BERLIN - Inmitten der Wintervorbereitungen bei der Bahn gibt es neuen Streit um die Regionalzüge des Herstellers Bombardier vom Typ „Talent 2“. Die Deutsche Bahn stieß bei Tests erneut auf mehrere Schwachstellen, wie Technikvorstand Volker Kefer dem „Tagesspiegel“ sagte. Er bekräftigte, dass die Züge nur im vertraglich vereinbarten Zustand abgenommen würden. „Ansonsten würden wir auch unseren Kunden keinen Gefallen tun“, so Kefer.
Auch inzwischen zugelassene Talent-2-Züge funktionierten nicht einwandfrei, sagte er. „Beispielsweise melden die Sensoren dem Lokführer nach einer Begegnung mit einem anderen Zug auf der Strecke, dass verriegelte Türen geöffnet sind, obwohl das gar nicht der Fall ist.“ Der Lokführer müsse dann aussteigen und das überprüfen, was zu Verspätungen führe. Kefer: „Im Fahrplanbetrieb wollen wir so etwas nicht haben.“
Bombardier-Sprecher Immo von Fallois versicherte hingegen: „Uns sind keine relevanten Mängel bekannt.“ Er verwies auf eine Zulassung durch das Eisenbahn-Bundesamt und betonte: „Wir bauen gute Züge.“
Die von Bombardier in Hennigsdorf (Oberhavel) produzierten Talent-2-Züge waren ursprünglich schon 2009 erwartet worden. Bis Ende dieses Jahres wollte die Bahn eigentlich 178 in der Flotte haben. Inzwischen sind rund 100 Exemplare fertig. Nachdem Sicherheitsbedenken ausgeräumt werden konnten, erteilte das Eisenbahn-Bundesamt Genehmigungen für einen Teil der Züge, die auf dem Nürnberger S-Bahn-Netz fahren sollen. 32 Fahrzeuge sollten ursprünglich auch ab 11. Dezember in der Region zum Einsatz kommen. Betroffen sind die Linien RB 10 , 13, 14, 20, 21, 22 und 23. „Es ist sehr bedauerlich, dass die Fahrgäste auf die modernen Neufahrzeuge warten müssen“, sagte Hans-Werner Franz vom Verkehrsverbund Berlin-Brandenburg. (dpa/MAZ)