POTSDAM - Hans-Joachim Kabisch setzt zum Endspurt an. Heute Abend auf der Mitgliederversammlung des Potsdamer Laufclubs (PLC) im Seminaris-Seehotel wird „Achim“, wie ihn alle rufen, noch mal das Wort ergreifen und seine sechsjährige Amtszeit als Vereinsvorsitzender resümieren.
Der 66-Jährige sagt: „Es ist an der Zeit, den Staffelstab an Jüngere weiterzugeben. Der Verein funktioniert.“ Soll heißen, sein Nachfolger wird gute Startbedingungen vorfinden. Ein Großteil der Vorstandsmitglieder mache ja weiter. Wer den PLC-Vorsitz nun übernimmt? Da wollte Kabisch der Abstimmung der Mitglieder nicht vorgreifen.
Dass Kabisch selbst nicht mehr vorneweglaufen will und kann, habe vor allem mit gesundheitlichen Problemen zu tun. „Das Knie schmerzt“, sagt er, „und wenn man selber nicht mehr so aktiv eingreifen kann, geht schnell die Bindung verloren.“ Die 300 Vereinsmitglieder von den ambitionierten Nachwuchs- bis zu den Hobbyläufern werden in sechs Laufgruppen von 14 Trainern fachlich betreut. Da gibt es auch eine Frauengruppe, eine Trödeltruppe oder Yoga-Kurse. Eine wesentliche Hilfe sei Katje Schmidt, die in der PLC-Geschäftsstelle im Luftschiffhafen hauptamtlich tätig ist und so als Ansprechpartner für die Mitglieder und neue Laufinteressierte bereit stünde.
Der PLC hat sich als reiner Laufverein in der Region eta-bliert, nicht nur dank der guten Ergebnisse der Sportler, sondern vor allem auch wegen seiner vielen Veranstaltungen. Der Reigen reicht von der Bahneröffnung, über den Frauenlauf, die Preußenmeile, den Nachtstaffellauf, den Lichterpaarlauf bis hin zum Silvesterlauf. „Das ist schon eine ganze Menge, was die Vereinsmitglieder da auf die Beine stellen“, sagt Kabisch. Er weiß wohl, dass die meisten lieber selber laufen würden, statt in der Organisation mitzuarbeiten. Aber letztlich sei das ein eingespieltes Team.
Der Internationale Sparkassenlauf über die Preußische Meile in der Potsdamer Innenstadt, der in diesem Jahr am 15. Juni zum 20. Male stattfindet, ist für Kabisch das organisatorische Schwergewicht mit seinen über 1000 Teilnehmern von den Bambini und Schülern angefangen. „Da werde ich weiter mithelfen“, verspricht er, als PLC-Mitglied künftig nicht in den Ruhestand zu gehen. Auch der Nachtstaffellauf wird am 22. August wieder ausgetragen. „Das große Interesse der Mannschaften im vergangenen Jahr hat uns darin bestärkt, diese Veranstaltung beizubehalten.“
Wenn Kabisch „mit einem lachenden und einem weinenden Auge“ aus der ersten Position tritt, dann bleiben ihm vor allem die vielen Ausflüge zu den Läufen im In- und Ausland in bester Erinnerung. Er nennt zuerst den Rennsteiglauf oder den Harzgebirgslauf. Dutzende PLCler hätten da eine Zeltstadt errichtet. Da saß man abends gemeinsam am Grill und tauschte seine Lauferlebnisse aus – ein bisschen Läufer- und Vereinsromantik eben. (Von Peter Stein)