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05.01.2012

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Besuch im „Rumpelmuseum“

Seit 2002 betreibt der Potsdamer Thomas Kellner die Trödelscheune „belle époque“ in Trebbin

TREBBIN - Könnten die Dinge in der Trebbiner Trödelscheune „belle époque“ erzählen, sie füllten vermutlich bändeweise Bücher. Jede Menge Nippes – von der Vase über den Kerzenhalter bis zur Hundestatue – gesellt sich hier zu Platten, Büchern, Uhren, Lampenschirmen, Haushaltsgeräten, Bilderrahmen, Second-Hand-Kleidung und antiken Möbelstücken – vom späten Biedermeier bis zum Jugendstilstück. Eine Mischung aus Rumpelkammer und Museum. Das ist Thomas Kellners Welt.

Der 49-jährige Potsdamer mit den robusten Händen und dem Basecap sitzt in der kleinen Küche seiner Trödelscheune in Trebbin, wärmt sich an einer Tasse Kaffee und erzählt, wie er zu seinem „Rumpelmuseum“ gekommen ist. „Ich wollte schon immer so eine Trödelscheune haben.“ Als er von dem leer stehenden Gebäude in Trebbin erfuhr, griff der gelernte Möbeltischler und Kaufmann zu. Das war 1996. Das Dach musste neu gemacht werden, 2002 lief das Geschäft dann an.

Teils kauft er die Dinge für die Scheune an, teils kommen sie aus Wohnungsauflösungen. Eine Wohnung aufzulösen, erzählt er, „ist so als würde man das Leben des Bewohners in kürzester Zeit noch mal durchleben“. Abenteuerliche Sachen hat er bei diesen Gelegenheiten schon entdeckt. Im Nachlass eines Mannes fand er mal einen Rucksack mit Schwimmweste und Feldflasche. Damit hatte der Besitzer DDR-Flüchtlingen über die Grenze geholfen. Ein anderes Mal fielen ihm zwei Bücher, die ein Offizier des Alten Fritz’ während des siebenjährigen Kriegs geschrieben hatte, in die Hände. Sein liebstes Teil? Kellner muss überlegen. Die Makonde-Figuren von einem Künstler von der Elfenbeinküste? Die japanischen Stühle? Der flämische Eichenschrank? „Jedes Stück ist anders, jeder Ankauf ist anders“, sagt Kellner. Deshalb möge er das Trödelgeschäft. Man lerne jeden Tag dazu.

Seine Kundschaft ist wild gemischt, „vom Bauarbeiter über den Professor bis zum Schauspieler“, erzählt Kellner. Wolfgang Lippert kaufte mal im Vorbeifahren eine Blumensäule bei ihm. Ein ehemaliger brandenburgischer Justizminister schaute auch mal rein. Neben seiner Arbeit als Trödler hat Thomas Kellner eine Weiterbildung zum Erzieher gemacht, sein zweites Standbein. Inzwischen arbeitet er in einem Jugendclub in Potsdam, wo er auch wohnt. Seine eigene Wohnung – eher Rumpelkammer oder Museum? Weder noch, sagt Kellner. Die sei eher „sachlich und funktional“ eingerichtet. „Man hat zwei, drei Sachen, die besonders schön sind.“

Die Trödelscheune in der Straße Berliner Tor 4 in Trebbin ist samstags von 10 bis 17 Uhr geöffnet und zu unregelmäßigen Zeiten unter der Woche. (Von Angelika Pentsi)


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