REGION TELTOW - Entsetzen, Wut, Enttäuschung – Bürgermeister und Vertreter von Lärminitiativen der Region Teltow haben gestern deutliche Worte gefunden, als die Festsetzung der Flugrouten des Airports Schönefeld bekannt wurde. Die Bild-Zeitung hatte vorab die Entscheidung des Bundesaufsichtsamts für Flugsicherung zu den Flugrouten öffentlich gemacht. Offiziell will das Amt erst heute darüber informieren.
Es scheint nun sicher zu sein, dass Kleinmachnow, Teltow und Stahnsdorf mit etwa 50 Überflügen am Tag rechnen müssen. Dies sei im Vergleich zu den ursprünglichen Planungen eine „enorme Entlastung“, heißt es. Stahnsdorfs Bürgermeister Bernd Albers widersprach gestern vehement: „Legt man den Planfeststellungsbeschluss für den Flughafen zugrunde, hätte es gar keine Überflüge geben dürfen.“ Er sei wütend, so Albers, dass insbesondere die Bedenken des Umweltbundesamts negiert worden seien. „Flüge über die Region Teltow sind weder zumutbar noch notwendig.“
Rechtsanwalt Remo Klinger, der Teltow, Kleinmachnow und Stahnsdorf im Flugroutenverfahren vertritt, wurde gestern noch deutlicher: „Die Bürgermeister werden ihren Gemeindevertretungen empfehlen, umgehend Klage gegen die Entscheidung des Bundesaufsichtsamts zu erheben.“ Im Fall von Teltow, das weniger betroffen zu sein scheint, soll die Eröffnung des Flughafens und die „Lärmerhöhung“ zunächst abgewartet werden.
Die Bürger der Region Teltow, die nun von Fluglärm betroffen sein werden, hätten keine Möglichkeit gehabt, ihre Rechte in das bisherige Verfahren einzubringen, so Rechtsanwalt Klinger. Auch das Umweltrecht der EU sei verletzt. Deshalb bleibe nur noch der Gang zum Oberverwaltungsgericht Berlin-Brandenburg.
Teltows Bürgermeister Thomas Schmidt (SPD) rügte gestern auch den Termin der Veröffentlichung der Flugrouten. „Die Fluglärmkommission tagt am kommenden Montag. Jetzt wird deutlich, dass dieses Gremium eine reine Alibi-Veranstaltung war.“ Ein Konsens mit den betroffenen Kommunen sei offenbar zu keinem Zeitpunkt gewünscht worden.
Matthias Schubert, Sprecher der Initiative „Weg mit Flugrouten über Kleinmachnow“, sieht in der Entscheidung des Bundesaufsichtsamts ein klares Indiz dafür, dass der Airport Schönefeld zu einem internationalen Drehkreuz ausgebaut werden soll. „Der Bau einer dritten Startbahn ist damit vorgezeichnet.“ Jetzt gebe es nur noch die Chance, mit weiteren Demonstrationen und Volksinitiativen Druck auszuüben und auf den juristischen Weg zu setzen. sti
Nur noch wenige Wochen, dann sind die Tage wieder länger als die Nächte. Der Abgesang des Winters wird am Himmel durch einen gut zu beobachtenden Wettlauf zwischen den Planeten Venus und Jupiter begleitet. Auch Mars und Saturn sind zunehmend besser zu sehen. Und man kann den Orionnebel genauer beobachten, ein Lieblingsobjekt der Hobby-Astronomen. Denn man schaut in einen „Kreißsaal“ für Sterne.
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