RHINOW - Eigentlich sind Anklageschriften eine Sache zwischen Gericht, Staatsanwalt und Rechtsanwälten. Doch dieses Dokument hat schon viele Leser außerhalb des eben beschriebenen Kreises gefunden. Die Rede ist von der Anklageschrift, mit der die Staatsanwaltschaft Neuruppin den ehemaligen Rhinower Amtsdirektor vor dem Amtsgericht Rathenow anklagen will. Gestern bestätigte der amtierende Direktor des Amtsgerichtes Frank Jüttner, dass man sich mit der Prüfung der Anklagepunkte sehr viel Zeit nehmen müsse. „Das wird sehr sorgfältig gemacht und darum wird es auch so schnell keinen Beschluss über die Eröffnung eines Verfahrens geben.“
Weil Frank Jüttner mit beiden Beinen im Leben steht, ist ihm bekannt, dass die Anklageschrift schon seit Wochen die Runde im Westhavelland macht. „Aber das ist ja nicht alles. Das Papier ist zwar auch kompliziert aber richtig schwierig wird es, weil wir die sieben Umzugskisten mit den Fallakten hier zu liegen haben.“ Diese Akten werden ebenfalls genau studiert. Dem Amtsdirektor wirft die Staatsanwaltschaft in erster Linie Untreue und Betrug vor. Er habe ohne die zuständige Kommunalvertretung zu fragen regelmäßig Summen an die Arbeits- und Entwicklungsgesellschaft Ländchen Rhinow überweisen lassen, heißt es in der Anklageschrift. Außerdem soll es bei der Betankung von Fahrzeugen des Amtes und bei der Anschaffung von Fahrzeugen zu Unregelmäßigkeiten gekommen sein.
Frank Jüttner rechnet frühestens im Mai mit einer Entscheidung, ob es ein Verfahren vor dem Amtsgericht gegen Gerd Jendretzky gibt. Der Beschuldigte hatte vor Weihnachten Gelegenheit, sich zu den Vorwürfen zu äußern. Auch diese Argumente habe das Gericht jetzt zu beachten. Wenn die Entscheidung gefallen ist, bedeutet das nicht unbedingt auch den unmittelbaren Beginn des Prozesses. Man wird davon ausgehen müssen, dass für die Klärung der schwierigen Rechtslage mehrere Prozesstage nötig sind. Sollte Gerd Jendretzky also vor Gericht erscheinen müssen, könnte es durchaus schon Sommer oder Herbst sein.
Gerd Jendretzky war im Oktober 2009 nach Turbulenzen, die das Amt gehörig durcheinandergebracht hatten, abgewählt worden. Sein Nachfolger, Jens Aasmann kam unmittelbar nach der Abwahl nach Rhinow, damals noch als Gesandter des Kreises. Inzwischen ist Aasmann ordnungsgemäß gewählter Amtsdirektor. (Von Joachim Wilisch)
Nur noch wenige Wochen, dann sind die Tage wieder länger als die Nächte. Der Abgesang des Winters wird am Himmel durch einen gut zu beobachtenden Wettlauf zwischen den Planeten Venus und Jupiter begleitet. Auch Mars und Saturn sind zunehmend besser zu sehen. Und man kann den Orionnebel genauer beobachten, ein Lieblingsobjekt der Hobby-Astronomen. Denn man schaut in einen „Kreißsaal“ für Sterne.
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