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26.01.2012

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Kommunen wollen gegen Flugrouten klagen

Wut und Enttäuschung in der Region Teltow / Nach Vorabmeldungen sind 50 Überflüge pro Tag geplant

REGION TELTOW - Entsetzen, Wut, Enttäuschung – Bürgermeister und Vertreter von Lärminitiativen der Region Teltow haben gestern deutliche Worte gefunden, als die Festsetzung der Flugrouten des Airports Schönefeld bekannt wurde. Die Bild-Zeitung hatte vorab die Entscheidung des Bundesaufsichtsamts für Flugsicherung zu den Flugrouten öffentlich gemacht. Offiziell will das Amt erst heute darüber informieren.

Es scheint nun sicher zu sein, dass Kleinmachnow, Teltow und Stahnsdorf mit etwa 50 Überflügen am Tag rechnen müssen. Dies sei im Vergleich zu den ursprünglichen Planungen eine „enorme Entlastung“, heißt es. Stahnsdorfs Bürgermeister Bernd Albers widersprach gestern vehement: „Legt man den Planfeststellungsbeschluss für den Flughafen zugrunde, hätte es gar keine Überflüge geben dürfen.“ Er sei wütend, so Albers, dass insbesondere die Bedenken des Umweltbundesamts negiert worden seien. „Flüge über die Region Teltow sind weder zumutbar noch notwendig.“

Rechtsanwalt Remo Klinger, der Teltow, Kleinmachnow und Stahnsdorf im Flugroutenverfahren vertritt, wurde gestern noch deutlicher: „Die Bürgermeister werden ihren Gemeindevertretungen empfehlen, umgehend Klage gegen die Entscheidung des Bundesaufsichtsamts zu erheben.“ Im Fall von Teltow, das weniger betroffen zu sein scheint, soll die Eröffnung des Flughafens und die „Lärmerhöhung“ zunächst abgewartet werden.

Die Bürger der Region Teltow, die nun von Fluglärm betroffen sein werden, hätten keine Möglichkeit gehabt, ihre Rechte in das bisherige Verfahren einzubringen, so Rechtsanwalt Klinger. Auch das Umweltrecht der EU sei verletzt. Deshalb bleibe nur noch der Gang zum Oberverwaltungsgericht Berlin-Brandenburg.

Teltows Bürgermeister Thomas Schmidt (SPD) rügte gestern auch den Termin der Veröffentlichung der Flugrouten. „Die Fluglärmkommission tagt am kommenden Montag. Jetzt wird deutlich, dass dieses Gremium eine reine Alibi-Veranstaltung war.“ Ein Konsens mit den betroffenen Kommunen sei offenbar zu keinem Zeitpunkt gewünscht worden.

Matthias Schubert, Sprecher der Initiative „Weg mit Flugrouten über Kleinmachnow“, sieht in der Entscheidung des Bundesaufsichtsamts ein klares Indiz dafür, dass der Airport Schönefeld zu einem internationalen Drehkreuz ausgebaut werden soll. „Der Bau einer dritten Startbahn ist damit vorgezeichnet.“ Jetzt gebe es nur noch die Chance, mit weiteren Demonstrationen und Volksinitiativen Druck auszuüben und auf den juristischen Weg zu setzen. sti


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In diesem Forum gibt es 1 Eintrag

» DavidA | 30.01.2012, 23:01

Proteste müssen weiter gehen - dritter Startbahn vorbeugen


Insbesondere Stahnsdorf und Kleinmachnow sind aus der Region Teltow unzumutbar betroffen.

Die Region hätte nach den Plänen laut Planfeststellung gar nicht überflogen werden dürfen.

Inzwischen hatten Hunderte von Familien auf der Suche nach einem ruhigen und gesunden Ort ihren Lebensmittelpunkt dorthin verlegt.

Es geht um gesundheitliche Unversehrtheit, Lebensqualität und Vertrauensschutz.

Die neuesten Verschlimmbesserungen, die Herr Bretschneider im Schilde führt, sind nur Sand in die Augen der Betroffenen. Die "Wannsee-Route" und der Knotenpunkt NOST gehört abgeschafft. Würde diese Route als Nordroute beibehalten, ist tatsächlich einer weiteren dritten Startbahn Tür und Tor geöffnet. Dann nämlich würde diese Nordroute von deutlich mehr Fliegern bedröhnt, während die zusätzliche Startbahn ihre Maschinen über Potsdam und die Havelseen jagen könnte (ab durch die Mitte, sozusagen). Für den Abflug.

Die Landungen würden entsprechend erfolgen.

Hier und Heute kann die Nordroute über Wannsee noch abgewehrt werden. Falls dies jetzt nicht gelingt, würde sie die drohende dreiste Durchsetzung einer zukünftigen dritten Startbahn womöglich erleichtern.

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