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09.08.2011

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FREIZEIT Gut besuchtes Kinder- und Familienfest in Glashütte / Angebote für Kreative, Mutige und Neugierige

GLASHÜTTE - Für Wouter und Ine Spruit war es das erste Kinder- und Familienfest im Museumsdorf Glashütte. Das Bildhauer-Ehepaar hat den ausgedienten Sperenberger Bahnhof gekauft und wohnt seit Juli darin. Beim Fest in Glashütte am Sonntag waren die aus den Niederlanden stammenden Künstler mit einer Bildhauerstation vertreten. „Bei uns können sich Kinder und Erwachsene an Mergel, Speckstein oder Lapislazuli versuchen“, erklärte Wouter Spruit. Ole und Maxi, die elf- und zehnjährigen Jungen aus Zeesen, bearbeiteten jeder ein beigefarbenes Stück Mergel, ein Naturstein der aus Holland kommt. „Gestaltet haben wir Wums Wuchtwall, Nintendo-Spieler kennen das“, erklärt Ole. Zu Hause sollen die Steine ihren Platz auf dem Fensterbrett finden. „Ihr könnt ihn draußen hinstellen, er verträgt Wasser“, lautete nach getaner Arbeit die Empfehlung des Bildhauers.

Das traditionelle Kinder- und Familienfest lockte trotz der Regenschauer wieder Groß und Klein in das Museumsdorf. Mutige Mädchen und Jungen stiegen in riesige durchsichtige Plastikkugeln, um sich darin auf dem Wasser fortzubewegen.

Am Stand des Baruther Kleintierzüchtervereins herrschte reger Andrang. Kinder und Eltern drängten sich an den Käfigen mit den Kaninchen, bestaunten Hühner und Gänse. „Wer weiß“, so Vereinsmitglied Bernd Beißer, „wie lange wir hier noch mit dabei sind.“ Der Verein, dem einst viele Züchter zwischen Berlin und Baruth angehörten, steht vor dem Aus. „Wir sind noch vier Kaninchen- und sechs Geflügelzüchter“, sagte Bernd Beißer. „Die Tiere finden ja viele schön, aber die Arbeit will sich keiner mehr machen.“ „Das wäre aber schade“, so Karin Große aus Lübbenau. Die zweifache Mutter bestätigte aber, dass das Interesse ihrer inzwischen erwachsenen Sprösslinge an den Kaninchen zu Hause auch sehr schnell verflogen war. „Schließlich habe ich sie gefüttert und das Ställchen ausgemistet. Irgendwann sind die Tiere dann auch gestorben.“

So mancher Knirps schien seine Eltern regelrecht von Stand zu Stand zu scheuchen, um ja nichts zu verpassen. „Wir haben schon die Fragen der Museumsrallye beantwortet, waren an der Kletterwand und bei den Wasserspielen, beim Kistenstapeln und beim Bungee-Trampolin“, zählte Wilhelm aus München auf. Er ist bei seinen Großeltern in Bestensee zu Besuch und nicht zum ersten Mal beim Kinder- und Familienfest. Während es den Achtjährigen zur Freiwilligen Baruther Feuerwehr zog, gönnten sich seine Oma und sein Opa eine Pause bei dem Bühnenprogramm mit Clownerie und Musik.

Einen Dank an die Organisatoren und Akteure wollte Familie Schuch loswerden. „Wir kommen jedes Jahr extra aus Bautzen nach Glashütte, weil wir bei dieser Veranstaltung alle auf unsere Kosten kommen“, sagte Irene Schuch. „Mein Mann geht zum Glasbläser und in die Ausstellungen, ich schaue mir gern die unterschiedlichen Manufakturen an, besonders die Gärtnerei im Museumsdorf, und die Kinder filzen, töpfern, stöbern in antiquarischen Büchern, schauen Puppentheater-Aufführungen oder vergnügen sich an der Kletterwand. Bitte, weiter so!“ (Von Heidi Borchert)


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