RÄDIGKE - Die Großbrände auf der ehemaligen Fläming-Sortieranlage im Rädigker Ortsteil Neuendorf und der Massenunfall auf der A 9 sorgen weiter für Gesprächsstoff. Längst sind die Lösch- und Rettungseinsätze im November und Dezember nicht so reibungslos verlaufen, wie bisher immer offiziell verlautbart worden ist.
„Bei einer kritischen Auswertung vor allen Führungskräften wurde auf Unzulänglichkeiten hingewiesen, die unverzüglich zu beseitigen sind“, sagte Burkhard Hempel vom Fachgebiet Brandschutz des Landkreises Potsdam-Mittelmark. Konkret benannt wurden die Probleme auch auf mehrfache Nachfrage der MAZ-Lokalredaktion nicht. In den Gerätehäusern zwischen Havel und Fläming wird aber eine Reihe von Pannen erörtert. Gleichwohl will niemand der Kritiker, die Spitzen selbst angreifen, da es sich um Ausnahmesituationen gehandelt habe.
Ganz oben steht die Frage, ob die Einsatzleitung beim ersten Großbrand in Neuendorf den Massenunfall auf der A 9, bei dem zwei Menschen starben und neun verletzt wurden, hätte verhindern können. Die Warnungen vor Rauchschwaden auf dem Autobahnabschnitt seien – ungeachtet des ohnehin bestehenden Nebels – viel zu selten im Radio zu hören gewesen. „Der Massenunfall ist früher oder später billigend in Kauf genommen worden, weil eine Vollsperrung und die Folgen gescheut wurden“, heißt es hinter vorgehaltener Hand.
Während der technischen Hilfeleistung auf der Piste musste am Rande festgestellt werden, dass ein angefordertes Betreuungszelt nicht aufgestellt werden konnte. Es war nicht auf dem zugeordneten Fahrzeug, sondern für den Brandeinsatz in Neuendorf umgepackt worden.
Bezweifelt wird ferner die Berufung von Niemegks Amtsbrandmeister Matthias Jentsch zum Einsatzleiter beim ersten Löscheinsatz. Er war kurz vor der Alarmierung erst in die Feuerwache zurückgekehrt, nachdem er auf der A 9 eine Familientragödie miterlebt hatte. Ein Vater und seine vierjährige Tochter waren bei dem mysteriösen Unfall ums Leben gekommen. „Der Mann hätte niemals auch beim Brand an der Spitze stehen dürfen“, schätzte ein leitender Beteiligter vor Ort ein. Unzulänglichkeiten bei der Löschwasserbeschaffung, ein viel zu weit entfernter Verpflegungsstandort am Gemeindehaus (beim zweiten Brand) und eine zum Teil „chaotische Koordinierung“ werfen etliche Kameraden der Einsatzleitung vor. Mitunter habe es für sie sehr stundenlange Wartezeiten gegeben.
Debra Reußner vom Fachgebiet Brandschutz der Kreisverwaltung Potsdam-Mittelmark verweist indes darauf, dass „nicht jedem der beteiligten 250 Kameraden die Einsatztaktik in diesem Umfang zu vermitteln sei. „Immerhin hatten die Kameraden die Zeit zu nutzen gewusst und noch am Abend die Videos vom Brandgeschehen ins Internet gestellt“, klagt sie ihrerseits.
Indes schwelt noch ein Kompetenzstreit der Bürokraten. So weist das Landratsamt Bad Belzig etliche Zuständigkeiten von sich, weil die so-
genannten Großschadenslagen nicht als Katastrophen eingestuft wurden, für die es laut Gesetz zuständig wäre. Stattdessen wird vielfach an den Träger des Brandschutzes verwiesen – das Amt Niemegk. Dort sieht sich Verwaltungschef Thomas Hemmerling in vielerlei Hinsicht allein gelassen. Die Reaktionen auf Hilferufe, beispielsweise an das Ministerium für Gesundheit, Umwelt und Verbraucherschutz zum weiteren Umgang mit den Brandresten und anderem mehr, seien „völlig unbefriedigend“ gewesen. (Von Gunnar Neubert)
Nur noch wenige Wochen, dann sind die Tage wieder länger als die Nächte. Der Abgesang des Winters wird am Himmel durch einen gut zu beobachtenden Wettlauf zwischen den Planeten Venus und Jupiter begleitet. Auch Mars und Saturn sind zunehmend besser zu sehen. Und man kann den Orionnebel genauer beobachten, ein Lieblingsobjekt der Hobby-Astronomen. Denn man schaut in einen „Kreißsaal“ für Sterne.
» weiter