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13.10.2011

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ERZIEHUNG: Nicht mit mir!

Neue „Mode“ Würgespiele – macht süchtig und kann bis zum Tod führen / Kinder aufklären

SCHULZENDORF - Das Thema kam zum ersten Mal bei einer Elternversammlung an einer Zeuthener Schule zur Sprache. Auch in einem Fußballverein in Zeuthen soll es einen Fall gegeben haben: Würgespiele – auf Englisch „Choking Games“ werden von Kindern und Jugendlichen als Droge benutzt. „Dabei würgen sich die Beteiligten gegenseitig bis zur Bewusstlosigkeit“, weiß Danilo Degner aus Schulzendorf. Er ist Trainer und im Vorstand des Brandenburger Ju Jutsu unter anderem für Gewaltprävention verantwortlich. Manche Kinder und Jugendlichen strangulieren sich sogar selbst, um in eine Art Rausch zu fallen. Das Würgen führe aber zum Sauerstoffmangel im Gehirn. Dabei sterben Tausende Hirnzellen ab. Schwere gesundheitliche Schäden bis hin zum Tod sind nicht auszuschließen. Eltern sollten deswegen auf Veränderungen an ihren Kindern achten, so Danilo Degner. Zeichen könnten blutunterlaufene Augen, Konzentrationsschwächen sowie rote Flecke (Würgemale) in der Halsgegend sein. „Die meisten wissen nicht um die Gefahren“, so der Trainer.

Um Kinder und Jugendliche stark zu machen gegen jegliche Drogen und Gewalt, bietet Danilo Degner an den Schulen und schwerpunktmäßig im Sportverein Budokan Schulzendorf Kurse zur Förderung von Selbstsicherheit, Selbstbehauptung und Selbstverteidigung an. Zurzeit nehmen rund 50 Kinder aus der Humboldt-Grundschule in Eichwalde daran teil. Ein Kurs ist zudem an der Schulzendorfer Grundschule gelaufen.

Mit dem Gewaltpräventionsprojekt des Deutschen Ju Jutsu Verbandes „Nicht mir mir! – Starke Kinder schützen sich“ bringt er den Mädchen und Jungen bei, was überhaupt Gewalt ist, wie sie entsteht, wo sie anfängt und wie sie enden kann.

Der Kurs teilt sich in drei Schwerpunkte, reicht von der Prävention über die Selbstbehauptung bis zu ersten altersgerechten Techniken der Selbstverteidigung. Besprochen wird auch das Thema sexualisierte Gewalt, um die Kinder vor sexuellen Übergriffen zu schützen. Zur eigenen Verteidigung gehöre, so Danilo Degner, die eigene Stimme zu stärken und bei drohender Gewalt auch einzusetzen – schon, um Aufmerksamkeit der Umgebung zu erwecken. „Die 'Schreispiele' mögen die Kleinen besonders gern“, weiß Degner, dem es aber vor allem darum geht, Gewalt zu vermeiden – auch verbale und psychische etwa durch Herabwürdigung des anderen oder durch Mobbing.

Zum Abschluss findet die sogenannte „Heldenprüfung“statt. Dafür müssen die Mädchen und Jungen ein Holzbrett durchschlagen. Das so in zwei Teile zerlegte Brett, dürfen die Kinder als Zeichen ihrer Stärke mit nach Hause nehmen – ebenso wie das Arbeitsheft zum Kurs und eine Urkunde vom Ju Jutsu-Verband .

Da vom Thema Gewalt alle betroffen sind, bietet Danilo Degner auch Selbstsicherheitskurse für ältere Jugendliche und Frauen an.

www.danilo-degner.de (Von Andrea Müller)


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