POTSDAM / INNENSTADT - Als größter Segway-Korso der Welt einen Rekord aufzustellen ist nicht so einfach, wie es klingt. Die 120 Teilnehmer, darunter sechs Frauen, dürfen die zweirädrigen Einpersonenroller nicht besteigen, bevor sie ihre Helme auf dem Kopf haben. Die ersten Meter sehen wackelig aus. Die MAZ hat den Selbsttest gemacht. Nach der Einweisung – nach vorne lehnen heißt fahren, nach hintern bremsen, mit kleiner Bewegung nach links oder rechts wird gelenkt – legt man beide Hände an den Lenker und besteigt den Segway. Sehr zur Beruhigung hält der Guide ihn dabei noch fest. Fast jeder fährt zuerst rückwärts, eine Folge des ungewohnten Untergrunds. Man möchte sich nicht einmal so weit nach vorne lehnen, dass man das Gleichgewicht halten kann; der Roller könnte ja losfahren. Die ersten Fahrversuche sind stockend. Aus Angst, zu schnell zu werden, lehnt man sich immer wieder schutzsuchend zurück. Die Gewöhnung an das spezielle Gefährt, das an eine Mischung aus Spaziergang und Fahrrad erinnert, geht jedoch schnell. Bald ist alle Unsicherheit vergessen, man möchte davonfahren.
Den Führungskräften der Firma Kärcher, die den Weltrekord aufstellen wollen, geht es ähnlich. Doch ihr wachsender Mut wird gebremst. Sie sollen sich in einer langen Reihe, den Startnummern auf ihrer Brust nach, aufstellen. Ein Helfer sagt, das sei jetzt ein bisschen wie Pferde zähmen. Dann wird für den Ernstfall geprobt. Runde für Runde in gemäßigtem Tempo durch den Park, der mit rot-weißem Absperrband an einen Tatort erinnert. Der Abstand zwischen den Segways darf nicht zu groß sein, höchstens zwei Fahrzeuglängen. Hier würde der Domino-Effekt funktionieren, aber es gibt keine Unfälle. In der vierten Runde scheidet die Schwedin Ingrid Rohlen aus, weil sie den Bordstein streift und sich nicht auf dem Segway halten kann. Obwohl die Roller in Schweden populär seien, sei das ihre erste Fahrt gewesen, die viel Spaß gemacht habe. Wenn die 40 Kilometer Reichweite der Gefährte nicht zu wenig seien, würde sie damit zur Arbeit fahren, so Rohlen. Ihre Enttäuschung, als einzige nicht durchs Ziel zu fahren, ist nicht zu übersehen.
Ihren Kollegen ist es gelungen, den Rekord des vergangenen Septembers mit ihren 119 Segways, die nach sieben Runden und 3,57 Kilometern das Ziel erreichten, zu brechen. Die strengen Anweisungen vor dem verregneten Start, „Nicht sprechen!“, „Konzentrieren!“, „Das ist kein Scherz!“ scheinen gefruchtet zu haben. Kleine Klingelkonzerte und Rufe wurden aber trotz der Ermahnungen gewagt, ein bisschen Spaß musste doch sein.
Im Moment findet in Berlin das „World Meeting“ der aus 52 Nationen stammenden Kärcher-Mitarbeiter statt. Die Idee zum Rekordversuch lieferte eine für den Tages-Ausflug nach Potsdam ohnehin geplante Segways-Stadttour.
Die 120 zweirädrigen Roller wurden eigens für diese Veranstaltung aus Potsdam, Berlin und Rostock geliefert. Nachdem die letzte Runde beendet war, kamen sie noch einmal richtig zum Einsatz. Querfeldein gallopierten die so lange gebändigten Pferde in einer großen Staubwolke davon. Zum Abschiedsfoto und der Urkundenübergabe fanden sich aber alle ausgetobt wieder ein. (Von Ariane Dreisbach)
Nur noch wenige Wochen, dann sind die Tage wieder länger als die Nächte. Der Abgesang des Winters wird am Himmel durch einen gut zu beobachtenden Wettlauf zwischen den Planeten Venus und Jupiter begleitet. Auch Mars und Saturn sind zunehmend besser zu sehen. Und man kann den Orionnebel genauer beobachten, ein Lieblingsobjekt der Hobby-Astronomen. Denn man schaut in einen „Kreißsaal“ für Sterne.
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