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07.11.2011

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FUSSBALL: Reus macht den Unterschied

Der Gladbacher Nationalspieler erzielt beim 2:1-Erfolg in Berlin beide Tore

BERLIN - Lucien Favre kehrte den sachlichen Analytiker heraus. Der Trainer des Fußball-Bundesligisten Borussia Mönchengladbach hätte nach dem 2:1 (1:1)-Sieg bei Hertha BSC sein feinstes Genießer-Lächeln aufsetzen können. Schließlich war Favre an seinem früheren Arbeitsplatz nicht nur wohlwollend begrüßt worden. Doch der 54-Jährige sprach am Samstag mit dem Blick auf die Match-Statistik ganz neutral von einem „nicht unverdienten“ Erfolg. Vielleicht drosselte Favre seine Gefühle, um sich nicht dem Vorwurf der Häme aussetzen zu müssen. Doch der Sieg muss eine Genugtuung für die Entlassung im Herbst 2009 gewesen sein. Zudem zählen die Gladbacher weiter zur Spitzengruppe der Bundesliga.

Den Unterschied zum Aufsteiger aus Berlin machte in erster Linie Marco Reus aus. Der 22 Jahre alte Offensivmann erzielte beide Tore für die „Fohlen“. Nach dem Berliner Führungstreffer durch Adrian Ramos (18. Minute) gewann der Nationalspieler das Duell mit Innenverteidiger Maik Franz und glich mit einem Flachschuss ins lange Eck aus (33.). Beim zweiten Tor stand Herthas Innenverteidiger André Mijatovic Pate, Reus drosch die Kugel aus Nahdistanz ins Netz (55.). „Die zwei Tore bürgen für seine Klasse“, sagte später Herthas Mittelfeldspieler Peter Niemeyer. „Reus kann man nicht komplett kalt stellen.“ Beinahe wäre es Maik Franz trotzdem gelungen. Nach einem harten Einsteigen im Mittelfeld musste Reus länger behandelt werden. „Ich habe schon geahnt, dass er in dieser Szene von hinten kommt“, erzählte Reus, der nun bereits auf sieben Saisontore verweisen kann. „Aber dass er so durchzieht ...“ Sein Trainer Favre kommentierte: „Dafür sollte es mindestens Gelb geben.“

Dabei hatte Hertha die harte Gangart in dieser Szene gar nicht nötig gehabt. Die Hausherren waren vor 60 556 Zuschauern im Olympiastadion ordentlich gestartet und verdient in Führung gegangen. Gladbach schlug zwar die etwas feinere Klinge, doch Hertha war defensiv gut organisiert, hatte zunächst mehr Zug zum Tor. „Aber der Ausgleich hat uns aus dem Rhythmus gebracht“, sagte Mittelfeldspieler Andreas Ottl, der vor dem Führungstreffer den Ball erobert hatte. „Dann haben wir im Umschaltspiel die Bälle nicht mehr so klar in den Strafraum gebracht.“

Auf eine Qualitätsdebatte wollte sich Mijatovic trotz nur zweier Siege in sechs Heimspielen jedoch nicht einlassen: „Es fehlt nicht an der Qualität, sondern an der Konstanz, 90 Minuten gut zu spielen.“ Zu den Argumenten des Kapitäns gehörten die durchaus vorhandenen Möglichkeiten zum Ausgleich. Raffael traf von der Strafraumgrenze nur den Querbalken (72.), Ramos scheiterte in der Schlussphase zwei Mal am Gladbacher Torhüter Marc-André ter Stegen.

Den Willen seiner Mannschaft honorierte Trainer Markus Babbel in seinem Fazit: „Die letzte Viertelstunde hat mir sehr gut gefallen. Wir haben uns ganz anders präsentiert als gegen Mainz.“ Da waren die Herthaner daheim beim 0:0 noch mutlos aufgetreten. Doch das Aufbegehren reichte gegen selbstbewusste Gladbacher nicht. „Nicht nur ich bin gut drauf – die ganze Mannschaft ist es“, freute sich Reus. Für Coach Favre galt das sicher auch. (Von Ronny Müller)


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