POTSDAM - Chaotische Tage bei Schlecker: Erst gestern konnten Kunden dort offenbar auch ihre Geschenkgutscheine wieder einlösen. „Es funktioniert wohl wieder“, sagte gestern Schlecker-Sprecher Patrick Hacker. Am vergangenen Freitag hatte die Drogeriemarktkette angekündigt, Insolvenz anmelden zu müssen und Montag den Antrag eingereicht. Seither konnten offenbar in den Filialen die Geräte die Gutscheine nicht mehr einlesen. In Potsdam hatten sich bereits besorgte Kunden erkundigt, ob ihr Guthaben jetzt verfallen werde. Wie viele Handelsunternehmen auch, hatte Schlecker Gutscheine zum Verschenken verkauft. Diese hätten nach wie vor Gültigkeit, sagte Hacker. Wie hoch das Volumen der ausgegebenen Gutscheine ist, konnte er indes nicht sagen.
Allerdings dürften nach der Eröffnung eines Insolvenzverfahrens die Inhaber derartiger Gutscheine zu Gläubigern neben vielen anderen Inhabern von Forderungen gegen Schlecker werden, wie Banken oder Lieferanten – mit ungewisser Aussicht auf Einlösung. Schlecker will sich im Rahmen einer Planinsolvenz in Eigenregie sanieren. Die Gläubiger müssen dem aber noch zustimmen.
Unterdessen ist die Tochter „Ihr Platz“ mit in die Schlecker-Pleite hineingezogen worden. „Ihr Platz“ habe beim Amtsgericht Ulm den Antrag auf Einleitung eines Insolvenzverfahrens eingereicht, teilte der vorläufige Insolvenzverwalter Arndt Geiwitz mit. Für das Osnabrücker Unternehmen ist es bereits die zweite Insolvenz. Bereits 2005 war die mittlerweile zu Schlecker gehörende Kette Pleite gegangen.
Bei Schlecker selbst ist der Regelbetrieb mittlerweile sichergestellt, nachdem sich der Insolvenzverwalter mit der wichtigsten Einkaufskooperation Markant über die Fortsetzung der Zusammenarbeit geeinigt hatte. (as)