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24.10.2011

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EINSATZPARTNERSCHAFT: Wenn jede Sekunde zählt

Feuerwehr, Rettungsdienst und Polizei erlebten ihre bislang größte Übung

ZOSSEN - Es ist Sonnabend 10 Uhr. Die Kräfte der Löschzüge Zossen und Wünsdorf, der Rettungwagen Zossen sowie die Polizei werden über die Übungsleitstelle alarmiert. In der Menzelstraße 10 brennt ein Wohnhaus, heißt es. Ab jetzt zählt jede Sekunde. Während die Retter sich mit Blaulicht und Martinshorn auf den Weg machen, warten in sieben Wohnungen des leerstehenden Hauses Laiendarsteller des DRK. Sie stellen 16 Geschädigte dar. Außerdem gibt es noch zwei Puppen, eine davon ist ein Säugling. Den hält Frank Sufried im Arm, von dem man später annehmen wird, er sei in Panik aus dem Fenster gesprungen. Er sei „erfahren“ sagt der Mann aus Senzig, der wie Sigrun Gericke und Tom Küsel vom DRK Königs Wusterhausen kommt. Sie alle stellen sich nicht zum ersten Mal als Opfer für Rettungsübungen zur Verfügung. Auch gibt es für jeden eine Legende. Sigrun Gericke zum Beispiel, als gehbehinderte Frau Winter, wollte sich gerade für ihren 67. Geburtstag zurechtmachen. Sie trägt noch die Lockenwickler im Haar. Tom Küsel wollte als vollgekiffter verlassener Liebhaber den Trennungsbrief seiner Angebeteten verbrennen. Es hat das Feuer verursacht, weil ihm der Brief entglitten und auf eine leicht entflammbare Unterlage gefallen ist.

Alle Personen wurden entsprechend ihrer Verletzungen geschminkt. Realistische Unfalldarstellung nennt man das. Und für den Fall, dass tatsächlich jemand zu Schaden kommt, gibt es für die Retter ein Codewort. „Tatsache, ich habe jetzt Angst“, oder „Tatsache, ich habe mir den Fuß verstaucht“, seien ernst zunehmen, werden die Feuerwehrmänner vor dem Einsatz angewiesen. Denn immerhin, einzelne Laiendarsteller müssen mit Hilfe von Rettungshauben durch das stark verqualmte Treppenhaus geführt werden. Aber ihr Lampenfieber hält sich in Grenzen. „Wir sind so was gewöhnt“, erklärt Sigrun Gericke salopp und weist auf die Retter, „die sind bestimmt aufgeregter.“ Der erste große Einsatz ist es für Isabelle Heinrich. Die 18-Jährige ist ausgebildeter Truppmann und die einzige Feuerwehrfrau bei der Übung.

Viele Augen schauen an diesem Tag zu. Da sind unter anderem Mathias Bleeck, Ortswehrführer der Feuerwehr Zossen und als Schiedsrichter und Beobachter Zossens Stadtwehrführer Manfred Marek, Zugführer Mario Schumann und der Zossener Wachenleiter Rainer Pultz sowie Kreis-Ordnungsamtsleiter Günther Dübe, der auch dabei sein wird, wenn man die aufgezeichnete Übung in vier Wochen auswertet.

Zuschauer vom Balkon des Nachbarhauses ist der acht Jahre alte Leon, der die Retter „klasse“ findet und für den mit diesem Tag feststeht, dass er mal Feuerwehrmann wird. (Von Gudrun Ott)


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