KLEINMACHNOW - Gemeindevertreter und Umweltschützer wollen weitere Fällarbeiten an den Kleinmachnower Alteichen verhindern. „Ich bereite einen Antrag für den Hauptausschuss am Montag vor“, sagte der Vorsitzende des Umweltausschusses, Frank Musiol (BIK), gestern zur MAZ. Bürgermeister Michael Grubert (SPD) soll aufgefordert werden, keine weiteren Ausästungen an den 700 Jahre alten Eichen zuzulassen. Durch Aufstellen von Schildern und der Anlage von Naturhecken müsse dafür gesorgt werden, dass Spaziergänger nicht zu nahe an die Bäume herangehen. „Damit wäre dann auch Verkehrssicherheit hergestellt“, so Musiol. Eine Gruppe von 30 Einwohnern, darunter Politiker und Naturschützer, hatten sich vor wenigen Tagen bei den Alteichen auf dem Weinberg getroffen. „Wir waren entrüstet über den bereits geschehenen Baumfrevel“, sagte im Anschluss der Stahnsdorfer Gemeindevertreter und Naturexperte Peter Ernst (SPD). Die Kleinmachnower Abgeordnete Barbara Sahlmann (Grüne) ergänzte: „Die Eichen müssen jetzt in Ruhe gelassen werden, bis alle Fragen geklärt sind.“
Wie berichtet, waren im Oktober des vergangenen Jahres an zwei Eichen Äste abgesägt worden. Bürgermeister Grubert berief sich im Nachhinein auf die Verkehrssicherungspflicht der Gemeinde. Die Untere Naturschutzbehörde habe der Maßnahme zugestimmt, außerdem habe der Baumgutachter Marko Wäldchen festgestellt, dass auch die Kronen der Eichen massiv zurückgeschnitten werden müssten, um Gefahren durch herabstürzendes Holz abzuwenden. Grubert entschuldigte sich allerdings dafür, dass der Umweltausschuss und die Lokale Agenda nicht informiert worden waren.
Die Begründung des Bürgermeisters für den Eingriff in das Naturdenkmal weisen Kritiker aber vehement zurück. „Auf Wald- und Wanderwegen gibt es gar keine Verkehrssicherungspflicht des Eigentümers, hier also der Gemeinde Kleinmachnow“, sagen Musiol und Ernst. Die beiden Abgeordneten berufen sich dabei auf Urteile deutscher Gerichte. Auch der Förderverein Buschgraben-Bäketal, der Studien über die Alteichen angefertigt hat, fordert „einen sofortigen Stopp der angekündigten Eingriffe“. Der Weinberg stehe an dieser Stelle unter Naturschutz. (Von Jürgen Stich)
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