TREUENBRIETZEN - Im Gerichtsprozess zur illegalen Müllablagerung im einstigen Fahrzeugwerk Treuenbietzen hat es einen ungewöhnlichen Schritt gegeben. Beim jüngsten Verhandlungstag ist Jens F. direkt aus dem Saal 6 des Landgerichts Potsdam heraus in Untersuchungshaft genommen worden. Der Richter begründete diese Festnahme mit Verdunklungsgefahr. Wie Gerichtssprecher Frank Tiemann der MAZ sagte, soll Jens F. Kontakt mit einem Zeugen aufgenommen und versucht haben, diesen zu beeinflussen. Bislang war F. auf freiem Fuß.
Dem 44-Jährigen und seinen Partnern wirft die auf bandenmäßige Kriminalität spezialisierte Staatsanwaltschaft in Frankfurt/Oder vor, zwischen Mai und August 2006 in Treuenbrietzen insgesamt 3467 Tonnen in Ballen gepressten Mülls illegal entsorgt zu haben. Jens F. soll die leeren Hallen des früheren Fahrzeugwerkes angemietet haben. Gegen den in Teltow gemeldeten Mann wird wegen vorsätzlichen unerlaubten Betreibens von Anlagen ermittelt, die nach Immissionsschutzgesetz hätten genehmigt werden müssen. Der Mann fungierte als Chef der Empire Sport- und Freizeitstätten & Logistik GmbH. Sie hatte einen Strohmann als Geschäftsführer gemeldet und ein Firmenschild am Treuenbrietzener Werktor montiert.
Hauptangeklagter war der 58 Jahre alte Frank-Michael O.. Der ehemalige Berliner, der heute in Dallgow-Döberitz (Havelland) lebt, soll Ideengeber für die Mülltransporte aus Hamburg und anderen Orten gewesen sein. Die Hamburger Firma Bar hatte die von O. betriebene Orsin Logistik & Consulting GmbH damals mit der Entsorgung von rund 2000 Tonnen Restabfällen aus der mechanischen Behandlung von Müll beauftragt. Diese ist nie erfolgt. Indes sollen Übernahmescheine und Entsorgungsnachweise durch die Logistik & Consulting GmbH und andere gefälscht worden sein. Unter Vorspiegelung einer legalen Abfallbeseitigung waren zu Unrecht Rechnungsbeträge von mindestens 213 000 Euro kassiert worden.
Seit dem 9. Januar lässt das Unternehmen Veolia – als Nachfolgebetrieb der Firma Bar – den ihr zugewiesenen Teil von 1700 Tonnen Müll wieder aus den Hallen abfahren und auf eigene Kosten ordnungsgemäß entsorgen.
Der seit 1999 bereits wegen ähnlicher Delikte vorbestrafte Speditionskaufmann Frank-Michael O. ist inzwische vom Prozess am Landgericht Potsdam ausgenommen. Nach Vorlage medizinischer Gutachten zu seinem Gesundheitszustand gilt er als verhandlungsunfähig.
Ermittelt wird zudem noch gegen den 61 Jahre alten Manfred Z.. Über dessen Spedition wurden 72 Lastwagen-Ladungen aus Hamburg und Herne im Ruhrgebiet nach Treuenbrietzen geschafft. Er soll dafür mehr Geld erhalten haben als für vergleichbare Fahrten.
Der Prozess am Landgericht Potsdam läuft seit November 2010 mit diversen Unterbrechungen. Die Beweisaufnahme ist zunächst bis zum 17. Februar angesetzt. „Wir werden sehen, ob wir dann zum Abschluss kommen können“, sagte der Vorsitzende Richter Frank Tiemann am Freitag der MAZ. (Von Thomas Wachs)
Müll bis unters Dach
Im früheren Fahrzeugwerk am Hans-Grade-Weg lagerten 3460 Tonnen in Ballen gepresste Abfälle aus Kunststoff, Papier, Pappe, Holz und anderen Materialien.
Gestapelt wurden die 80 x 80 x 120 Zentimeter großen Bunde teils bis unter die Hallendecken.
Die Entsorgungskosten hatte der kreisliche Abfallwirtschaftsbetrieb APM auf rund 750 000 Euro geschätzt.
Nur noch wenige Wochen, dann sind die Tage wieder länger als die Nächte. Der Abgesang des Winters wird am Himmel durch einen gut zu beobachtenden Wettlauf zwischen den Planeten Venus und Jupiter begleitet. Auch Mars und Saturn sind zunehmend besser zu sehen. Und man kann den Orionnebel genauer beobachten, ein Lieblingsobjekt der Hobby-Astronomen. Denn man schaut in einen „Kreißsaal“ für Sterne.
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