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24.01.2012

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Bund streicht drei Grünbrücken

Autobahn-Bauwerke zugunsten von Wildtieren und der Verkehrssicherheit stehen nicht mehr im Plan

POTSDAM - Die Bundesregierung hat die Finanzierungszusage von drei Günbrücken in Brandenburg beziehungsweise Mecklenburg-Vorpommern zurückgezogen. Das geht aus einer Antwort des parlamentarischen Staatssekretärs im Verkehrsministerium, Jan Mücke, auf eine Anfrage der Brandenburger Grünen-Bundestagsabgeordneten Cornelia Behm hervor.

Nach den Grünbrücken bei Niemegk (Autobahn 9), Teupitz (A 13) und Briesen (A 12) waren zwei weitere Brücken an der A 11 bei Oberuckersee-Warnitz und an der A 9 bei Beelitz geplant, außerdem eine an der A 19 in Mecklenburg-Vorpommern bei Wredenhagen. Zu den drei Vorhaben hieß es im Juli vergangenen Jahres von Seiten des Bundeverkehrsministeriums, die Finanzierung sei im Rahmen des Konjunkturpakets II gesichert. Von dieser Zusage ist das Ministerium – obwohl Baurecht besteht – inzwischen abgerückt. Im normalen Straßenbauplan stehen die Brücken dafür aber auch nicht. Die Finanzierung von freiwilligen Leistungen für Wiedervernetzungsmaßnahmen sei auf Grund der Haushaltslage „nur sehr begrenzt möglich“, so das Bundesverkehrsministerium.

Von „Wiedervernetzung“ wird gesprochen, weil mit Grünbrücken der Zerteilung der Lebensräume des Wildes durch Straßen- und Schienenwege wenigstens teilweise begegnet werden soll. Außerdem haben Grünbrücken zur Reduzierung der Wildunfälle in den betreffenden Gebieten geführt, weil die Tiere nicht auf die Fahrbahnen laufen müssen. Der Baukosten werden vom Bundesverkehrsministerium nicht gesondert ausgewiesen. Der Automobilklub ADAC geht von ein bis drei Millionen Euro aus.

Brandenburgs Umweltministerin Anita Tack (Linke) fordert die Bundesregierung auf, das Wiedervernetzungsprogramm fortzuführen. „Brandenburg ist in hohem Maße von der Zerschneidung der Landschaft durch Verkehrsinfrastrukturen betroffen. Diese Zerschneidung der Landschaft führt zur ,Verinselung’ von Tierpopulationen, zur Einschränkung des genetischen Austauschs und letztlich zum Erlöschen von Vorkommen einzelner Arten“, sagte Tack gestern. Deshalb sei es notwendig, gezielt Lebensräume wieder zu vernetzen und einen landesweiten Biotopverbund zu ermöglichen. Auch Naturschutzverbände weisen darauf hin, dass Wildtiere ohne die Brücken aussterben können, es gebe viele Fälle von Inzest. Die Grünen-Abgeordnete Behm nannte die Antwort des Verkehrsministeriums eine schlechte Nachricht für alle Naturfreunde, die auf die 18 Querungshilfen des Konjunkturpakets gehofft hatten.

Grün- oder Wildbrücken wurden in Europa unter anderem auch in Österreich, Polen und Kroatien gebaut. Es gibt sie aber auch in Nordamerika und Australien. (Von Stephan Laude)


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