Woche gefeiert. „Wir hatten jeden Tag rund 500 Gäste, die Buddha anbeteten und um Frieden für sich persönlich und für die Welt baten“, sagte die Nonne Hieu Tam.

Nächste Stationen nach Berlin sollten Leipzig und München sein. Doch dort müssen die Buddhisten ihre religiösen Feiern ohne die berühmte Statue feiern. Denn Buddha kann seinen Segen erst erteilen, wenn er wieder hergestellt ist. „Wir haben die Schäden am Sockel mit Ultraschall vermessen und beheben sie“, sagte Restaurator Thomas Dempwolf der MAZ. „Die Statue selbst ist nur geringfügig zerstört.“

Der Wert des Jade-Buddha wird auf fünf Millionen Dollar geschätzt. Um Diebe nicht anzulocken, wird der Reparaturort geheimgehalten. Voraussichtlich am Montag sollen die Arbeiten abgeschlossen sein. Dann fährt der Buddha weiter nach Oslo und soll dort Frieden verkünden. Die Station Oslo war bereits langfristig geplant und ist keine Reaktion auf den Terroranschlag.

Finanziert hatten die Statue Exilvietnamesen aus Kanada, den USA und Australien. Der Rohedelstein stammt aus dem Norden Kanadas. 30 Bildhauer und Edelsteinschleifer gestalteten daraus in Thailand die Skulptur nach dem Vorbild der Buddha-Statue in der Mahabodhi Stupa im indischen Bodh Gaya. In vietnamesischen Internetforen wird der Unfall als schlechtes Omen diskutiert. Dabei gehen die Meinungen auseinander, ob der Frieden unter den Vietnamesen in Leipzig ausbleibt, zu denen Buddha unterwegs war. Oder ob es schlecht aussieht um den Frieden in Fernost. Dort streiten China, Vietnam, Taiwan und die Philippinen um Inseln und Öl im Südchinesischen Meer. (Von Marina Mai)


Ihre Meinung ist gefragt!

Wie erstellen Sie Ihre Steuererklärung?

Abstimmung


Stimme abschicken
» Zum Ergebnis
» Alle Abstimmungen
Ein Service von
Angebote und Prospekte aus Potsdam von kaufDA