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19.01.2012

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Gestohlene Überweisungen

Betrüger vor Gericht / Sie wollten Kleinmachnower ausnehmen

KLEINMACHNOW - Vor dem Potsdamer Amtsgericht muss sich seit Dienstagabend ein 32 Jahre alter Türke aus Berlin verantworten, weil er mit manipulierten Überweisungsträgern der Kleinmachnower Commerzbank Kunden betrogen haben soll. Betroffen war die Filiale im Uhlenhorst, der Tatzeitraum für die vier Betrügereien und Urkundenfälschungen liegt zwischen dem 24. Juli 2010 und dem 9. August. Dreimal scheiterte der Versuch, in einem Fall buchte die Bank tatsächlich 4350 Euro auf das Konto eines Kumpels des Angeklagten.

Wie die Überweisungsträger in die Hände der Betrüger gelangten, ist unklar, zumal der angeklagte Kurierfahrer die Taten bestreitet.

Eine Gewissheit brachte der Prozessauftakt aber: Halit E. hat die Überweisungsscheine in der Hand gehabt – die Polizei sicherte Fingerabdrücke. Und noch eine Tatsache ist unbestritten: Solche Bankformulare lagen auch auf dem Tisch des Kumpels von Halit E., der als Zeuge aussagte.

Der Angeklagte rechtfertigt sich: Er habe den Wohnzimmertisch des Bekannten aufgeräumt, weil er sich dransetzen wollte. Dabei habe er die Bankpapiere angefasst und sie nach Kreditinstituten geordnet.

Name und Bankverbindung des Kumpels, eines Umzugshelfers, fanden sich jedenfalls später im Empfängerfeld der Formulare wieder. Dreimal wurde die Commerzbank stutzig, weil die Einträge verwischt oder sonstwie unklar waren. Die Bank wandte sich an die Kontoinhaber und konnte so drei der Geldtransfers verhindern – im Wert von gut 20 000 Euro.

Wie er selbst zum Empfänger solcher Wohltaten werden sollte, kann sich der Kumpel im Zeugenstand, Daniel N., nicht erklären. „Haben Sie einen Gönner, der Ihnen etwas zukommen lässt?“, fragt der Richter spitz. Er wisse nicht, wie seine Kontodaten auf die Scheine gekommen seien, antwortet der 19 Jahre alte N., der bereits wegen Beteiligung an den 1.-Mai-Krawallen in Berlin- Kreuzberg und wegen Schwarzfahrens Ärger mit der Justiz hatte. Vielleicht habe ein Besucher die Überweisungsträger vom Tisch mitgenommen, spekuliert der Zeuge, der sich mit fast jeder Äußerung verdächtiger macht.

Der Prozess wurde ausgesetzt, weil der Richter noch mehr Beweismaterial sehen und andere Zeugen hören will. Gegen einen weiteren Bekannten von Halit E. läuft ein Verfahren. Sein Name tauchte ebenfalls auf einem Überweisungsträger auf. uw


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