RANGSDORF - Fotos kann man sich einfach nur ansehen, gut oder schlecht, nichtssagend oder beeindruckend finden. Man kann auch über sie reden, vor allem, wenn sich ihre Botschaft nicht sofort präsentiert, man darüber nachdenken, assoziieren muss, ein Eindruck davon vielleicht im Gedächtnis bleibt. Die Fotoausstellung „Nullmeridian“ des Berliners Jörg Möller hat in den Wochen seit ihrer Eröffnung in der jüngsten Galerie auf dem Kunsthof äußerst kontroverse Reaktionen hervorgerufen.
Den Künstler wird es freuen, er ist nach eigenem Bekunden kein „Reportage“- Fotograf, der eine schnell erkennbare Mitteilung ans Betrachterauge senden will. Hinter seinen Bildern, die er konventionell mit einer Analog-Kamera in Schwarz-Weiß („Solange es das alles noch gibt!“) aufnimmt, stecken stets eigene Geschichten, Verbindungen zu Orten, Ereignissen, Zeiten. Die sind selten spektakulär, doch immer hörenswert, wie sich beim Künstlergespräch zur Finissage jetzt herausstellte. „Können Sie die Geschichte dahinter auch noch erzählen?“, wurde der gelöst wirkende, freundliche Fotograf von einer Zuhörerin gefragt. Und er erzählte. Beispielsweise wie seine nebeneinander gehängten Bilder mit verschwommen Bäumen zustande kamen.
„Keine Trauerweide, eine Palme ist es. Erhellt vom Licht unseres Balkons, während ich am Tisch saß, rauchte und für sieben und 14 Minuten den ,Abzug’ drückte“, womit er aber den Auslöser meinte. Die Kamera hätte auf dem Tisch gestanden, die Bildqualität käme durch überaus lange Belichtungszeit zustande: Das Motiv in Veränderung auf dem Weg durch die Zeit. Ein in dieser Ausstellung stets wiederkehrendes Thema Jörg Möllers, egal ob es der Junge mit dem Boot, ein Steg, der Baum auf abendlichem Gehweg oder die am Hinterkopf aufgetürmte Frauenfrisur ist.
Das Meer hat es dem Fotografen angetan, wie viele Bilder beweisen. Das Publikum erfuhr in dem von Andreas Kämper, Fotograf und Mitinhaber der Eine-Art-Galerie, moderierten Gespräch viel über die Arbeitsweise Möllers. Wie er Motive sucht oder findet, dass er manchmal nach Tagen oder Jahren an eine Stelle zurückkehrt für Aufnahmen. Und die fertigt er bedacht in kleiner Zahl, nicht, wie heutzutage bei Digitalfotografie üblich, zu Hunderten nach dem Motto „Die richtige wird schon dabei sein, die anderen fliegen auf den Müll“.
Steht der Berliner in seiner Dunkelkammer und entwickelt seine nur selten nachbearbeiteten Fotos, denkt er noch mal über sie nach, „das kann ich mir am PC einfach nicht vorstellen“. So haben seine Bilder etwas Puristisches, Reines, auch wenn viele Betrachter auf den ersten Blick mit dem oft Nebulösen, Verschwommenen nichts anfangen können.
„Als ich vor drei Wochen hier reinschaute, war ich als erstes überrascht: Schwarz-Weiß? Wieso? Doch nach eingehendem Betrachten fand ich, dass ich mich so viel mehr auf das Wesentliche konzentriere und die Bilder mehr Spielraum für eigene Gedanken bieten“, erklärte ein Besucher.
Die Galerie-Mitstreiterinnen Kerstin Weinert und Christina Meinhardt, berichteten von Betrachtern, die erbost über unscharfe Fotos gewesen seien, die sich in traurige Stimmung versetzt fühlten oder fasziniert waren. Mehrere Bilder konnte Jörg Möller, der selten ohne Kamera aus dem Haus geht, in Rangsdorf verkaufen.
Seine offizielle Ausstellung ist nun beendet. Wer noch Lust hat, einen Blick auf die handgemachten Fotos zu werfen, kann bis Anfang Februar Besichtigen vereinbaren.
Terminvereinbarungen unter 01 76/32 29 27 04. (Von Andrea von Fournier)
Nur noch wenige Wochen, dann sind die Tage wieder länger als die Nächte. Der Abgesang des Winters wird am Himmel durch einen gut zu beobachtenden Wettlauf zwischen den Planeten Venus und Jupiter begleitet. Auch Mars und Saturn sind zunehmend besser zu sehen. Und man kann den Orionnebel genauer beobachten, ein Lieblingsobjekt der Hobby-Astronomen. Denn man schaut in einen „Kreißsaal“ für Sterne.
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